Obscure Infinity Putrefying Illusions (2012) - ein Review von walzenstein

Obscure Infinity: Putrefying Illusions - Cover
1
Review
1
Rating
9.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Death Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 07:04

Mit neuem Gitarristen und Drummer präsentieren OBSCURE INFINITY ihr zweites Album "Putrefying Illusions". Für eine Band, die sich erst vor fünf Jahren gegründet hat, ist das schon eine Hausnummer, zwei Alben, eine EP und eine Split bisher veröffentlicht zu haben. Fällt bei einigen Combos meist gar nicht auf, aber bei den Jungs aus dem Westerwald ist das anders, denn jede Veröffentlichung ist wirklich gut. Kein Wunder, dass Ricö von F.D.A. Rekotz, die Band unter seine Fittiche genommen hat. Und wer seine Releases kennt, weiß, dass er ein Garant für Qualität ist.

OBSCURE INFINITY ist für mich so eine Band geworden, bei der ich immer gespannt bin, wie sie sich entwickelt. Und bisher enttäuschte sie mich nicht. Von Album zu Album ist eine deutliche Steigerung zu vernehmen. Wer hätte das gedacht, dass bei Old-School-Death Metal so etwas möglich ist.
Und auch das neue Album "Putrefying Illusions" ist eine Weiterentwicklung. OBSCURE INFINITYs Death Metal klingt irgendwie noch räudiger und älter (in diesem Fall ist das positiv gemeint). Jules' Vocals sind variabler denn je auch die Musik ist noch abwechslungsreicher geworden. Die Death Metal-Walze bietet einfach alles. Blasts, Midtempo und gar doomige Parts, ohne, dass es zusammengewürfelt klingt. Nein, hier wird einwandfrei arrangiert und wenn Stefan mit seinen Leads loslegt, dann bleibt einem manchmal die Spucke weg. Selten hab ich z.B. so ein feines Solo, wie bei "Crypts Of Damnation" gehört. Diese Melodie sticht förmlich in den Kopf, um dort zu bleiben. Geil.
Die Songs wummern wie nichts gutes und es machen einfach Spaß. Klar, OBSCURE INFINITY spielen Old-School-Death Metal, aber während andere Bands sich auf schwedische oder amerikanische Wurzeln festlegen, liegen die Westerwälder in jeder Region. Mal etwas POSSESSED, mal etwas AUTOPSY, um dann schwedisches Todesmetall miteinzuflechten. Dabei verlieren die Jungs zu keinem Zeitpunkt ihre Eigenständigkeit und verirren sich nie in modernere Gefilde. Nein, die Jungs sind Ender der 80er/Anfang der 90er stehengeblieben und das ist auch gut so. Etwas anderes erwartet und erhofft auch niemand.

Im Grunde genommen ist alles gesagt. Ein geiles Album mit einer Steigerung zum Vorgänger "Dawn Of Winter", das treffend von Sverker Widgren (DEMONICAL, DIABOLICAL) produziert wurde und jedem Death Metal Fan der alten Schule galant in die Fresse haut.

Punkte: 9.5 / 10