Glorification Of Pain (2009) - ein Review von joza

Valborg: Glorification Of Pain - Cover
1
Review
2
Ratings
8.75
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Progressive Metal


03.06.2011 23:34

Eine Tür knarrt, dann ein Riff, das aus genau einem Akkord besteht. "Brief are the moments we adore, mesmerising and unknown."

Bereits die ersten Sekunden von VALBORGs offiziell erstem Album "Glorification of Pain" (die Compilation "Songs for a Year" nicht mitgezählt) machen unmissverständlich deutlich, was den Hörer erwartet:
Brettharte Doom-Riffs, Vocals zwischen Gebrüll und beschwörendem Klar-, gelegentlich Chorgesang, ein treibendes Schlagzeug und ein gewaltiger Batzen Atmosphäre.
Das Adjektiv, das VALBORG wohl am besten charakterisiert, ist "kauzig", denn ihre Version von Prog-Death-Doom-Metal klingt absolut zeitlos, sehr eigen und durchaus schwer zu durchdringen.

Die Lieder werden dominiert von stoischen Gitarren und einem nicht minder trockenen Bass, die zusammen mindestens genauso knarzig sind wie die alte Tür vom Anfang des Albums.
Das Schlagzeug unterlegt die Saiteninstrumenten mit kraftvollen, schnörkellosen Rhythmen mit seltenen taktlichen Experimenten oder Midtempo-Blastbeats.
Der Gesang wird äußerst variabel eingesetzt: im bereits zitierten Lied "Whispers of the Wizard" besteht er aus ruhigem, entrückt wirkendem Klargesang, der durch die Gitarrenwände schleicht wie Nebel durch knorrige Baumstämme; im darauffolgenden "Epic Journey" ist er ein räudiges Growling inklusive CELTIC-FROST-mäßigen "Uh!"-Ausrufen.
Immer wieder lichten sich die Soundwände und geben Raum für leise, unverzerrte Gitarren ("When Dusk Begins To Fall") oder sogar Klaviertöne ("Celestial Opening"). Diese Zwischenspiele gliedern sich homogen in die finster-melancholische Atmosphäre ein.

Zu erwähnen ist auch, dass "Glorification of Pain" von der Band im Studio live und analog eingespielt wurde; als "retro" lässt sich der Sound dennoch nicht bezeichnen, sondern - wie zu Beginn erwähnt - eher als zeitlos.

Obwohl einige Songs, allen voran "Chains of Frost", durchaus eingängig rocken, ist das Album nur schwer zu erfassen und braucht definitiv Eingewöhnungszeit seitens des Hörers. Wenn man diese Hürde aber bewältigt hat, eröffnet sich ein vielschichtiger Klangkosmos und eine ungemeine Faszination.
VALBORGs Debüt ist also sehr zu empfehlen - wer neugierig ist, kann sich die Platte (leider bislang als CD - Vinyl würde perfekt passen!) auf www.zeitgeistermusic.com bestellen, anders ist sie kaum zu bekommen.

Zum Abschluss noch ein paar Zeilen aus "Epic Journey", denn sie charakterisieren das Album womöglich besser als all meine Beschreibungsversuche:
"Wandering lonely / in the forest / epic journey / fuck you all / from the throne / of a mountain / epic journey / fuck you all".

Punkte: 9 / 10


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