Easton Hope (2010) - ein Review von Akhanarit

Orden Ogan: Easton Hope - Cover
1
Review
17
Ratings
8.65
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Power Metal, Epic Metal, Melodic Metal


Akhanarit Avatar
25.12.2011 07:56

Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, warum diese Band ständig mit Blind Guardian verglichen wurde/wird, erreicht sie deren (songwriterische) Qualität doch relativ selten. EASTON HOPE macht da keine Ausnahme. Handwerklich gesehen legen die (Progressive) Power Metaller die Messlatte eigentlich recht hoch. Doch immer wenn man kurz davor ist, zu dem gebotenen Material abzugehen, werden zuckersüsse Chöre eingeschoben und machen es einem echt nicht leicht, das noch gut zu finden. Die Klassik – Passagen tun dann ihr Übriges, um den harten Kern der Headbanger endgültig zu verschrecken. Es sei denn, diese sind bereits in der alles vereinnahmenden Toleranzmühle gefangen. Wenn ihr diese Zeilen lest, dann denkt ihr wahrscheinlich, dass ich diese Scheibe zum Kotzen finden muss, was aber gar nicht der Fall ist. Orden Ogan sind immer noch besser als 75 % der Hausfrauen – Metaller. Vor allem Songs wie „ALL THESE DARK YEARS“ oder „WE ARE PRIATES“, für das man übrigens Ex-Running Wild – Klampfer Majk Moti gewinnen konnte (!!!), machen echt Spass und man kann dieses Album immer wieder mal gut im Hintergrund laufen lassen, da es zu keiner Sekunde wirklich stört. Aber einen Altar werde ich der Band jetzt nicht gerade bauen.

Das Hauptproblem bei vielen Stücken sind die Vocals, die (wie schon erwähnt) bei den Chören extrem kitschig und klebrig ausgefallen sind und in den Strophen beispielsweise nicht in der Lage sind, den Songs eine prägnante Richtung vorzugeben. Gerade das war eben bei Blind Guardian nie der Fall gewesen, was den Vergleich zwischen diesen beiden Combos einfach hinken lässt. Dafür sind die Solos wirklich klasse geworden und die Klampfen in Verbindung mit den Drums treten immer wieder mal ordentlich auf’s Gaspedal. Wenn sich die Band bei diesen Stellen nicht ständig verlieren würde (oder will???), wäre EASTON HOPE aber noch um einiges besser ausgefallen. Aber auch so lädt das Album einen immer wieder zum Träumen und Mitsummen ein (REQUIEM!!!). Wer allerdings mit Bands wie beispielsweise Freedom Call klar kommt, der kann auch mit Orden Ogan wunderbar leben.

Mir liegt übrigens das Digipack vor, bei dem 2 Bonus Songs enthalten sind (To New Shores Of Sadness & This is – Beide in der Orchestral Version…), die das Gesamtbild des Albums dann auch noch zusätzlich ein wenig verwässern weil irgendwie ja auch Verzichtbar! Noch mehr Klassik war in der Tat das Letzte, worauf ich gewartet habe, aber was soll’s!? Das Coverartwork stammt von Andreas Marshall, der in der Szene mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund sein dürfte und das gesamte Digi ist nett anzusehen, da viel Liebe zum Detail drin steckt. Optisch einfach sehr Ansprechend. Oberflächlich gesehen…

Und hier komme ich zum bitterbösen Punkt meiner Kritik: Die tatsächliche Songreihenfolge der CD stimmt nicht mit der des Covers überein. Wenn man REQUIEM hören will, läuft NOTHING REMAINS und ein zielsicheres Skippen zum richtigen Song ist nicht immer gewährleistet insgesamt 3 Songs sind da im Mittelteil durcheinander geraten. 7 ist 8, 8 ist 9 und 9 ist 7. Was soll der Scheiss, Leute? Ich hasse es, auf meinen Digis herumzukritzeln… Bei solch einer Inkompetenz (der/die Verantwortliche darf sich jetzt gerne angesprochen fühlen) schwillt mir echt der Kamm und das hat mir den ersten Durchlauf der CD echt madig gemacht!!! Ein weiterer Störfaktor ist die Tatsache, dass auf der Rückseite des Digipacks mit einem 1 stündigen Making Of, dem WE ARE PIRATES – Videoclip sowie den Liveclips zu TO NEW SHORES OF SADNESS und FAREWELL sowie Gallery und Wallpapern geworben wird, diese „Goodies“ aber dann aber nur online zu finden sind, wo man sich auch noch zusätzlich registrieren muss. Wer nur mit einem Surf – Stick online gehen kann, kann sich die Mühe auch gleich ersparen und somit ist es nur denjenigen Fans vorbehalten, die dazu willens sind und die nötige Technik zu Hause haben. Alle anderen schauen vom Spielfeldrand aus zu. Eine Bonus DVD wäre da sicher sinnvoller gewesen, aber ich fürchte, bald werden die Tonträger ganz verschwinden… Und bei solchen Dingen fängt es eben jetzt schon an. Sehr schade!

Fazit: Ein geiles Album mit grossem Hang zum Kitsch, einige Abzüge in der B Note und man muss es in aller Deutlichkeit sagen: kein Meilenstein… dafür noch Luft nach oben und die Hoffnung, dass sich auch der komische Beigeschmack bald in Luft auflösen wird!

Punkte: 7.5 / 10


Orden Ogan: Easton Hope

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Tracklist:

  1. Rise and ruin
  2. Nobody leaves
  3. Goodbye
  4. Easton hope
  5. Welcome liberty
  6. All these dark years
  7. Requiem
  8. We are pirates!
  9. Nothing remains
  10. The black heart
  11. Of downfall and decline
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