Dogma - Gegen Die Zeit (2005) - ein Review von Monolith

Taktloss & MC Basstard: Dogma - Gegen Die Zeit - Cover
1
Review
1
Rating
10.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Rap/Hip Hop


Monolith Avatar
09.07.2015 11:52

Alben von und mit MC Basstard sind meist eine sichere Sache. Wenn dann auch noch Wortakrobat Taktloss mit dabei ist, hat man eigentlich alles, was man für ein perfektes Rapalbum braucht. Und auf dieses alles wird nochmal was draufgepackt. Die Tracks von "Dogma - gegen die Zeit" ziehen Songwritetechnisch einen roten Faden mit sich.

Wer Taktloss kennt, der weiß, dass er als Battlerapper eher darauf achtet irgendwas zu labern. Kein Rhythmus, keinen direkten Flow, er macht seinem Namen also alle Ehre. Der Herr, der wohl den Rekord darin hält mit Abstand am häufigsten die Worte "Nigga" und "Whack" in den Mund zu nehmen. Zumindest im deutschsprachigen Raum. Bisher kannte man ihn was Kollaboalben angeht ja eher mit anderen Battlerappern wie Jack Orsen oder ganz früher unter Westberlin Maskulin mit dem allseits bekannten Kool Savas.

MC Basstard, früher unter Bassboxxx und Berlin Crime, heute unter einem eigenen Label "Horrorkore Records" hat da schon länger eine andere Richtung eingeschlagen. Er hat sich schon immer für tiefgründige, alltägliche und sogar mystische Themen interessiert. Weniger Battlerap.

Zwei Rapper also, die unterschiedlicher kaum sein können. Was kann man von so einer Kollabo also erwarten?

Eine ganze Menge. Das Intro "2 Stunden" ist etwas unglücklich gewählt, doch schon die Ausdrucksweise des Duos macht klar, dass wir es hier nicht mit primitivem Gepöbel zu tun haben. Auch hat "2 Stunden" mehr zu bedeuten, denn laut Aussagen von Taktloss haben beide Rapper auf "Dogma" versucht jedes Lied in weniger als 2 Stunden zu schreiben und das Ergebnis dann auf Platte zu pressen. Je nach Idee und Erwartungshaltung für beide Rapper eine Herausforderung. "Augen" ist dann die Messlatte, die auf dem Rest des Albums immer wieder erreicht wird.

Taktloss und MC Basstard rappen sich im Delirium durch die Songs, abwechselnd mit jeder Menge Wortwitz, stellenweise auch mit deprimierenden Textpassagen, aber nie langweilig. Sie beweisen immer wieder, dass sie den Spaghat, sich an einem Punkt zu treffen, sich gegenseitig zu ergänzen und dennoch komplett sie selbst zu bleiben, mit Leichtigkeit schaffen.

Ich muss mich unbedingt nach einer physischen Form dieser Platte umsehen. Einfach ein einzigartiges Album, das jeder, der mal was Neues hören will, getrost antesten kann.

Punkte: 10 / 10


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