Aelin - A Story About Destiny (2000) - ein Review von Sgt. Kuntz

Quicksand Dream: Aelin - A Story About Destiny - Cover
1
Review
6
Ratings
8.92
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Epic Metal


Sgt. Kuntz Avatar
07.05.2011 21:49

Ein gutes Heavy Metal-Album zu finden, ist eigentlich kein Kunststück mehr. Allein mit der Hilfe von diversen Foren und Webzines kann man mühelos eine Liste zusammenstellen, wo dann wirklich für jeden Geschmack etwas dabei ist. Schon etwas schwieriger wird es dann, wenn es auch noch etwas Originelleres sein darf, ein Album mit dem gewissen Etwas, einem einmaligen Flair, das einen packt und nicht mehr los lässt. Und für diesen Fall zeigt sich hier ein äußerst interessanter Kandidat.

QUICKSAND DREAM ist im Wesentlichen die Band von Patrick Backlund, der die Songs geschrieben und alle Instrumente eingespielt hat, mit Ausnahme einiger Keyboardpassagen von Henrik Flyman (ex-MOAHNI MOANA). Die Ideen für die Songs entstanden bereits Ende der 80er-Jahre, aufgenommen wurden sie zwischen 1996 und 99. Als Hauptinspirationen kann man zwei Bands herauslesen und –hören: MANILLA ROAD sowie ihre Landsmänner CANDLEMASS. Dass unter diesen Voraussetzungen keine Partymucke herauskommen kann ist logisch. Vielmehr spielt die Band einen leicht verträumten Epic Metal, hier und da an der Grenze zum Hardrock mit starker 70er-Jahre-Prägung. Episch dabei nicht im Sinne von dick aufgetragenem Pathos mit zwanzig Chören und ewig langen Songs, die irgendwann im Nirwana entschwinden, sondern eher entrückte zurückhaltende, teilweise schon fast minimalistische Lieder, dabei aber immer songdienlich bleibend. Was zum Teil auch an der Produktion liegt, da der Gesang und der Bass sehr im Vordergrund stehen, also in etwa das Gegenteil von dem, was man unter einem “fetten Sound“ versteht. Aber gerade dadurch kommt Sänger Göran Jacobsons Stimme toll zur Geltung, der es hervorragend versteht, Emotionen zu transportieren und mit seinem erzählenden Stil an mittelalterliche Barden denken lässt. Hier heißt es also abschalten, Texte zur Hand nehmen und dem Konzept-Album von vorne bis hinten zu folgen. Teils in gradliniger, wuchtiger Form wie das furiose “Caress Of The Breeze“, teils aber auch verschachtelt und in einzelne Parts unterteilt wie bei “The Lighthouse Dream“. Wobei man den ersten Hördurchgang einfach dafür hernehmen sollte, um sich an den Sound zu gewöhnen und sich in die Songs hineinzuhören. Doch bei jedem weiteren Auflegen sollte man mehr und mehr in die Welt von QUICKSAND DREAM eintauchen.

Hanebüchen dagegen, was man in anderen Reviews für Vergleiche lesen kann. Da ist dann von BATHORY und RHAPSODY (um Gottes willen!) die Rede. Ganz anders der Aufsatz von Sir Lord Doom auf seiner Homepage, für den ich sofortigen Lesebefehl erteile, falls ihr das nicht schon getan habt. Spätestens dann wisst ihr, dass hier ein Album vorliegt, wie man es nicht alle Tage serviert bekommt.


Sgt. Kuntz

Punkte: 9 / 10


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