Hunger For Life (2012) - ein Review von Conqueror

Dies Ater: Hunger For Life - Cover
1
Review
3
Ratings
9.00
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


12.08.2012 15:07

Eine neue DIES ATER Scheibe ist erschienen?? Mein letzter Stand war, dass die Band sich längst aufgelöst hatte. Um so besser, schließlich waren Alben wie "Through weird woods" und "Chanting evil" ein wichtiger Teil meiner Jugend, wobei mich das letzte Werk "Odium´s Spring" nachhaltig am meisten beeindruckt hat. Nun halte ich also, mit einer gewissen Erwartung, das brandneue Werk "Hunger for Life" in meinen Händen. Gleich zu Anfang kann man das Album mit einem Wort beschreiben: Wahnsinn! Entscheidend: Schon nach wenigen Takten erkennt man die Band. Sie besitzen ihren eigenen Sound, der Sie von anderen Bands stets unterschieden hat. Nach dem obligatorischen Intro geht es mit "Blutpfad" sofort in die Vollen. Ein astreines Gewitter, daß das gesamte Potential der Band präsentiert: Schnelles Gebretter mit tollen Harmonien, einem experimentellen Mittelpart samt klarem Gesang (erinnert mich sogar kurzzeitig an manch psychedelische Passagen von PINK FLOYD) und einem schleppendem Doom-Monster zum Ende des Liedes. Perfekt!!! Doch eine weitere Steigerung ist so gleich beim nächsten Song zu vernehmen: Der Song "Dies Ater" (ebenfalls in deutscher Sprache) scheint die neue Bandhymne zu werden, bis zur Hälfte wird das Lied durchgeknüppelt mit einem obergenialen Refrain. Für mich eines der besten DIES ATER Lieder überhaupt, der zweite Teil des Liedes ist reine Gänsehaut.
Dann der Titeltrack. Diesen konnte man sich schon kurz vor dem Release bei Youtube anhören/anschauen. Er geht ebenfalls unter die Haut und beginnt mit einem furchtbar klingenden Sample der Anneliese Michel. Einem Fall von Exorzismus von vor ca. 30 Jahren mitten in Deutschland. Im Booklet ist vermerkt, dass es sich um echte Mitschnitte handelt. Nichts für schwache Nerven! Der Song startet mit einer astreinen und typischen DIES ATER Melodie und sorgt bis zur letzten Sekunde für Eiseskälte. Die darauf folgenden Nummern "Banisher in times of light" (ein durchgehend langsamer Stampfer) und "Branded with a cross" können problemlos den Standard der ersten Songs halten. Letztgenannter Song beginnt sehr orchestral, wechselt dann aber unerwartet in brutalste Raserei von alter nordischer Gangart. Im Mittelteil wird man schon fast beschwörend! Ein unglaubliches Meer aus unheilvollen Chorgesangen und Orgeln beamen einen in eine andere Welt. Drüber spricht noch Charles Manson, der Song geht offensichtlich ums Morden.
"Edge to Oblivion" beginnt leise mit monotonenTrompeten und Pauken und mausert sich zu einem sehr experimentellen Stück, welches eher an Blood Axis oder Death in June erinnert. Schwer zu beschreiben, sorgt auf alle Fälle für den nötigen Kontrast. Solche Klänge hätte ich von einer BM Band wie DIES ATER nicht erwartet, dennoch besitzt dieses Stück viel unheilvolle Atmosphäre und kommt den vermuteten Vorbildern recht nahe. Für den Abgesang ist erneut die schreiende Anneliese Michel verpflichtet worden. Es folgt "Funeral March", doch woher kennt man nur die Melodie des Songs? Es handelt sich um eine kurze Vertonung von Henry Purcells "Funeral March for queen mary", auch bekannt aus Kubrik´s Streifen "Clockwort Orange". Nicht schlecht, könnte aber meiner Meinung nach noch länger sein. Als Rausschmeisser ertönt "Burn a Fire". Dieser Song geht nach kurzem Anlauf wieder gewohnt schnell und wahnsinnig atmosphärisch zur Sache. Der Refrain geisterte mir ganze 2 Tage durch die Hirnwindungen und dieses Stück zählt ebenfalls zu den ganz grossen Liedern diesen genialen Albums. Nach nicht gefühlten 47 Minuten ist der Spuck vorbei.

Abschließend kann man sagen, dass DIES ATER mit diesem Album alles richtig gemacht haben.Ich bin beeindruckt. Es kommt im zeitgemässen Soundgewand daher, wirkt aber weniger "modern" als vielleicht noch sein Vorgänger. Die Thrash Parts wurden hörbar zurückgeschraubt, um die Atmosphäre der "alten" DIES ATER wieder in den Vordergrund zu stellen. Ich würde es als als eine sehr gelungene Mischung aus Anfangstagen und dem 2007er Album "Odium´s Spring" beschreiben.Hervorzuheben ist auch der charakteristische Gesang von Nuntius Tristis, der mich nachwievor an das Gekeife der ersten ARCTURUS CD erinnern lässt. Hier ist Feeling, Atmosphäre und spielerisches Können so nahe beieinander, dass dieses Album jedem der Black Metal mag, gefallen MUSS. Pflichtkauf, keine Frage.

Punkte: 9.5 / 10


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