Das Ende Des Weges (1996) - ein Review von Monolith

Eisregen: Ende Des Weges, Das - Cover
1
Review
7
Ratings
7.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal


Monolith Avatar
27.07.2013 01:56

Will mal jemand Eisregen mit technischer Perfektion und mieser Qualität hören? Dann kann er ihre Demo ganz gut gebrauchen. Auf dieser Demo finden sich wütende, harmonische, kalte und mystische Stücke drauf. Und es ist wirklich ein Jammer, dass man diese Demo nicht neu als offizielles Debüt veröffentlich hat, denn Qualität und Albumquantität sind auf jeden Fall hier vorhanden.

Mit einem Schrei wird das Album hier eingeleitet. Als Einklang bezeichnet stehen wir plötzlich vor einem Orgelspiel, das kurz darauf von Roths aggressiven Schreien mit tiefen Gitarren und energischem Schlagzeug abgelöst wird. "Blut ist Leben" der Titel, der einigen vielleicht auch durch "Knochenkult" bekannt sein dürfte. Allerdings ist es sehr beeindruckend, wie trotz dem losen Geblaste und Gebrülle das alles dennoch zusammen harmoniert. Leider ist aufgrund der Demoqualität die Vorstellung, die ich versuche euch hier zu vermitteln, deutlich schöner als die Umsetzung. Man hört kaum die Gitarren, Lyrics beim ersten Durchgang schon gar nicht, das Schlagzeug klingt sehr dumpf und die Orgeln klingen auch sehr eigenartig.

Das nächste Stück ist "Eispalast". Die Synthieklänge sind höher als auf dem darauffolgenden "Zerfall"-Debüt, alles Andere bleibt fast beim Alten. Ein langsames Stück, das in der Mitte ein wenig verspielt klingt, Roth kreischt, und growlt nicht, und ich bin wieder fasziniert davon, was für Perlen man auf manch einer Demo findet.

"Zeitenwende" ist ein anfangs harmonisches Stück, das dann von melodischen Gitarren zu tiefen Riffs und eben der typischen Black Death Masche verkommt. Ein eher simpleres Stück, das einen doch in den Bann zieht. Schade nur, dass das Lied nicht in einer besseren Qualität wiederveröffentlicht wurde.

"Herzblut" ist eine Mischung aus Melodik und Mid-Tempo Black Metal. Man hört durchgehend ein Klavier und das vermischt mit Roths Gekreeische und sägenden Gitarren. Das Stück strahlt, wie jedes andere Lied auf der Demo, etwas einzigartiges aus.

Bei dem Titel "Nichts währet ewiglich" bin ich wieder frustriert, dass ich den Text nicht verstehe, da mich die Passage "nichts währet ewiglich nur die Natur bleibt bestehen!" doch sehr neugierig gemacht hat.

"Ode an den Niedergang" hat einen thrashigen Riff, dazu Screams, insgesamt ein simples Aufgebautes, aber wie das Erste ein sehr wuchtiges Stück.

Und dann kommt mein persönliches Highlight des Albums, "Zu Ehren meiner dunklen Königin". Ein majestätisches Orgelintro, das im Vergleich zu "Blut ist Leben" deutlich besser aufgenommen klingt und auch die Bassspur ist zu hören (und wie!). Ein geniales Stück, das genauso gut, hätte wiederveröffentlicht werden sollen.

Und dann haben wir noch "ich bin das Tor". Das Lied ist auf "Leichenlager" wiederveröffentlicht worden und klingt im Vergleich zum Re-Release doch eher unprofessionell. Man hat das Gefühl, dass sich Passagen immer wiederholen und das Stück irgendwie nicht enden will, bis man dann doch mit einem "Ausklang" wieder rausgeschmissen wird.

Ich denke mal es ist Geschmackssache, doch ich habe noch nie so eine gute Demo gehört. Eisregen haben von Anfang an eine Menge Ideen gehabt und wussten, wie sie diese umzusetzen hatten. Allein diese Demo übertrifft so gut wie alles nach Blutbahnen. Die miserable Qualität drückt die Punktzahl leider runter, sonst hätte es die volle Punktzahl gegeben. Wenn mich die Stücke jetzt schon fasziniert haben, dann will ich zu gerne wissen, wie sie mit einer klareren Aufnahme sich angehört hätten. Das Meiste wurde ja wieder veröffentlich, unter Anderem auf dem Debüt "Zerfall", doch einige Fehlen auch, insbesondere mein Lieblingslied, was ich schade finde.

Eine Bitte hätte ich an dieser Stelle an Eisregen: veröffentlicht dieses Wunderwerk doch als Full-Length wieder. Zwar habt ihr auf dem Re-Release der Zerfall-CD diese Demo erneut mitveröffentlicht, jedoch nichts an ihr verändert, sodass die Lieder noch immer sehr trüb klingen. Ändert meinetwegen den Namen, wenn ihr wieder auf eine Alliteration aus seid, doch tut es. Damit würdet ihr denke ich mal vielen Fans der vergangenen Tage eine große Freude machen.

Punkte: 8.5 / 10


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