Black Death (1984) - ein Review von bloodfreak

Black Death: Black Death - Cover
1
Review
3
Ratings
8.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Heavy Metal


bloodfreak Avatar
30.12.2012 23:44

Wenn es eine Band in diesem Universum gibt, die den Namen BLACK DEATH tragen darf, dann diese hier. Denn hier passt der Name wie die Faust auf's Auge. Vier Afro-Amerikaner haben Ende der 70er Jahre beschlossen, keinen Funk, keinen Soul, kein Reggae und keinen Blues, sondern Heavy Metal, so schwarz wie die Nacht zu spielen! Der passende Name wurde natürlich auch gefunden - ich wäre so gerne bei der Namenswahl dabei gewesen, denn die hat bestimmt einiges an Gekicher und Gelächter im Proberaum mitgebracht.
Im Netz hab ich irgendwo mal gelesen, dass der Sänger/Gitarrist Siki Spacek anscheinend nirgends ohne seine Gitarre und Ketten hingegangen ist. Sogar bei seinem Job als "Safety Patrol Guard" hatte er sein geliebtes Baby immer um den Hals hängen (KULT!).
Auburn Records interessierten sich für die vier Wilden aus dem tiefsten Dschungel von Cleveland/Ohio worauf sie zwei Songs auf dem "Cleveland Metal" Sampler veröffentlichten (beide Songs sind exklusiv nur auf diesem, übrigens sehr empfehlenswerten Sampler vorhanden). Im Jahre 1984 folgte dann die leider einzige Platte der Lausbuben und glänzte mit einer Bonus Single, die heute leider recht selten zusammen mit der LP auftaucht und dann folglich auch jedem Geldbeutel Tränen in die Augen treibt.

Das Coverartwork ist super dämlich, passt aber komischerweise total gut zu den vier sympathischen Afro-Metallern: Wild augapfelrollend in Nieten und Leder mit belegter Zunge wird hier böse in die Kamera geposed, dass man schmunzelnd vor der LP sitzt und gespannt auf deren Inhalt ist. Um dem Ganzen dann noch eine besonders diabolische Wirkung zu geben hat man noch gefährlich züngelnde Höllenflammen am Bildrand reinmontiert. Man könnte zwar etwas witzelnd einen Burger King Werbespot hinter dem Cover vermuten, doch wir stellen uns jetzt einfach mal den Leibhaftigen dahinter vor, der die schwarze Pesthorde auf die Menschheit loslassen, Tod und Verderben über die Menschheit bringen und dies mit dem Coverartwork verdeutlichen möchte.
Gerüchterweise ist die LP damals aufgrund der dunkelhäutigen Musiker häufig in der "Funk" und "Disco" Abteilung gelandet - ich hätte zu gerne den Gesichtsausdruck gesehen, wenn sich die Nadel bei "Night Of The Living Death" gesenkt hat und den kompletten Discoschuppen in ein flammendes Inferno verwandelt hätte, wenn Siki bei den ersten Zeilen ins Mikro brüllt:

"Alright all you headbangers out there,
Let's see you get above your seats!
Lock your doors and keep your parents out
AND TURN YOUR MUSIC UP LOOOOOOOUUUUUUUDDDDD!!!!!!"

Hier wird absolut ungestüm und "rumpelig" drauflosgebrettert, dass das Metallerherz zwei Sprünge macht und anschließend rasend zum Hals hoch pocht! Hier wird astreiner KILLER-Metal geliefert, der oberflächlich betrachtet eine Mischung aus Venom und Judas Priest mit Mercyful Fate Anleihen darstellen könnte. Allerdings merke ich vor allem im Rhythmusbereich, dass es sich um Schwarze handelt, denn solche Rhythmen kommen eindeutig aus der "schwarzen" Schule! DAS macht das Teil noch zusätzlich interessant, denn sowas hört man äußerst selten im Metalbereich! Ebenso sind die Vocals von Sikki absolut atemberaubend: Der Mann hatte eine Mission und ein Mörderorgan!

