Metal Revolution (1985) - ein Review von gravedancer

Living Death: Metal Revolution - Cover
1
Review
13
Ratings
8.04
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Speed Metal, Thrash Metal


gravedancer Avatar
18.10.2011 14:17

Ein Jahr nach dem soliden Erstling Vengeance of Hell folgte üblicher Weise schon der Nachfolger METAL REVOLUTION.
Musikalisch blieb erst mal alles beim Alten, wie schon zuvor spielte man messerscharven, pfeilschnellen Heavy Metal...ich behaupte Living Death spielten ihn damals am schnellsten in Deutschland...Das Gitarristen Duo bestehend aus Frank Fricke und Reiner Kelch war damals anderen jungen Heavy Metal Bands aus Deutschland weit voraus und das hört man sehr deutlich... allenfalls Helloween hätte da ein Wörtchen mitreden können.
Mit "Killing Machine", "Grippin' A Heart", "Shadow of a Dawn", "Panic and Hysteria" und "Road of Destiny" sind einmal mehr 5 Thrasher enthalten, wie es sie in dieser Kondition und sauberen Spielweise damals nur bei Living Death gab (immer im Vergleich zu anderen deutschen Bands, international gab es freilich viele, die auf ähnlich hohem oder höherem Niveau spielten). "Rulers must Come", "Screaming from a Chamber" sowie "Deep in Hell" (Geil!!!) bilden dagegen das Midtempo - Trio und es fällt mir schwer auch nur einen Song zu finden, der den anderen in etwas nachsteht...dieses Mal hatte man ein besseres Händchen und produzierte ein nahezu perfektes Speed Metal Album auf dem jeder Song ein Hit ist!. Mit dem schlicht betitelten "Intro" ist auch wieder ein Instrumental enthalten, welches stimmungsvoll das darauffolgende "Shadow of a Dawn" einleutet. Lediglich "Road Of Destiny" liegt mir immer ein wenig schwer im Magen, da man hier besonders im Strophenpart nahezu nichts von dem versteht was Toto singt. Irgendwie macht es mir immer den Eindruck, als hätte man die Gesangsspur ein wenig in den Hintergrund verfrachtet...seltsam.

Ein unheimlich großer Pluspunkt ist die sehr stark verbesserte Produktion...dieses Mal enterte man das Horus Sound Studio in Hannover. Die Gitarren sind sehr klar, dennoch druckvoll, das Schlagzeug ist ein wenig in den Hintergrund versetzt, und vor allem die Snare klingt sehr natürlich (auf keinen Fall billig!) und vom Gesamtresultat konnten sich wohl alle anderen hierzulande eine mächtig große Scheibe abschneiden. ein so stark produziertes Album konnten man hier seiner Zeit nicht bestaunen.

Und nun frage ich, nachdem ich all die Pluspunkte und positiven Aspekte dieses Hammeralbum zusammen gezählt habe: Wieso war diese Band damals weitaus weniger erfolgreich, als beispielsweise Sodom, Destruction, und Kreator, die mit ihrem Rumpelsound und allenfalls durchschnittlichen musikalischern Fähigkeiten gerechterweise hätten das Nachsehen haben müssen? Es gibt wohl viele Antworten und Theorien.
Jedenfalls gab es keine Band, die von 84 bis 87 dieser Band das Wasser reichen konnte, Helloween versuchten es gar nicht erst und kapitulierten vorzeitig, in dem sie 1987 2 Schlagerwerke produzierten, während Living Death mit ihrer EP "Back to The Weapons" und dem aggressiven "Protected from Reality" noch einen Härtegrad zulegten. Fakt ist, dass mit Living Death eine unglaublich talentierte Band da war, die es nicht vermochte mit ihren Mitstreitern auf Dauer zu konkurrieren. Und im Nachhinein wollte man auch einen kommerziellen Weg gehen, vom Schlagererfolg der großen Helloween angezogen, diesen Erfolg erzwingen, den man hätte viel eher ernten sollen. So schoss man sich schließlich das große Eigentor und veröffentlichte das peinliche "Worlds Neurosis", das die Band untergehen ließ.

Punkte: 9.5 / 10


Living Death: Metal Revolution

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Tracklist:

  1. Killing machine
  2. Grippin' a heart
  3. Rulers must come
  4. Screaming from a chamber
  5. Intro
  6. Shadow of the dawn
  7. Panic & hysteria
  8. Road to hell
  9. Deep in hell
  10. Watch out
  11. You and me (Remixed Version)
  12. Heavy metal hurricane (Remixed Version)
  13. Nightlight (Remixed Version)
  14. My victim (Demo 1983)
  15. Nightlight (Demo 198)
  16. Living death (Demo 1983)
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