Asa (2013) - ein Review von nattestid

Falkenbach: Asa - Cover
1
Review
14
Ratings
9.29
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal, Pagan/Viking Metal


29.12.2013 22:32

Tiurida hat sehr lange gebraucht bei mir und es hat so das "gewisse Etwas" gefehlt. Nachdem die neue Scheibe so früh angesetzt wurde, habe ich schon fast den Glauben an Falkenbach verloren. So eine kurze Wartezeit ist man ja gar nicht gewohnt. Aber dann haut der Typ sowas raus! Ich kann mich leider immer noch nicht ganz von dem Gedanken verabschieden, dass Falkenbach kein 1-Mann-Projekt mehr, sondern eine Band ist. Naja, ich mache Vratyas Vakyas trotzdem dafür verantwortlich!

Die Songs sind sehr unterschiedlich, eigentlich abwechselnd ein etwas ruhigeres Lied und darauf dann etwas eher in Richtung Black Metal (wobei Falkenbach sich naturgemäß nicht in Schubladen einteilen lässt). Langweilig wird dieses Album auf keinen Fall. Bisher gefiel mir der cleane Gesang immer sehr gut, dass das ganze nun auf einem plattdeutschen Dialekt gesungen ist, macht es nochmal deutlich besser. Der Gesang hat sich auch deutlich weiterentwickelt.

Jetzt gefallen mir aber auch die härteren Parts so gut, dass ich diese unbedingt hervorheben muss. Insbesondere die Riffs sind melodischer geworden und fügen sich einfach besser ins Gesamtbild einer Pagan Metal-Band ein (was ja viele Genres umfassen kann). Die Riffs erinnern mich teilweise an Windir, was ein großes Kompliment ist.

Die Keyboards wirken nicht mehr deplaziert (das war doch öfter mal der Fall, bzw. hörten sich die Folk-Instrumente sehr nach Keyboard an), sondern fügen sich wunderbar ein. Gefällt mir sehr gut.

Bis auf einige Ausnahmen zuvor wie læknishendr werden hier vermehrt Blastbeats eingesetzt. Passt sehr gut!

Ich möchte auch hervorheben, dass öfter akkustische Gitarre mit verzerrter Gitarre spielt. Ich steh da drauf und das hört sich total geil an

Auf die Sprache bin ich ja schon zu sprechen gekommen. Ich finde es irgendwie doof, dass jede Band auf Englisch singen muss. Das hat mich auch an Falkenbach gestört, besonders weil ich auch die Bezüge auf die altnordische Literatur toll fand, aber es gab sie viel zu selten. Immerhin gab es dann auch einige altnordische Texte. Der Weg hin zum Englischen hat Falkenbach für mich ein bisschen langweiliger gemacht, insbesondere da ich die Aussprache nun nicht so super fand (Hávámal beispielsweise, hier hätte man ja das Lied auf Originalsprache zitieren können...). Das ganze ist natürlich irgendwie Ansichtssache, vielleicht traue ich dem Herrn Vratyas Vakyas auch zu viel zu. Ich weiß nur, dass er wohl auf Island aufgewachsen ist - deshalb habe ich erwartet, dass da mehr hätte kommen müssen. Aber das hat ja nun nichts mit dem Album zu tun, da dieses eigentlich nicht mehr in diese nordische Thematik einzuordnen ist.
Also, dieser neue Dialekt macht das ganze wirklich unglaublich authentisch und es gefällt mir einfach sehr gut.

Das einzige, was ich bemängeln kann, ist die Liedlänge. Gerade bei dieser Art von Musik genieße ich vor allem die Lieder, die auch mal bis 10 Minuten oder darüber hinaus gehen. Einige Lieder hätte man hier schon länger machen können. Dafür gibt es aber auch recht viele Lieder (9 bzw. 13 in der Limited Edition), was das ganze sehr abwechslungsreich macht.

Die Limited Edition hat sich wirklich gelohnt. Bis auf "Return to Ultima Thule", was eine neue Version eines alten Liedes darstellt (wie schon Asaland auf Tiurida), sind es 3 vollständige Lieder. Das Buch ist unglaublich schön aufgemacht und es finden sich darin Übersetzungen, da die Texte leider nicht zu verstehen sind. Plattdeutsch ist halt schon sehr nah am Skandinavischen. Hat sich auf jeden Fall gelohnt, allein schon, weil es sich gut im Regal macht.

Punkte: 9.5 / 10


Falkenbach: Asa (Digipak)

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Tracklist:

  1. Vaer Stjernar Vaerdan
  2. Wulfarweijd
  3. Mijn laezt Wourd
  4. Bronzen Embrace
  5. Eweroun
  6. I Nattens Stilta
  7. Bluot fuer Bluot
  8. Stikke Wound
  9. Ufirstanan Folk

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