Slechtvalk An Era Of Bloodshed (2009) - ein Review von walzenstein

Slechtvalk: Era Of Bloodshed, An - Cover
1
Review
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Rating
9.00
∅-Bew.
Typ: Compilation/Best-Of
Genre(s): Metal Black Metal, Folk Metal


walzenstein Avatar
06.04.2018 09:00

Interregnum-Fest 2008 in der Nähe von Rostock. Die Vorbereitungen. Die Holländer SLECHTVALK sind neben Bands wie BESATT, DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT oder MORRIGAN bestätigt. Nun kommen von bestimmter Seite Bedenken wegen SLECHTVALK. Die Niederländer seien ja so arg … ähm … christlich und würden ja nicht ins Billing passen. Sogar mit Boykott von ein, zwei Bands wird gedroht. Die Veranstalter wollten die Wogen glätten und holten sich von SLECHTVALK ein Statement, in dem sie sich vom christlichen Glauben distanzieren. SLECHTVALK nahmen Stellung und blieben im Billing. Besser war das auch, denn sie entpuppten sich als ein Highlight des Festivals, da sie eine unheimlich gute Liveband sind.

Nun, nach zehn Jahren Bandgeschichte bringen SLECHTVALK nach drei Full-Length-Alben, einer DVD und einer Split-CD mit KEKAL eine Best-Of Compilation heraus, auf der auch noch drei brandneue Tracks enthalten sind und den Fans die Zeit bis zum nächsten offiziellen Release die Zeit verkürzen werden.

Chronologisch sind auf “An Era Of Bloodshed” die Songs angeordnet. So beginnt die Compilation mit drei Tracks vom Debüt “Falconry”. Beginnend mit Pianoklängen, fühlt man sich an die Chartstürmer von EISBLUME erinnert und möchte schon fast weiterskippen, aber der Gedanke, dass der Song zehn Jahre alt ist und von SLECHTVALK kommt, lässt mich weiter lauschen. “The Bleeding Heart” erinnert etwas an ältere DIMMU BORGIR. Ist ziemlich langsam und wird von ständigen Keyboards begleitet. Genauso gestaltet sich auch “Consumed By Flames” und somit ist der dritte Song “In Hell I Burn” der absolute Höhepunkt des ersten Viertels. Dieser wird nicht von Keyboards dominiert, sonder ist eine mordsmäßige Schlagzeugmaschinerie mit Gitarren, die genremäßig sägen, was das Zeug hält. Der Gesang nicht zu arg im Vordergrund und ab geht der Knüppeltrack. Geil.
Mit “Storms” ist auch ein Song von der Split enthalten, der auf jeden Fall mehr überzeugen kann, als die ersten beiden dieser Compilation. Rasant und melodisch gehen SLECHTVALK hier zu Werke.
Ab dem jetzigen Zeitpunkt kann man die Entwicklung der Holländer erkennen. Es wird nicht mehr so arg drauf losgeknüppelt und die Songstrukturen sind durchdachter und somit auch interessanter für den Hörer. So ganz besonders beim 11minütigen “The Last Call”. Kalter nordischer Black Metal fusioniert mit Epik und viel Melodie sowie Abwechslung. Ein starker Track. Wuchtiger, schneller und ursprünglicher geht es mit “And Thus It Burns” zur Sache und bildet den Abschluss der Ära von “The War That Plagues The Land”.
“At The Dawn Of War” erschien 2005 und enthielt erstmals Pagan-Elemente, wie z.B. klare Gesänge. So bei “Thunder Of War”. Auch die Gitarrenläufe bei “On The Eve Of Battle”zeugen von den Einflüssen der Pagan-Szene. Gothic-lastig beginnt “Cries Of The Haunted”, bevor es dann mit Blasts und gelegentlichen Frauengesang weitergeht.
Drei brandneue Songs bilden dann das Ende von “An Era Of Bloodshed”. Mit “Hounds Of Battle” beginnt das Trio der Neuen und ist roher Black Metal mit geilem Drumming und einer Portion dreckigem Rock’n Roll. Das folgende “Towards Of Dawn” hat es dann auch letztendlich auf die neue Scheibe “A Forlorn Throne” geschafft. Warum gerade dieser Track, kann ich nicht nachvollziehen, denn “Hounds Of Battle” ist ein wirklich besserer Track. Und dennoch hat “Towards Of Dawn” seine geilen Momente. Fast schon BATHORYlike. Und mit “War Of The Ancients” endet die Compilation. Ein reines Keyboardinstrumental.

“An Era Of Bloodshed” kann sich wirklich jeder Black Metal Fan zulegen. Egal, ob er SLECHTVALK kennt oder nicht. Für die erste Gruppe ist es eine feine Übersicht aus zehn Jahren Schaffenszeit der Holländer, plus “Towards Of Dawn”, der ja nun voraussichtlich auf keinem sonstigen Release Erscheinen wird. Für Letztere ist es ein Einstieg in die Arbeit von SLECHTVALK, die garantiert Bock auf mehr macht.

Punkte: 9 / 10