Back To The Weapons (1986) - ein Review von gravedancer

Living Death: Back To The Weapons - Cover
1
Review
4
Ratings
8.75
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Speed Metal


gravedancer Avatar
20.07.2016 13:42

"Back To the Weapons" wurde seiner Zeit im Jahre 1986, also zwischen den beiden Full Lenghs "Metal Revolution" und "Protected From Reality" rausgeworfen und man kann sagen, dass diese 4 Track - EP gut und gerne als Bindeglied zwischen den ersten beiden Alben und dem '87 veröffentlichten Nachfolger betrachtet werden darf. Zum einen haben wir hier den Titel 'Bloody Dance'. Dieser dürfte in etwa zur gleichen Zeit wie "Vengeance From Hell" entstanden sein. Er ist durch punkige Riffs gekennzeichnet und und wird von Double Bass Drumming in gehobener Motörhead-Musiziergeschwindigkeit getragen. Die anderen 3 Titel hingegen zeigen sogleich, auf was sich damalige LIVING DEATH Fans bezüglich des kommenden Albums einstellen durften: Hammerharte Thrash Orgien, wie sie dann auch in ähnlicher Weise auf "Protected..." mehrfach vertreten waren. Besonders sticht dabei der Opener 'Nuclear Greetings' mit messerscharfen Riffs und Totos unverwechselbaren Gekreische hervor aber auch die anderen beiden Thrasher sind heute wie damals in der Lage Thrash und Speed Fans zu überzeugen. Leider verblieb es zum Veröffentlichungszeitpunkt bei diesen 4 Killern.
Heute gibt es das Rerelease mit der erst 88 veröffentlichten "Live" EP. Meines Erachtens ein völlig überflüssiger Output, der sicher auch eingefleischte LD Fans im Zweifel stehen gelassen hat. Darauf befanden sich nur 4 Songs vom "Metal Revolution" Album in für damalige deutsche Verhältnisse amtlicher Produktion. Allerdings schwächelt Toto größtenteils in tieferen Tonlagen, was zwar den Live Charakter untermalt, dafür jedoch das LD Markenzeichen vermissen lässt. Des Weiteren klingt das übertrieben klatschende und pfeifende Publikum, als hätte man es nachträglich reingeschnitten. Das ist aber nur ein unbegründeter Verdacht meiner Seite. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man das damals des Öfteren gemacht hat, um Auftritte in kleineren Clubs nach riesigen, prall gefüllten Hallen nach den amerikanischen Vorbildern klingen zu lassen, so es den überhaupt "richtige" Live Auftritte waren. Ich denke da beispielsweise auch an die "Live Without Sence" der Nachbarn von DESTRUCTION oder das "Live And Cracy" Album der deutschen TYRANT, das klingt, als würden Kiss in einer 10.000 Mann Halle spielen. Nun ja, als Bonustracks werten sie die EP aber definitiv auf und somit bekommt man heute die "Back To The Weapons" mit der "Live" EP als Bonus als quasi Full Lengh zu kaufen.
Ein Hingucker war damals sicherlich auch das brutale Cover Artwork. Es zeigt vermutlich eine postapokalyptische Szenerie (oder eine Müllhalde), in der eine Überlebende mit Gasmaske gerade drauf und dran ist, einer Anderen mit entblöster Brust die Kehle durch zu schneiden. Heute dürfte das Kunstwerk bei von CANNIBAL CORPSE' Splatter Cover verwöhnten Kiddies nicht mal mehr ein müdes Lächeln hervorrufen. Damals wurde es zensiert, indem man einen rießigen Sticker über das zur Schau gestellte Opfer klebte.

Schlussendlich vergebe ich für die EP eine 8. Kein Speed/Thrash Metaller kann hier was falsch machen, sofern man sich mit den tollen Live Bonustracks zufrieden geben kann. Ansonsten gäbe es das Teil mittlerweile auch wieder als 12" Vinyl von High Roller Records.

Punkte: 8 / 10


Living Death: Back to the Weapons

Audio CD

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Tracklist:

  1. Nuclear greetings
  2. Bloody Dance
  3. The way (your soul must go)
  4. Child of illusion
  5. Killing machine
  6. Grippin' a heart
  7. Road of destiny
  8. Screaming from a chamber
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