La Division Mentale L'eXtase Des Fous (2007) - ein Review von walzenstein

Division Mentale, La: L'eXtase Des Fous - Cover
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8.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Black Metal, Industrial Metal


walzenstein
05.04.2018 12:14

Dieser Stil hat’s mir angetan. Ich weiß nicht warum. Oder doch? Ich mag kranken Scheiß! Und so fängt „L’eXtase Des Four“ auch an. Morbide Synthie-Klänge, Donner, Monotonie. Angst erfüllt den Raum. Und dann ein gellender Schrei, die Gitarren sägen nicht unmelodisch, aber genretypisch. Ja, Mriik und Cypher haben hier was Feines zusammengeschustert, das Fans von DHG, LENGSEL, WUMPSCUT oder sogar RED HARVEST erfreuen könnte.

Wie Albumtitel und Bandname schon vermuten lassen, kommt das Duo samt Gastmusikern aus Frankreich, die ja eh grad in Sachen Metal, Elektro und Industrial auf dem Höhenflug sind. LA DIVISION MENTALE hingegen kannte ich bis dato gar nicht. Nun, 1998 brachten sie ein Demo raus, aber erst knapp 10 Jahre später, dieses kranke Teil. Schon das Cover besticht durch Sickness, wo ein Mensch (Kind oder Frau?) sehr morbide zur Schau gestellt wird.

Ruhige, verwirrende Elektro-Parts mit einigen Samples wechseln sich mit rasendem Schwarzmetall ab ohne ins Chaos zu entgleiten. Im Gegenteil; die zehn Tracks sind sehr durchdacht und verschaffen dem Hörer eine bedrohliche Atmosphäre, die gar süchtig macht. „Satan Inside“ beginnt mit Riffing und Leads, die schon recht oldschool rüberkommen und der Bass wummert, dass die Wände wackeln. Und dann geht’s in frostige Gefilde, denn Blasts und sägende Gitarren, wie man sie von nordischen Black Metal-Veteranen kennt, kommen hier zum Einsatz. Nun, dass hier ein Drumcomputer zum Einsatz kommt, kann man bei dem Duo von vornherein vermuten und ist auch nicht so schlimm, denn dieser passt zum elektronisiertem Black/Industrial der Franzosen. „En Mon Ârme Et Conscience“ grenzt schon fast an Noise von Bands wie ESPLENDOR GEOMETRICO oder PLINEAL GLAND ZIRBELDRÜSE. Verworrene Stimmen im Hintergrund und elektronische Geräusche bestimmen diesen Track, bevor „Discipline“ mit primitiven, leicht disharmonischen Gitarrenläufen und morbidem Gekrächze im Background beginnt. Aber dann entpuppt sich der Song zu einem weiteren Black Metal-Kaliber mit industriellen Elementen, der sämtliche Tempi beinhaltet. Mein Highlight ist hier allerdings „… Le Tout Indivisible“. Frauenstimmen und eine Keybord-Melodie, die eine morbide Stimmung schafft, wie ich selten gehört habe und dann wird dieser Track zu einem bizarren Trip in die Welt von LA DIVISION MENTALE.

Ja, ich gebe zu, bevor man sich ein Urteil über „L’eXTase Des Fous“ erlaubt, sollte man sich diese Scheibe öfter anhören, aber es lohnt sich allemal.

Punkte: 8.5 / 10