The Aurora Veil (2007) - ein Review von st3vie

Ne Obliviscaris: Aurora Veil, The - Cover
1
Review
2
Ratings
9.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


st3vie Avatar
08.11.2011 23:05

Australien hat viel zu bieten, fantastische Landschaften, fremde Kulturen und einzigartige Tiere. Auch musikalisch lassen sich die “Aussies” nicht lumpen, sei es der pechschwarze Black Metal von Abyssic Hate oder der schon seit 30 Jahren fabrizierte Rock ‘n’ Roll der Altherrenmannschaft AC/DC, Innovationen sind jedoch oft Fehlanzeige. Was die 6-köpfige Band Ne Obliviscaris jedoch im Jahr 2007 mit ihrer Demo The Aurora Veil fertig gebracht hat verdient höchsten Respekt und Anerkennung!

Ne Obliviscaris spielen eine Art progressiven Metal mit starkem Black/Death Einfluss. Es gibt ausschweifende Akkustikpassagen, donnernde Doublebass Attacken, ein jazziges Bass-Spiel, wilde Rasereien oder wunderbar melodische Gitarren-Harmonien. Besonders zu erwähnen ist die Violine, gespielt von Tim Charles, die im Soundgewand von Ne Obliviscaris oft eine Art “Lead”-Funktion übernimmt. Eben dieser Tim Charles sorgt auch mit seinen cleanen Vocals zu einem guten Kontrast zum übrigen Kreischgesang von Xenoyr.

Die drei Songs Tapestry Of The Starless Abstract, Forget Not & As Icicles Fall erstrecken sich über 33 Minuten. Man hat es also mit ziemlichen Mammutsongs zu tun welche sich dem Hörer nicht auf Anhieb erschließen und anfangs aufgrund ihrer Vielschichtigkeit doch recht überladen wirken. Die Produktion ist glücklicherweise sehr gut ausgefallen, denn bei dieser vielschichtigen Musik hätte eine schlechte Produktion tödlich sein können.

Tapestry Of The Starless Abstract legt sofort rasant los, schnelles Riffing und hämmerndes Schlagzeug-Spiel leiten den Song ein. Nach einer kurzen Bridge setzt die Doublebass ein. Die beiden Gesangsstile harmonieren perfekt miteinander und haben eine leichte “Beauty And The Beast” Ästhetik. Der Song geht mit dem einsetzen der Violine in einen ruhigeren Akustikpart über. Eine atmosphärisch Akustikgitarre wird nur von Tim Charles Violine begleitet, verträumt schön. Im restlichen Teil des Songs gehts dann wieder härter zur Sache. Die Violine fügt sich nahtlos in den rasanten Sound ein und treibt den Song weiter voran, der nach einem schönen Gesangspart von Tim Charles sehr locker ausklingt.

Sanft und zerbrechlich beginnt Forget Not. Die Jungs schaffen ein dichtes Klangbild aus zarter Akustik, warmem Bass-Spiel, treibendem Schlagzeug und einer trauernden Violine. Knapp 5 Minuten wird hier ein famoser Instrumentalpart dargeboten. Mit dem Einsetzen der E-Gitarren nimmt der Song an Fahrt auf. Dieser Song ist ein ständiges auf und ab, in einer Art “Refrain” gibt es wunderbar gefühlvolle clean Vocals zu hören die von Xenoyr’s Growls unterstützt werden. Ein E-Gitarrensolo leitet nochmal einen rasanten Knüppelpart ein und der Song entläd sich zum Ende nochmal in einem sehr dynamischen Höhepunkt! Wahnsinn!

Elegische Gitarrenläufe starten den letzten Song As Icicles Fall. Dynamisches Schlagzeug-Spiel und Tim Charles Gesang stoßen hinzu. Nach knapp 1:30 Minuten bricht der Song wütend los, geht bis zum Ende straight nach Vorne. Violine und Lead-Gitarre treiben den Song, Blastbeat-Parts regen zum Headbangen an. Das E-Gitarren-Solo und der dramatische Violinenpart gegen zum Ende des Songs sind einfach unglaublich intensiv und lassen einem kaum noch Luft zum atmen bis der Song letztendlich zu Ruhe kommt.

Fazit: Diese Demo ist unglaublich und steckt viele hoch gepriesene Studioalben locker in die Tasche! Die Intensität der Musik von Ne Obliviscaris ist bemerkenswert, auch hab ich selten einen Silberling gehört der so aus einem Guss kommt. Wenn die Jungs ihre Virtuosität, ihren Spielwitz und die Unbeschwertheit auf ihr, hoffentlich bald erscheinendes, Debüt-Album(2009) übertragen können, dann bin ich mir sicher, das Ne Obliviscaris der ganz große Wurf gelingt! Gegönnt sei es dieser fantatischen Band. 9/10 Punkten, ich muss mir ja Steigerungsmöglichkeiten für das kommende Album bereithalten. ;-)

(Das Review habe ich damals für www.schwarze-news.de verfasst)

Punkte: 9 / 10


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