Also der lebende Tod wird durch die Berserker-Vocals von Siki heraufbeschworen, während der ganze wilde Haufen gerade den Höllenschlund (ich erinnere an das LP-Cover) der tiefsten Katakomben des Leibhaftigen hochstürmen, um an der Höllenpforte festzustellen, dass sie einen gewaltigen Hunger haben ("The Hunger") - nein nicht auf einen Doppel-Whopper vom Burger King, sondern auf die Seelen der Verdammten!. Als dann der Hunger mit viel Blutvergießen gestillt wurde, muss Siki bestürzt feststellen, dass seine Freundin abgehauen ist und trällert bei "When Tears Run Red" eine Art Ballade, die anfänglich recht befremdlich wirkt, mir aber sehr gut gefällt! Anschließend stellen die vier Höllenhunde plötzlich fest, dass sie gar keine Angst mehr vor dem Bösen haben ("Fear No Evil" hier werden sogar am Anfang Teile aus der Bibel rezitiert - merkwürdig...), auf dass sie den Schrei des eisernen Messiahs ("Scream Of The Iron Messiah" - HÖHEPUNKT und ANSPIELTIPP des Albums) erhören, die verdammten Seelen zur Hölle jagen und Straßenstricher ("Streetwalker") werden. Der Song ist ebenfalls eine absolute Granate: Hört euch nur mal den Spannungsaufbau der ersten zwei Minuten an, auf dass plötzlich ein höllischer Stampfer aus den Boxen röhrt! Der Song hat einen total coolen 70er Flair und begeistert mich jedesmal auf's Neue!
Zum Schluss schlägt dann doch noch der schwarze Tod ("Black Death") unbarmherzig zu und unterjocht die Menschheit mit purem Verderben. Hier wird in ca. 9 Minuten ein pures Feuerwerk abgefackelt, indem sogar ein funkiger Part im Mittelteil Verwendung fand (total abgefahren, muss man gehört haben!!!). Es klingt aber in keinster Weise forciert oder nach Disco, wenn ihr wisst was ich meine - hier regiert zu 100% der Rock und der Metal, nur auf äußerst interessante Weise mit anderen Einflüssen aus der typischen 70er Jahre "schwarzen Musik" verstrickt!

Jetzt kommt die Bonus 7" auf den Teller, bei der es sich ebenfalls um zwei Granaten handelt: "Here Comes The Wrecking Crew" macht seinem Namen alle Ehre, denn der Song ist eine totale Abrissbirne vor dem Herrn (sorry, vor dem Leibhaftigen) und man hätte richtig Lust bei diesem Soundtrack mit Vorschlaghammer die lästige Trennwand zum Wohnzimmer einzureißen! Das anschließende "Retribution" wirkt schon fast etwas episch mit diesem treibend, gallopierenden Rhythmus und den "heroischen" Vocals!

Wem der Stil der Scheibe gefällt, sollte sich auf jeden Fall noch die beiden oben genannten Samplerbeiträge vom "Cleveland Metal" Sampler zulegen, denn diese stehen den hier gebotenen Songs in nichts nach! Absoluter POWER-GALOPP-FIST-BANGING-MANIA METAL, der komplett biertauglich ist und zum Mitgröhlen einläd!
Es steht schon seit einigen Jahren seitens Auburn Records eine 2-CD Box dieses Klassikers an, die komischerweise nie veröffentlicht wird! Ich hab schon ein paar Mal beim Labelchef Mr. Peters nachgefragt und bekam immer wieder die gleiche Antwort:"Sie wird demnächst erscheinen! Es gab Verzögerungen."
Außerdem hab ich Gerüchte gehört, dass er an einem LP Re-Release ebenfalls bastelt (bzw. mit anderen Labels in Verhandlungen steht). Dieses Gerücht zieht sich jetzt aber auch schon über zwei Jahre...Fakt ist, dass ich sofort zuschlagen werde, wenn das Teil nochmals mit Bonus Tracks veröffentlicht wird - egal ob ich die LP schon im Schrank stehen hab. Ich liebe diese LP und kann nicht anders als demütig niederknien und die volle Punktzahl geben!!!

Nochmals: Absoluter Anspieltipp ist "SCREAM OF THE IRON MESSIAH" - der Song sollte eigentlich auf jedem gottverdammten Metal-Sampler eingebrannt sein! MEHR FIST-BANGING METAL GEHT NICHT MEHR!!!!

Zum Schluss möchte ich noch mein herzliches Beileid ausdrücken, dass der damalige Drummer "Phil Bullard" im Jahre 2008 an Krebs gestorben ist (R.I.P.).

Punkte: 10 / 10


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Tracklist:

  1. In The Shadows
  2. Songs Of Love And Death
  3. Unbroken
  4. When Angels Fall
  5. Pearl In A World Of Dirt
  6. Hallelujah
  7. Running To The Edge
  8. Numb
  9. Drowning In Darkness
  10. Afraid Of The Dark
  11. Fall Into The Flames
  12. Love Me Forever

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