Schuld (2012) - ein Review von Gory

Molllust: Schuld - Cover
2
Reviews
2
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Gothic Metal, Progressive Metal, Melodic Metal, Symphonic Metal


23.10.2012 19:34

Dies ist das Debut Album der Opera-Metal Band molllust aus Leipzig.

Erst einmal zum Äußeren:
Molllust haben sich bei ihrer ersten CD für ein Digipack entschieden.
Das Cover ist angemessen und wirkt sehr schlüssig zusammen mit dem Inhalt.
Leider wirkt es etwas günstig produziert, was allerdings voll und ganz mit
dem Booklet wett gemacht wird. Dieses zeigt Bilder der Bandmitglieder und wirkt insgesamt
sehr professionell. Es enthält alle Texte, welche wirklich künstlerisch gestaltet sind,
so dass diese einen schon eine Vorstellung des Inhaltes erahnen lassen.

Nun zum Inhalt:
Vorweg, ich selbst bin begeisterter Metalhörer und versuche dieses epische
Werk bestmöglich aus meiner perspektive zu beurteilen.
Was auf dieser etwa 50 Minuten langen Scheibe geboten wird
ist eine Mischung aus Klassik (Richtung Romantik) und
Metal (Progressive, Symphonic Metal), welche selbst von
dieser Band als "Opera Metal" bezeichnet wird.

Die Overtüre bietet einen guten Einstieg zum Werk und gibt
einen ersten Vorgeschmack von dem was ich noch auf der
ganzen CD entfalten wird. Danach gehts schon los
mit dem ersten Track "Sternennacht", welcher seicht vor sich
herschauckelt und fast schon irgendwie verträumt wirkt.
Hier bekommt man einen ersten Eindruck vom Gesang,
welcher für den Durchschnitts-Metaller etwas Gewöhnungszeit
benötigt, welche jedoch spätestens mit Ende des Liedes
beendet sein sollte.
Der folgende Track "Alptraum" bietet mit einem fröhlich lockeren
Keyboardintro eine passende Überleitung und mündet flüssig
in harte Metalgitarren,welches sich dann teilweise
sogar mit Blastbeats paaren und einen (abgesehen vom Gesang)
auch etwas an hochgelobte Black Metal Truppen erinnern.
Daraufhin wechseln sich harte Metalparts und ruhigere, fast schon "doomige" Passagen ab.
Immerweiter spielt sich danach das Album hin zu "Puppentanz",
welches ich auch sehr loben muss.
Das Intro lässt den einen oder anderen Metaller Anekdoten an eine gewisse
Thrash Gruppe raushören. Später im Song singen
Frauen und Männerstimme den Chorus gemeinsam,
welcher sehr eingängig ist und schnell zum Ohrwurm wird.
Insgesamt hat man das Gefühl jeden Schritt des "Puppentanzes"
mitzuverfolgen.
Gleich darauf folgt mein persönlicher Favorit:
"Tanz des Feuers". Dieses Stück ist zugleich meiner Meinung
nach das Dusterste des gesamten Albums.
Hier wird zur Abwechslung auch auf markante Dissonanzen gesetzt,
was bevor das Ende naht eine große Erfrischung bietet.
Auch hier hat die Männerstimme wieder einen Einsatz.
Der Text passt perfekt zur Musik und bildet eine geschlossene Einheit.
Vor allem die Violine steht hier auch im Vordergrund im Chorus.
Nun schreitet das Album weiter vorran bis hin zum letzten Track
"Kartenhaus", welcher nochmal die Stärke des Albums aufzeigt:
metallische Gitarren mit starken Akzenten, eine begleitende Melodie
und eine führende Stimme.

Zusammenfassend kann man sagen, dass molllust ein sehr gutes Debut
mit diesem Digipack gelungen ist. Es ist durchweg mehr als angemessen
produziert und ist sehr gelungen komponiert. Ich persönlich hätte
mir lediglich mehr Abwechslung in den Texten gewünscht.
Wenn man ein Mindestmaß an Offenheit für neue Einflüsse im Metal
hat und Klassik gegenüber aufgeschlossen ist, dann ist dieses Album
auf jeden Fall kein Fehlgriff. Auch der eine oder andere
True-Metaller kann hier noch etwas lernen.

Punkte: 8 / 10


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