Guests Of The Infernal Pit (2004) - ein Review von metal lounge

Impurity: Guests Of The Infernal Pit - Cover
1
Review
1
Rating
1.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Thrash Metal, Black Metal


06.10.2015 15:49

Ach du liebes Bisschen, da hab' ich aber einen Schatz im Regal stehen!

Einen Punkt habe ich ursprünglich mal vergeben gehabt, jetzt bin ich hier auf Musiksammler aber irgendwie über die Split-CD "...In The Blood" mit Black Feast gestolpert, und das herzliche Lachen über deren unsagbar mieses Kindergarten-Blasphemie-Kunstwerk veranlasst mich, hier noch mal in mich zu gehen, und nachträglich die Wertung für "Guests Of The Infernal Pit" etwas anzuheben. Bitte unbedingt (!!) ansehen, um zu verstehen, wie erbärmlich schwach diese und andere Typen im extremsten Metal letztlich sind. Und so gesamtkünstlerisch anspruchslos! Aber das soll sicher so sein. Doch das sagen auch Kinder, die beim Freihändigfahren gestürzt sind und sich den Schmerz verbeißen.

Da ist die vorliegende 7" wirklich eine optische Perle, wurde hier doch immerhin Hieromymus Boschs "Garten der Lüste" als Artwork verwandt. Aber das verraten uns IMPURITY gar nicht; ich erinnere mich, das Ding auf einem Festival - Hammer of Doom war's glaub ich - eben wegen der zunächst sehr ansprechenden Aufmachung mitgenommen zu haben. War letztlich ein Fehler, und das Back Cover mit dem Wir-wollen-genauso-wild-aussehen-wie-unsere-Vorbilder-Sarcofago-Foto hätte mir schon eine Warnung sein sollen.
Die Musik? Wer will das wissen? Ist doch inzwischen mehr oder weniger klar: Extra mies klingender Rumpelpumpel-Holterdipolter-Black-Thrash-Metal a la ganz alte Sepultura und Konsorten. War Black Metal oder Bestial Black Metal oder so ist seit einiger Zeit ja zu lesen, und Anhänger diese Ästhetik werden sofort wissen, dass es sich hier nur um tonnenschweren Kult handeln kann. Meinetwegen.

Die ebenso recht holprigen Texte voller pöser, pöser Blasphemie gehen dann u.a. so: "Lord [Lucifer, wer sonst?] the bringer you are my light, On earth I want you glorious power, So that I can vomit freely on christ..." Huch! Das muss doch nicht sein. Aber besonders gut gefällt mir das Wort "freely" in diesem Satz. Bandkopf und Texter Ram Priest hat alles gegeben, im Jahre des Herrn 1991 war das immerhin schon. Dann heißen die Seiten side 6 und side 66, empfohlen wird "Play at 45.666 RPM and maximum volume" Ach, Kinderchen, was seid ihr doch ulkig mit eurem infantilen Gehabe! Da ist es wahrlich 666 mal mehr Metal, wie Tom Araya etwa einfach Christ zu sein und trotzdem all die Jahre den Kram von King zu singen. Ihr dagegen seid doch echte Pfeifen!

Aber wie gesagt, ich denke, das dürfte die anspruchsvollste Veröffentlichung von IMPURITY sein, und eigentlich nur für das Artwork und die doch irgendwie recht gelungene Aufmachung mit dem Ausflug in die Hochkultur von "Guests..." erhöhe ich auf sagenhafte zwei Punkte. Na ja, und einen klitzekleinen Charme hat der infernalische Krach ja auch.Eine miese Note bleibt es aber doch. Und es hilft euch auch euer Satan-Angerufe nicht, euer Sound ist und bleibt ein kraftloser Windhauch selbst gegen so manche extremer ausgerichtete christliche Band wie Mortification, Seventh Angel und Believer....


Ich darf noch anmerken, dass das Ding immer noch im Flohmarkt steht, 3 x 6,66 € wäre doch ein dem Bestial Black Metal angemessener Preis.

Ach, komm, spuck doch auf den Hieronymus-Bosch-Bonus, es bleibt bei einem Punkt!
Hauptsache, ich hab hier meinen Spaß gehabt (und Zeit verschwendet).

Punkte: 1 / 10


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