Harsh Realities (2011) - ein Review von Akhanarit

Death Toll 80K: Harsh Realities - Cover
1
Review
3
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Grindcore


Akhanarit Avatar
21.07.2012 13:12

Typischer könnte ein Grindcore-Album auf den ersten Blick nicht sein. Wir haben hier 23 Songs, die in etwas über 25 Minuten heruntergeschrubbt werden und so prinzipiell an eine alte NAPALM DEATH und BOLT THROWER-Kombination erinnern. Auf das Cover hat man ein hässliches, nacktes Baby zwischen 2 Eisenbahnschienen gesetzt (wohin auch sonst?) und versucht auch sonst Tristesse an den Mann, bzw. die Frau zu bringen. Auch wenn der Sound der Scheibe recht druckvoll daher kommt, so hat man es als Hörer allerdings sehr schwer, sich auf "Harsh Realities" einzulassen. 12 der hier gebotenen Songs erreichen nicht mal eine Minute Spielzeit, die 3 Minuten-Marke wird dagegen nicht ein einziges Mal geknackt. Das Mitlesen der Lyrics kann man an sich auch gleich aufgeben. Diese bestehen zum einen oft nur aus wenigen Zeilen (klar, auch kleine Bücher können grosse Ratschläge beinhalten), zum anderen weiss man trotz des Verfolgens der Texte kein Stück weit, wo die Jungs eigentlich gerade sind. Das Ritual mit dem "Booklet in die Hand nehmen und sich mit der Musik näher beschäftigen" ist demnach weniger ergiebig.

Die Vocals von Frontmann Oula bestehen vordergründig nur aus 2 Geräuschen: "Uhhh" und "Daahhh" und damit füllt man dann die gesamte Platte. Jori hat an den Drums dafür richtig zu tun und ein Durchatmen innerhalb der Stücke ist ob der Kürze offenbar weder vorgesehen noch erwünscht. Mir ist natürlich durchaus bewusst, dass dieses kurze Gehacke durchaus zum Genre gehört, aber dieses Album ist nur für die absoluten Grind-Süchtigen unter euch von Interesse, denen genau bei meinen Kritikpunkten das Herz aufgeht und die genau so etwas im CD-Schacht haben möchten. Dieses Album Song für Song durchzugehen macht für mich keinen Sinn. Man muss es schon als grosses Ganzes wahrnehmen, aber auch hier bieten DEATH TOLL 80 K nichts weltbewegendes, was man in ähnlicher Form nicht schon weitaus origineller gehört haben müsste. Hier geht es nicht um musikalische Wertigkeit, sondern um das blosse Abbauen von Aggressionen. Die meisten Songs klingen bedauerlicherweise total gleich und bei mir kristallisieren sich auch nach mehrfacher Einfuhr keine Favoriten heraus. Und das ist kein gutes Zeichen.

Punkte: 4 / 10


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