Evil In The Night (2006) - ein Review von Monolith

Merciless Death: Evil In The Night - Cover
1
Review
7
Ratings
7.79
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Speed Metal, Thrash Metal


Monolith Avatar
13.09.2015 13:18

Das Debütalbum von Merciless Death ist ein kognitives Labyrinth. Ersteinmal schaut man sich das Cover an. Da kommen einem bei dem Comiccover diverse Thrashbands in den Sinn, unter Anderem Xentrix, Evil Dead und Exodus, insbesondere aber die Cover der ersten drei Alben von Death in den Sinn. Das Logo scheint auch eher im Stile von Municipal Waste, Toxic Holocaust und Nuclear Assault gezeichnet zu sein. Death Thrash also?

Nein, Merciless Death spielen geradlinigen und wüsten Thrash Metal. Andy Torres, der sich, wie Onkel Tom bei Sodom. um Mikro und Bass kümmert, überzeugt mit einer herben, wenn auch leicht amateurhaft klingenden Stimme. Dazu kommen typische Thrashriffs von Dan Holder, sowie Solos, die in ihrer Art wohl Slayer imitieren sollen. Der Drummer ist leider sehr monoton, meistens haut er nur abwechselnd auf Bass- und Snare-Drum, spielt also nur langsame Blastbeats. Zur Abwechslung nimmt er statt der Snare auch mal eine Hi-Hat.

Während man noch bei "Slaughter Lord" ziemlich von den Socken gefegt wird, ist das darauffolgende "Deadly Assault" schon ernüchternder, denn die Stagnation scheint da sehr früh eingetreten zu sein. Peinlich wird es dann meinen Ohren nach, wenn ab "Exumer" plötzlich Slayer nachgemacht wird. Im "Reign in Blood"-Stil gibt es plötzlich mehrere Passagen, in denen Andy Torres einen Araya-ähnlichen Schrei loslässt, auf den dann ein Solo folgt, natürlich wieder im Stile von King/Hanneman. Gegen Ende hab ich eher das Gefühl ein "Reign in Blood"-Coveralbum zu hören, als ein Album einer anderen Band. Das klingt jetzt löblicher, als ich es meine.

Ok, Slayer werden auch älter, und mit Hannemans Verlust werden sie an alte Glanztaten nicht mehr rankommen, trotz Gary Holt. Allerdings sollte man doch ein bisschen kreativ sein, wenn es darum geht, Bands zu ehren, und seinen Stil nach ihnen zu richten. Ahnlich wie mit Airbourne und AC/DC, so haben Merciless Death einfach mal ein Album kopiert und präsentieren das auch noch als Debüt. Mit der Laufzeit von 25 Minuten bei haben wir auch hier eine weitere Ähnlichkeit vorzuweisen, das legendäre Thrashalbum war ähnlich kurz.

Wer von "Reign in Blood" nicht genug bekommen kann, der wird dieses Album wohl auch sehr mögen. Wer aber etwas Neues will, wird sich nach dem ersten Track langweilen. Die 6,5 Punkte dienen hier als Kopromiss.

Punkte: 6.5 / 10


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