Dekadent Venera: Trial & Tribulation (2011) - ein Review von walzenstein

Dekadent: Venera: Trial & Tribulation - Cover
1
Review
3
Ratings
8.83
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal Black Metal


walzenstein Avatar
05.04.2018 09:20

Knapp drei Jahre ist es, als die Slowenen von DEKADENT mich mit “The Deliverance Of The Fall” beigeisterten. Nun, im Jahre 2011, haut das Quartett um Artur Felicijan den nächsten Hammer raus. Sicherlich haben die Jungs mit dem Vorgänger-Album die Messlatte sehr sehr hoch gelegt und ob es ihnen mit “Venera: Trial & Tribulation” gelingt, da wenigstens ansatzweise ranzukommen, hat mich von Anfang an interessiert.

Was schon klar war, ist, dass DEKADENT diesmal nicht mit einem Film in Form einer Bonus-DVD aufwarten werden. Und dennoch schaffen sie es, den Hörer von Anfang an in ihren Bann zu ziehen. Waren auf “The Deliverance Of The Fall” die ersten drei Tracks doch eher ein zusammenhängendes Vorspiel, treten die Slowenen auf ihrem aktuellen Album schon beim zweiten Song mächtig aufs Gaspedal. Und überhaupt ist “Venera: Trial & Tribulation” insgesamt ein Ende schneller geworden, ohne aber auch die DEKADENTschen Facetten zu verzichten. Die typischen, sehr melodischen Gitarrenleads ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album, ohne irgendwann in langweiliges Gegniedel überzugehen. Arturs Stimme passt sich der Musik einwandfrei an und ist nicht zu weit im Vordergrund, dafür aber trotzdem angenehm präsent und mit Ausflügen in den cleanen Bereich. Die ruhigen Passagen werden, im Gegensatz zum Vorgänger, häufiger von kraftvollen Blastattacken unterbrochen und dazu kommen immer wieder die wunderschönen Melodien zum Vorschein, die DEKADENT fast schon einzigartig machen.

Einen Song als Highlight herauszufischen, würde dem Album nicht gerecht werden. Aber “Beautiful Fire” ist ein Song, bei dem der Titel nicht hätte passender sein können. Brachial und doch wunderschön.

Die Produktion ist mal wieder erste Sahne und die Arrangements der einzelnen Songs sind top. DEKADENT ist eine Ausnahmeband, die leider noch zu wenig Aufmerksamkeit in der Black Metal-Szene bekommt, was aber auch an den fehlenden Auftritten außerhalb Sloweniens liegt, denke ich.
Das Album ist atmosphärisch dicht und macht die ganze Zeit Spaß und lädt sogar zum Träumen ein. Ein wunderschönes Album, das heftiger als der Vorgänger ist, aber nicht weniger schön. Toll!

Punkte: 9.5 / 10