Inner Spirit Last Beat In Sight (2011) - ein Review von walzenstein

Inner Spirit: Last Beat In Sight - Cover
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8.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Thrash Metal


walzenstein
05.04.2018 11:16

Das kann man doch mal als wirkliches Problem bezeichnen, wenn eine Band quasi vor den CD aufnahmen fast auseinandergeht und im Grunde genommen, nur noch aus einem Mann besteht. Dieser Mann heißt in diesem Falle Danilo und ist Frontmann der Rostocker INNER SPIRIT. Doch Danilo ist ein harter Hund, der nicht so schnell aufgibt. So scharrte er mit Ole, Paul und Josef, drei Musiker um sich und begann zu proben. Das lief wie geschmiert und es konnte zu den Aufnahmen von „Last Beat In Sight“ gehen.

Und, dass sich die vier Jungs verstehen, hört man dem Album vollkommen an. Dass INNER SPIRIT mehr als einmal von Max Cavalera gehört haben, kommt auf der Scheibe zwar absolut durch und der oberflächliche Hörer mag von einer SPULTURA/SOULFLY-Kopie sprechen, aber letzteres wäre viel zu simpel, um die Musik des Quartetts zu beschreiben.
Die Jungs haben mehr drauf, als einfach nur zu kopieren. Zum Beispiel ist das Riffing viel kraftvoller, als bei ihren brasilianischen Vorbildern, der Sound dreckiger und somit viel mehr Underground. Hinzu kommt die geile Mischung aus Tribal-Metal und rotzigem Hardcore und Punk. Ja, die Hardcoreattitüde kommt bei INNER SPIRIT sehr deutlich zum Vorschein. So teilen sich Danilo mit seiner tieferen und an Growls angrenzenden Stimme und Paul mit seinen punkigen Vocals den Gesang, und besonders im Chorus streifen sie dann meist die Hardcore-Zone, was der Musik wirklich gut tut!

Während Songs, wie „New Tribe“, „War“ oder „Victims“ deutlich in rauere Gefilde der brasilianischen Vorbilder eintauchen, klingen z.B. „We Are Back“, „I Trust No One“ oder „Justice“ wie eine punkigere Variante dieser Spielart mit ordentlich Groove. Der Hardcore kommt z.B. bei „No Respect“ so richtig durch. Wobei ich sagen muss, dass ich gerade diesen Track am schwächsten finde, da er im Refrain mir zu klischeehaft und gewöhnlich ist. Aber sonst müssen sich die Jungs nichts nachsagen lassen.

„Last Beat In Sight“ ist also ein Album, das sich zwar an Cavalera und Co. orientiert, diese aber zu keinem Zeitpunkt kopiert. Die Produktion ist schön rau und macht die Musik von INNER SPIRIT richtig authentisch. Bleibt zu hoffen, dass das Line Up diesmal hält und dann kann man gespannt sein, was die Band in Zukunft so bringt. Das Album ist auf jeden Fall kraftvoll und ideenreich. Mit knapp 36 Minuten zwar etwas kurz, aber dafür intensiv.

Punkte: 8 / 10