The Antichrist (2001) - ein Review von Monolith

Destruction: Antichrist, The - Cover
1
Review
15
Ratings
8.80
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Thrash Metal
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Monolith Avatar
23.09.2015 23:42

Als Kind der 90er-Generation kennt man vielleicht noch die Ansage einer wütenden Mutter: "Pass auf, oder ich schmier' dir Eine!". Da wusste man, dass man gerade die letzte Warnung erhalten hat, seinem Treiben ein Ende zu setzen, wenn man gerade besonders ungezogen ist, oder man Pech hatte eine äußerst ungeduldige Mutter zu haben - was ich zum Glück nicht hatte - die sich nicht zweimal wiederholen wollte, und Kindchen ihr gefälligst zuhören wollte. Die meisten Kinder dieser Generation waren entweder artig, oder sind durch diese "Maßnahmen" mittlerweile von der großen Hand, die einen Abdruck hinterlässt, abgehärtet.

Wer allerdings nach der Jahrtausendwende (wieder) auf die Band Destruction aufmerksam wurde, die von dem Dreigestirn des deutschen Thrashs, wohl so ziemlich den heftigsten Winter erlitten hatte, oder die Mutti einen vergleichsweise heftigen Geschmack hatte, der wusste, dass eine geschmiert zu bekommen deutlich heftiger ausfallen konnte, als ein kurzer Wisch an die Wange, der nach ein paar Minuten nicht mehr zu spüren ist. Denn Schmier von Destruction hat ohrenscheinlich wieder das Ruder übernommen und macht seinem Namen alle Ehre: er schmiert einem demnach 42 Minuten lang im Highspeed die Ohren wund, und so sollte man als Kind aufpassen, welche Musik die Eltern bevorzugen, nicht dass man mit 5 Jahren extra laut in seinem Zimmer "the Antichrist" hören muss, denn das könnte für manch einen doch zu viel des Guten sein.

Anders als Kreator und Sodom sind Destruction schon ein Jahr zuvor mit "All Hell breaks Loose" wieder zurück im Thrash-Geschäft gewesen. Hier legte das Trio allerdings wieder einen drauf. Nicht nur wird man von einer besonders wütenden Band buchstäblich weggepustet, auch geschieht das mit einer produktionstechnischen Perfektion, dass einem die Worte fehlen - Peter Tägtgren lässt grüßen! Bass und Gitarren knallen genauso aus den Boxen, wie die Drums, bei der vor allem die Snare mehr als deutlich zu hören ist. Was Anfangs klingt, als ob Destruction einfach nur ziellos vor sich hinprügeln, nimmt nach kurzer Zeit sehr professionelle und durchdachte Züge an. Thrash Metal, der mit dem in den 90ern dominierten Groove Metal Hand in Hand geht und so für ein Inferno sorgt, dass sowohl Old School Fans, als auch neueren Metalgenossen gefallen dürfte. Unglaublich!

Allerdings ist "The Antichrist", trotz bzw. wegen der Überproduktion nicht ganz so großartig, wie die im selben Jahr veröffentlichten Alben der Kollegen von Destruction, nämlich Kreators "Violent Revolution" und Sodoms "M-16". Man findet hier mit "Thrash till Death", "Nailed to the Cross", "Bullet from Hell" und "The Heretic" zwar schon Tracks, die früh zünden und die ich sogar als Hits bezeichnen würde, allerdings haben Destruction trotz des akkustischen Anschlags, den sie hier auf uns verüben, nicht so viel Abwechslungsreichtum und Lebhaftigkeit, wie die Alben ihrer MItstreiter. Dennoch, Spaß macht das Album allemal.

Punkte: 8.5 / 10


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Tracklist:

  1. Intro
  2. The Final Curtain
  3. Machinery Of Lies
  4. Tears Of Blood
  5. Devastation Of Your Soul
  6. The Butcher Strikes Back
  7. World Domination Of Pain
  8. Extreme Measures
  9. All Hell Breaks Loose
  10. Total Deseaster
  11. Visual Prostitution
  12. Kingdom Of Damnation
  13. Mad Butcher
  14. Total Desaster
  15. Antichrist
  16. Frontbeast
  17. Satans Vengeance
  18. Tormentor
  19. Days Of Confusion
  20. Trash 'Til Death
  21. Nailed To The Cross
  22. Dictators Of Cruelty
  23. Bullets From Hell
  24. Strangulated Pride
  25. Meet Your Destiny
  26. Creations Of The Underworld
  27. Godfather Of Slander
  28. Let Your Mind Rot
  29. The Heretic
  30. Curse The Gods
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