Metal Hammer Legenden - Metallica - A Tribute To The Black Album (2011) - ein Review von Akhanarit

Metal Hammer Legenden - Metallica - A Tribute To The Black Album - Cover
1
Review
13
Ratings
7.69
∅-Bewertung
Typ: Sampler
Genre(s): Metal


Akhanarit Avatar
01.09.2011 18:06

Kaum ein Coveralbum wurde in den letzten Wochen mit so einer Spannung, von vielen sicherlich mit Skepsis erwartet, wie das Cover - Album zu einer der geilsten Platten in der Welt des Heavy Metal. Und auch wenn nicht wenige vor allem die ersten drei Frühwerke bevorzugen... „Metallica“s schwarzes Album ist die erfolgreichste Metal - Platte aller Zeiten.

Dem entsprechend ist auch das Aufgebot der Bands, die ihre Heroes hier würdigen durften.

Den Anfang macht 'good ol' „Lemmy“ von „Motörhead“ mit "Enter sandman". Der einzige Song, der bereits 1998 veröffentlicht wurde (während sämtliche anderen Songs exklusiv für „Metal Hammer“ geschrieben worden sind). Mit Spannung erwartet man das Einsetzen der Vocals und nach einer Sekunde lehnt man sich zufrieden zurück. „Lemmy“ bleibt er selbst und alles ist, wie man diesen Song von diesem Mann erwartet. Er versucht gar nicht erst, jeden Ton von „James Hetfield“s Gesangslinien eins zu eins zu kopieren und knarzt sich mit Intensität und einer ordentlichen Portion "Fuck you" - Attitüde durch diesen Mega - Klassiker.

"The new black" legen mit "Sad but true" nach und machen ihre Sache richtig gut. Der Southern - Einschlag steht dem Song richtig gut zu Gesicht.

Den Song „Holier than thou“ haben sich „Devildriver“ vorgenommen. Die Gitarren klingen fett, an den Gesang wird sich der ein oder andere sicherlich gewöhnen müssen.

Richtig gut wird es dann mit "Dark Age", die "The unforgiven" auf ihre ganz eigene Weise interpretieren. Coverversionen wie diese machen ein Album wie dieses ganz besonders! Unglaublich cool, wie diese Band die Melodie des Songs verstanden hat.

Bei "Callejon" wird zuerst mal überrascht aufgehorcht ob der Präzision und Tightness der Truppe und ist ein wenig irritiert, weil man "Wherever I may roam" so wohl noch nie gehört haben dürfte, ist aber dann doch ein wenig ernüchtert, sobald man sich das Original ins Gedächtnis zurück ruft und feststellen muss, dass die Coverversion nicht ganz an dieses Feeling der Vorgabe heranreicht.

Mit "I.C.S. Vortex", der nicht wenigen von den norwegischen Düstereimern "Dimmu Borgir" ein Begriff sein dürfte hat sich dann doch irgendwie der erste Hänger eingeschlichen. Zu abstrakt werden die Vocals hier bei „Don’t thread on me“ eingesetzt. Da kann das Original deutlich mehr. Geht das nur mir so, oder kommt euch bei dieser Nummer nicht auch das Wort Katzenjammer in den Sinn???

Als nächstes melden sich „Neaera“ auf den Plan und zerlegen einem mit einer durchaus ansprechenden Version von „Through the never“ die Bude. Allerdings: wenn schon konsequent, dann noch tiefere, gutturalere Growls. So klingt das bei den Vocals noch ein wenig schwach auf der Brust… An der Instrumentalfraktion gibt es hingegen mal so gar nichts auszusetzen.

Dann kommen wir zur Jahrhundert - Ballade "Nothing else matters", der sich Germany's First Lady "Doro" angenommen hat. „Doro“ Fans werden vermutlich Freudentränen in den Augen haben, mich selber würde dieser Song von "Axel Rudi Pell" oder auch "Michael Kiske" hundert Mal mehr reizen. Geschmackssache... Und ja, ihre Fans werden es bedingungslos lieben.

„Of wolf and man“ wurde von „Motorjesus“ zum covern auserkoren. Dieses Stück kommt (zusammen mit „Sad but true“) recht nah an die Metallica – Vorlagen heran. Ein bisschen Staub, ein paar Schnäpse und dieser Song… Mehr braucht man für den Moment eigentlich gar nicht.

"Finntroll"s Version von "The god that failed" rief bisher die grössten, zwiespältigen Reaktionen hervor, hat man das Original doch schier bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben. Und doch stossen „Finntroll“ mit ihren Humpa - Rhythms so manchem Puristen heftigst vor den Kopf. Die einen nennen es innovativ, andere würden verhunzt als treffender umschreiben. Da muss sich jeder eine eigene Meinung bilden. Ich mag es nicht.

Von „Borknagar“ kommt dann eine recht atmosphärische Version von „My friend of misery“, die ebenfalls wunderbar rein läuft. Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Prima…

Dann das Finale: "The struggle within", hier von "Sodom" dargeboten, ist genau das, was man erwartet hatte. Klassischer Old - School - Thrash as usual. Das dürfte den Ruhrpott - Thrash - Fans definitiv munden. Ähnlich wie eingangs auch schon bei „Lemmy“ endet diese Platte mit einer Band, von der man genau das bekommt, was auch drauf steht. Und damit ist die Metal Welt (für heute zumindest) völlig in Ordnung.

Fazit: ein Coveralbum mit allen Höhen und Tiefen, welches unterm Strich eine nette Erweiterung im heimischen Plattenschrank sein dürfte und auch immer wieder dazu animiert, die Coversongs noch mal mit den Originalen zu vergleichen. Sicher: über die Bandauswahl lässt sich vortrefflich streiten, aber für eine Heft CD rundum gelungen.

Punkte: 6 / 10


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