Destroya (2011) - ein Review von Sgt. Kuntz

Destroya: Destroya - Cover
1
Review
2
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Heavy Metal


Sgt. Kuntz Avatar
29.06.2011 12:12

Dem Londoner East End verdanken wir nicht nur die großen IRON MAIDEN, sondern in deren Windschatten auch zahlreiche andere NWOBHM-Helden: DESOLATION ANGELS, URCHIN, DEEP MACHINE und DRAGONFLY. Und bis auf letztere hatten alle schon mal ein Gastspiel bei High Roller Records, erstaunlich. Wer noch fehlte, waren vier Jungs namens DESTROYA. Und derjenige, der die bereits kannte, darf sich getrost selbst auf die Schulter klopfen in Anbetracht soviel versierter Underground-Kenntnis. Denn die einzige Hinterlassenschaft der Band war ein 4-Track-Demotape, das hier für den allerersten Vinyl-Release der Band herhalten durfte. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1982, kurz bevor die Band auseinander ging, bzw. ein Teil als SHANGHAI TYGER weitermachte. Aber soviel sei verraten, DESTROYA waren viel zu gut, als dass sie nur für absolute Insider interessant genug wären.

Das wird bereits beim Opener “Violent Streets“ klar, der mit hohem Energielevel aus den Boxen holzt, ganz im Stil der alten JAGUAR oder DEMON PACT. Schnell und wild also, lediglich beim Refrain wird etwas gedrosselt. Auch thematisch steigt man schnell in die Hitze des Gefechts mit ein, wenn von sozialen Unruhen und Straßenschlachten die Rede ist, etwas das in den frühen Thatcher-Jahren sicherlich realer und näher war, als im heutigen Großbritannien. “Victims Of War“ ist dann ebenfalls ein kleines Relikt aus jener Zeit, wo der Schatten des Kalten Krieges zwischen jeder Zeile seine Spuren hinterlässt. Dementsprechend ruhiger, erzählender, aber auch bedrohlicher gestaltet sich der Songaufbau, was beim Hörer einen bleibenden und ergreifenden Eindruck hinterlässt. Dem kann sich “Stay With Me“ nicht ganz anschließen. Hier fährt man eher im Standard-NWOBHM-Modus, zwar recht wild und mit dominantem Bass-Spiel, aber nichts was einen vom Hocker reißt. Dafür muss man den Schlusstrack und, wie man immer so schön sagt, die Bandhymne abwarten. Denn “Destroya“ ist ein mit Testosteron vollgepumpter Brecher, ein frühes Exemplar der Gattung Speed Metal, wie ihn zur gleichen Zeit Bands wie METALLICA und EXCITER in ihren Übungsräumen weiterführten. Ein grandioses Teil, das man gehört haben sollte. Macht unterm Strich drei Volltreffer und einen Mitläufer, was für Fans des Genres für eine seriöse Kauferwägung absolut ausreichen sollte.


Sgt. Kuntz

Punkte: 8 / 10


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