...And You Will Live In Terror (2009) - ein Review von drl777

Undergång: ...And You Will Live In Terror - Cover
2
Reviews
2
Ratings
8.00
∅-Bewertung
Typ: Single/EP
Genre(s): Metal Death Metal, Grindcore, Crossover


06.10.2011 12:51

Schon beim Anblick des schicken, im Comicstil gezeichneten Covers läuft jedem Verehrer des 80er Jahre Crossover-Thrash-Sounds das Wasser im Mund zusammen. Wird auf ebenjenem Cover der 2008 veröffentlichten 7“ „… And You Will Live In Terror“ der fünf Jahre zuvor gegründeten und aus Uppsala stammenden Schweden Undergång (bei denen u.a. Uno von In Solitude hinter dem Schlagzeug sitzt und die nicht zu verwechseln sind mit den gleichnamigen dänischen Blackmetallern und den ebenfalls dänischen Deathern) doch auch einigen der Hauptprotagonisten dieses räudigen Bastards aus Punk Rock, Hardcore, Speed und Thrash Metal gehuldigt: Suicidal Tendencies und deren weniger bekanntem Sidekick No Mercy. Des Weiterern kann man erkennen: die Schriftzüge von Septic Death, F.K.Ü. und Infest, dazu Bandanas, Zombies, Gasmasken, Blut, Skateboards und die totale Zerstörung. Liest man sich auf der Rückseite der EP dann die Songtitel inklusive Zeitangaben durch, bestätigt sich, was das Cover verspricht: 10 (!) Songs, Gesamtspielzeit 11:38 Minuten, nur ein Song länger als zwei Minuten. Dazu eine Coverversion der bereits erwähnten Powerviolence-Pioniere Infest.

Da steigt die Vorfreude naturgemäß ins Unermessliche. Also, keine Zeit mehr zu verlieren, Platte aufgelegt, Anlage bis zum Zenit aufgedreht und fertig gemacht, das Zimmer kurz und klein zu moshen.

Los geht es ganz sachte mit einem instrumentalem, horrormäßigem Akustik-Intro, bei dem knarzende Türen im Hintergrund nicht fehlen dürfen, ehe der direkt daran anschließende Track „(We Are) The Armageddon“ klar macht, wohin die Reise geht: Schnörkellose Riffs, Sägenden Gitarren, Highspeeddrumming, kraftvoller bzw. rotziger Gesang zweier Sänger inklusive übellauniger Gangshouts. Insgesamt erinnert dies alles sehr stark an ihre schwedischen Kollegen von Demon System 13. Mit nihilistischen, aber spaßigen Texten („To get rid of people everywhere, I´ve created mass destruction gear“) im Gepäck geht es über den Doppelpack „Visions of Genocide/Put To Death“ weiter, ehe man bei „Trailer Thrash“ landet, welches von doch eher ungewöhnlichen Banjotönen eingerahmt wird. Das Anfangsriff von „Re-animated Corpses“ erinnert stark an Madballs „It’s My Life“, ehe auch dort wieder die Hochgeschwindigkeitsthrashcorekeule ausgepackt wird und ohne Rücksicht auf mögliche Opfer durch die nächsten Songs geschwungen wird. Passend zum sehr (thrash-)metallischen Grundriff und den darin enthaltenen Metalsoli wird bei „The Executionerd“ noch einigen legendären Metal-Combos gehuldigt („Emos, goths, Indie kids, Cunts and foes – Slaughter; Forged in punk, conceived in thrash, Lucifer’s child – Nihilist“). Nach besagtem Infest-Cover namens „Slave“ steigt mit „You’re Fucked“ das große Finale. Gefolgt von einem stark von Slayers „Black Magic“ inspirierten Beginn folgt auch hier die totale Thrash-Attacke, abgeschlossen von einem gesprochenen Outro: „You’re fucked!“ „What?“ „You are totally fucked!“ … ehe man schweißgebadet, zu Tode erschöpft und kurz vor der Dehydration, aber mit Freudentränen die Backen runterlaufend, zum Stillstand kommt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Erwartungen, welche durch die absolut gelungene Aufmachung der 7“ geweckt werden, bestimmt nicht enttäuscht werden und diese Platte wohl jedem Spaß machen wird, der auf Bands wie D.S.13, Tear It Up, Charles Bronson, Down In Flames, Scholastic Deth, M.O.T.U. und Konsorten als auch auf 80er-Jahre-Zeugs à la D.R.I., The Abused, Void oder die frühen Suicidal Tendencies steht und einfach nur Spaß hat an gutgemachter, schneller und energiegeladener Musik.

Punkte: 8 / 10


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