Ääniä Yössä (2006) - ein Review von MLSnick

Horna: Ääniä Yössä - Cover
1
Review
3
Ratings
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


MLSnick Avatar
17.10.2015 20:56

Wenn gängige Musikmagazine in Sachen BlackMetal Worte wie "nihilistisch" und "misanthropisch" in ihren Reviews verwenden, muss das nicht unbedingt etwas heißen. Schon oft wurde ich beim Nachprüfen schwer enttäuscht, was natürlich auch an den verschiedenen Geschmäckern und / oder der Assoziation mit diesen Begriffen an sich liegen kann.
Doch bei 'Ääniä Yössä' musste ich erstmal schlucken. Schon vorher hatte ich Material der Finnen zwischen meine Ohren bekommen, doch das hier hatte sofort einen ganz merkwürdigen Effekt. Die Wärme zog sich aus dem Raum, das Licht wurde fahler, Farben wurden matter und jegliche positiven Gedanken wurden weggeätzt.

HORNA schienen 2006 den Weg gefunden zu haben, verzweifelte Hoffnungslosigkeit zu extrahieren und dies dann in Klang umzuwandeln. Jeder Saitenanschlag scheint ein Schritt zum Schafott zu sein. Jedes Krächzen hallt wie Hilfeschreie aus tief vergrabenen Särgen. Die totale Trostlosigkeit quillt wie Nebel aus den Lautsprechern und man kann sich ihr nicht erwehren.
Zwar sticht Track Nummer 2 mit fast schon räudig-punkiger Aggression "positiv" heraus, doch bei der dritten Drecklawine ist die Erinnerung an diese kleine Aufmüpfigkeit schnell unter stinkendem Schlamm begraben. An versiften Tauen und rostigen Ketten festhängend zieht die Band den Hörer ohne Chance auf Widerstand immer weiter hinab in ihre eigene Hölle.

Und dann ist es da. Ein Thronsaal angefüllt mit menschenfeindlichem Unrat, ein 20 minütiges Monstrum, welches seinesgleichen sucht. Unglaublich wie weit HORNA in den Abgrund vorgestossen sind. Unvorstellbar, dass man musikalisch noch weiter weg von Liebe und Leben gehen kann. Der Titeltrack stellt alles in den Schatten, macht die vorangegangen Minuten fast schon lächerlich und zeigt jedem der glaubt dunkle Klänge zu kennen, dass es noch düsterer, noch unwirklicher, noch hoffnungsloser geht. Letztendlich läuft mir dann noch ein eiskalter Schauer über den Rücken, als mir auffällt, dass HORNA dies ohne Spezialeffekte und Synthesizer hinbekommen haben.

Purer, grausiger, frostig zelebrierter BlackMetal!

Punkte: 8 / 10


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