888 Metal / Acompañame A La Tumba (2005) - ein Review von bloodfreak

Reencarnación: 888 Metal / Acompañame A La Tumba - Cover
1
Review
2
Ratings
2.25
∅-Bewertung
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal Thrash Metal, Black Metal


bloodfreak Avatar
10.12.2012 21:21

Wenn es einen Aufkleber gäbe, mit folgender Aufschrift:
"Diese LP schafft es ganze Landstriche zu entvölkern", dann würde er perfekt auf die Reencarnación LP passen. Wie umschreibt man den Stil der Kolumbianer am besten?
"Sodom - In The Sign Of Evil", "Sepultura - Morbid Visions" und "Sarcofago - I.N.R.I." dröhnen alle quer durcheinander aus den Boxen...damit nicht genug, nimmt Nachbars schwer erziehbarer Sohn seine erste Violin-Übungsstunde in voller Lautstärke und im Keller übt eine "Oi-Punk Band" - fertig ist der Cocktail aus dem die Albträume gemacht sind. Mein Hund fängt jedesmal zu jaulen an und meine Katzen suchen panisch das Weite, sobald sie das Plattencover der Reencarnación-LP sehen (ohne Spaß, eine Katze hat sogar schonmal reingebissen!!)

In den USA verwendet die Regierung für Kampfübungen im Luftraum gerne Slayer als Soundtrack, um die Soldaten "scharf" zu machen. Wenn sie statt dessen Reencarnación einlegen würden, könnte man in den Nachrichten verfolgen, wie sich die Kampf-Jets alle gegenseitig abgeschossen und das 10 Meilen entfernte nächste Dorf dem Erboden gleich gemacht hätten.
Ein Kumpel hat bei mir mal kurz in das Album reingehört und es als "derbster Guatemala-Folter-Metal" bezeichnet. Da das Album so dermaßen schief klingt, könnte ich mir sehr gut vorstellen, wie es Geständnisse hageln würde, sobald mit "Reencarnación" in südamerikanischen Folterkellern gedroht wird.

Man muss die Band einfach mal gehört haben, um das Review hier zu begreifen - mir glaubt hier bestimmt keiner! Wer bei Venom's Schlagzeugspiel schon gemeint hat, das höre sich an, als ob der gute Abaddon gerade die Treppe samt Drumkit runterfallen würde, sollte mal die Kolumbianer anhören. Hier spielen komplett alle aneinander vorbei und wenn man gerade denkt es kann nicht noch gräßlicher werden, kommt urplötzlich die völlig schräge Violine zum Einsatz und lässt ernsthafte Zweifel aufkommen, ob das gerade konsumierte Bierchen nicht doch schon weit fern ab des Mindesthaltbarkeitsdatums war.

Ich hab die Band immer wieder probiert und wollte ihnen nochmal eine Chance geben. Hab gedacht, dass es sich vielleicht um einen "Geniestreich" handle, den ich einfach nicht kapiere...nach über 5 Jahren in meiner Sammlung kann ich das Kapitel abschließen und sagen, dass es sich bei der kolumbianischen Chaotentruppe definitiv um Dilettanten handelt, die absolut die falschen Drogen konsumiert haben (oder es sind vielleicht doch geheime Folterknechte mit Musikhochschuldiplom im Auftrag der kolumbianischen Regierung?)

Kultig sind sie auf alle Fälle, irgendwie auch total witzig und unterhaltsam, aber ernsthaft anhören kann ich mir den schrägen Lärm definitiv nicht lange. Nach drei Songs hab ich spätestens genug...daher von mir 4 kultige Punkte mit einem Augenzwinkern für die Erfindung des "Torture-Noise Metals" zur Bekämpfung unliebsamer Gäste zuhause.

Punkte: 4 / 10


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