Party.San Metal Open Air - Sound Of Hell 2009 (2010) - ein Review von walzenstein

Party.San Metal Open Air - Sound Of Hell 2009 - Cover
1
Review
1
Rating
7.50
∅-Bew.
Typ: Sampler
Genre(s): Metal Death Metal, Black Metal, Pagan/Viking Metal, Grindcore, Folk Metal, Melodic Death Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 11:06

DVDs von Festivals sind nun fast schon Gang und Gäbe. Und auch das Party.San Metal Open Air gibt sich die Ehre. Und das mittlerweile schon zum vierten Mal. Was einem bei dem Festival 2009 aber auffällt, ist die Tatsache, dass das Wetter diesmal mitgespielt hat. Hitze und Sonne pur, was einigen Fans zu schaffen machte.

Auf der ersten DVD befinden sich einige Konzertmitschnitte. Manche Bands doppelt und manche dann auch nur mit einem Song. Aber immer in Superqualität, wofür die Roax-Films-Crew zuständig ist.
Schön in Reihenfolge der Running Order wird hier fein gezeigt, welche Bands auftraten und wie gut sie drauf waren.
Den Anfang machen POST MORTEM, die auch öfters in Erscheinung treten, wenn der ‘Brutz & Brakel’ Stand porträtiert wird. AZARATH aus Polen folgen und man bekommt einen Highspeedpropeller in Form des Gitarristen zu sehen. So etwas Kaputtes hab ich selten gesehen. Mit PSYCROPTIC und MARDUK endet dann der Donnerstag.

Die lokale Band SUMMERS DYING beginnt am Freitag mit Corpsepaint und reichen den Staffelstab an GRABAK weiter, bei denen sofort der Basser ins Auge fällt, der ein sehr eigenwilliges Stageacting für Black Metal bietet. Cool! Dann wird es mit INHUME chaotischer: Grindcore mit Death Metal-Anleihen und zwei Shoutern ist angesagt. Den Holländern sieht man den Spaß, den sie bei dem Gig haben, so richtig an. Und wer nun zwei Mal hinschauen muss und sich denkt: “Den einen kenne ich doch irgendwo her!” … Richtig, Joost von CLITEATER brüllt auch bei INHUME. Mit SOLSTAFIR kommt nun eine für das PSOA ungewöhnliche Band. Mit Mehl beschmutzt, Flieger- und Sonnenbrillen auf der Nase, gibt Sänger Adalbjörn gibt hier seinen vollkommen schiefen Gesang zum Besten und der Rest der Isländer fügt sich optisch ein. Nun kommt so eine Band, bei der sich mir nicht wirklich erschließt, was an der so toll sein soll: DEN SAAKALDTE. Klar, ein André Kvebek oder Seidemann sind gute Musiker; aber was sie mit dieser Band wollen …, das weiß der Geier. Niklas Kvarforth gibt seinen unterirdischen Gesang preis, kotzt auf die Bühne und in seinen Bart und fasst sich laufend in seine Hose. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Vielleicht wird diese Band nun besser, wo Herr Kvarforth nicht mehr dabei ist.
Mit EVOCATION und SWALLOW THE SUN geht es dann langsam qualitativ wieder aufwärts und die folgenden HATE ETERNAL bilden dann ein richtig geiles Bild auf der Bühne. Leider ist der Sound etwas matschig bei den Amis. Mit zwei Songs von THYRFING endet dann der Freitag auf der DVD.

Die österreichischen Schwarzkittel von HELLSAW läuten den Samstag ein und BENEATH THE MASSACRE frickeln sich anschließend gekonnt um Kopf und Kragen. Endlich mal ein grunzender Shouter, dem man die Anstrengung ansieht. PAGANIZER haben dann auch mit dem Sound zu kämpfen und bei ROTTEN SOUND wackelt die Kamera wie Bolle, wenn sie das Drumming mitfilmt. Volle Granate, Renate!! SHINING mit Herrn Kvarforth folgt dann in einer Light-Version. Und mir kann man sagen, was man will. Im Gegensatz zu den anderen Bandmitgliedern, wirkt Niklas wie ein erbärmlicher Gnom, der mit allem anderen auffallen will, weil der Gesang Scheiße ist. Nun ja, Ritzen etc. ist heute nicht. Nur ein Mittelfinger in Richtung Publikum (Fällt es eigentlich doll auf, dass ich Niklas Kvarforth doof finde?). Mit SADUS gibt es dann richtig schnellen Thrash. Unglaublich, was die alten Herren noch auf der Bühne hinbekommen. Nun wird’s folkiger mit MOONSORROW und ELUVEITIE, bevor Masse Broberg und DARK FUNERAL die Bühne entern und mit “Goddess Of Sodomy” und “Hail Murder”, gleich mit zwei Songs präsentiert werden. Immer wieder ein optisches und akustisches Highlight.
Den Abschluss bilden dann die unsäglichen SIX FEET UNDER mit “T.N.T.”. Chris Barnes sollte mal lieber die Drogen weglassen. Er bekommt weder Gegrunze hin, noch ein charismatisches Auftreten. Unterirdisch.

Die zweite DVD zeigt dann kurze Interviews mit allen (!!!) Bands, Backstagebilder, Fans, Crew, wieder ‘Brutz & Brakel’ und und und. Moderiert wird das ganze u.a. von Fuchs von den APOKALYTISCHEN REITERN.
Besucher werden nach ihrer Herkunft befragt und es stellt sich raus, dass das PSOA sehr international geworden ist, da Leute aus Australien, Holland, Mexiko, Belgien etc. anwesend sind.
Auch wird der Bürgermeister von Bad Berka befragt und es stellt sich raus, dass er im ‘Brutz & Brakel’-Kapu und Glatze dort gar nicht auffällt. Ebenso freuen sich die Anwohner über das PSOA mit seinen Fans.
Die Interviews mit den Bands fallen alle sehr positiv aus. Jeder Musiker ist begeistert über Fans, Location und Organisation. Da sieht man HATE ETERNAL regelrecht schwärmen, Johnny Hedlund von UNLEASHED stehen bei seinem andauernden “Amazing” fast die Tränen in den Augen, Mortuus von MARDUK sieht ohne Schminke sogar richtig nett aus und der Vergleich zu G.G.ALLIN gefällt dem Herrn Kvarforth, nur, “dass er keine Scheiße fressen würde!”.
Dass nur kurze Ausschnitte von Bands wie MISERY INDEX, UNLEASHED oder BRUTAL TRUTH auf der zweiten DVD Platz finden und nicht auf der ersten DVD ganze Songs zu sehen sind, ist natürlich schade, aber das wird seine Gründe haben.
Götz Kühnemund betitelt das PSOA noch als sein Lieblingsfestival und dann gibt es die Ansprache der Organisatoren an die Crew am Tag danach inkl. Abbau.

Für Festivalbesucher ist eine solche DVD natürlich sowieso ein Muss und für diejenigen, die nicht anwesend waren, eine Bereicherung fürs Auge.
Zwei Negativpunkte hätte ich allerdings:
Auf der zweiten CD sind die Lautstärkeunterschiede manchmal etwas zu heftig.
Und vielleicht sollte man es mal mit deutschen Untertiteln bei den Interviews probieren. Es soll ja doch noch Leute geben, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.
Ansonsten eine bzw. zwei tolle DVDs, die richtig Spaß machen.

Punkte: 7.5 / 10