Negură Bunget Vîrstele Pamîntului (2010) - ein Review von walzenstein

Negură Bunget: Vîrstele Pamîntului - Cover
4
4 Reviews
16
16 Ratings
8.56
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Black Metal


walzenstein
15.09.2010 13:46

Ist es wirklich schon vier Jahre her, als das göttliche Album “Om” erschien? Für mich ein absoluter Meilenstein und hätte ich die Review hier für Bloodchamber geschrieben, dann hätte ich Höchstpunktzahl gezückt. Damals wie heute. Doch es hat sich im Lager NEGURA BUNGET viel getan. Hupogrammos und Sol Faur sind verschwunden und treiben nun gemeinsam mit DORDEDUH ihr Unwesen. Doch Negru hat schnell neue Leute um sich gescharrt, um ein neues Album aufzunehmen und eine Tour vorzubereiten. Doch kann er an “Om” anknüpfen, auf der Hupogrammos und Sol Faur beim Songwriting ja nicht unbeteiligt waren? Nun, ich werde es sehen.

Kuhglocken, Panflöte, eine Zither. So vernimmt man die ersten Töne des Albums. Ein Bucium erklingt und Holzhämmerchen klopfen eine Melodie (!!). Folkloristisch und naturell kommt “Pamint” rüber, dazu ein rumänischer Monolog, der sich zu einem fast schon beschwörenden Gesang steigert. Auch die folkloristische Gitarre wird langsam lauter, der Gesang wird wütender und die Rumänen legen mit ihrem Metal los. Der neue Sänger Corb steht hier keinesfalls im Schatten Hupogrammos’. Nein, er ist sogar sehr ähnlich. Die Melodie, wie immer, wunderschön, wie es nur NEGURA BUNGET hinbekommen. Dann eine kurze Ruhe, ein Keybord ertönt. “Dacia Hiperboreana” handelt keineswegs von der rumänischen Automarke, sondern von einem Gebiet, was die Rumänen um ca. 200 unserer Zeitrechnung nördlich der Donau besiedelten. NEGURA BUNGET versteht es, mit ungewöhnlichen Instrumenten eine Stimmung aufzubauen, in der man die Augen schließt und man sich in die Berge Rumäniens versetzt fühlt. Und hier kommt dann Corb erstmals so richtig zum Einsatz und zeigt, dass er es wirklich drauf hat. Ob Growls oder Gekeife, er steht dem alten Sänger in nichts nach. Die Musik, episch, majestätisch, einfach schön.
Ein Keybordteppich breitet sich aus, auf ihn werden Percussions gelegt, die zur konzentrativen Entspannung wunderbar dienen können und dann folgt “Ochiul Inimii”, mit akustischen Gitarren zu Beginn. Kurze Ruhe, pulsierendes Drumming, Corb spricht …, und dann wird es morgenländisch anmutend. Doch dies ist nicht von Dauer, denn die Rumänen zeigen nun auch mal ihr derbstes Black Metal-Herz. Corb keift sich seine Seele aus dem Leib und geht später in ultratiefe Growls über. Das Schwarzmetallische wird dann ab und zu immer von akustischen Einsprengseln unterbrochen, in der auch wieder Flötentöne zu vernehmen sind. Negru gibt hier sein Können am Schlagzeug zum Besten. Von Blasts bis zu ganz ungewöhnlichem Drumming mit derben Breaks.
Auch wenn “Chei De Roua” recht folkloristisch beginnt…, der Track entpuppt sich als Schwarzmetallperle, begleitet von einem Doublebass-Gewitter und heimatlichen Gesang. Das Riffing kommt bei diesem Song besonders gut und trifft auf Härte. Ein Black Metal-Kracher.
Ein Horn begleitet sägende Gitarren und die Blastbeats setzen ein. Corb keift in bester Schwarzmetall-Manier und akustische Gitarren setzen ein, um eine bizarre Atmosphäre zu den Blasts zu schaffen.
Eine Stimmung, wie in einem Gruselfilm erzeugt Inia Dinia mit ihrem Keybord bei “Jar”, um einen krachenden Wechsel zu “Arborele Lumii” einzuläuten. Hier regiert ein enormes Riffgewitter, gepaart mit einprägsamer Melodie.
Spirituell wird es dann wieder zum Abschluss des Albums. Wie man es von NEGURA BUNGET kennt, verschmelzen hier die verschiedensten Instrumente zu einem Guss wunderschönster Atmosphäre und Melodie. Ein traumhaftes Ende.

“Virstele Pamintului” enttäuscht in keiner Hinsicht. Im Gegenteil. Bei jedem erneuten Hören kommen neue Facetten zum Vorschein. Die Rumänen um Negru ist DIE Band, die es versteht, melodischen Black Metal mit folkloristischen Instrumenten zu vermengen und dabei zu keiner Zeit unauthentisch oder dilettantisch klingen. Zwar fehlt auf diesem Album ein Reißer, wie “Terasul De Lumini”, aber das ist kein wirklicher Nachteil, denn hier wurden es einem tollen Song gleich neun wunderschöne Lieder komponiert, die allesamt mitreißen. Man fühlt sich bei NEGURA BUNGET in die transilvanischen Berge eingeladen, um dort den Mythos der rumänischen Kultur und Natur zu erleben.
NEGURA BUNGET haben mit Hupogrammos und Sol Faur zwar zwei langjährige Mitstreiter verloren, aber doch ihren Spirit behalten und mit den neuen Mitgliedern mehr als nur Ersatz gefunden.
“Virstele Pamintului” steht “Om” in nichts nach und ist mir daher, welch Überraschung, die Höchstpunktzahl wert. Hier werden nicht nur Black Metaller bedient, sondern all jene, die Musik zu verstehen wissen. Jede Komposition von NEGURA BUNGET ist eine Reise in die wunderschönen Weiten der Natur.

Punkte: 10 / 10


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