The Art Of Navigating By The Stars (2005) - ein Review von Acurus_

Sieges Even: Art Of Navigating By The Stars, The - Cover
1
Review
14
Ratings
9.50
∅-Bewertung
Typ: Album
Genre(s): Metal Progressive Metal


Acurus_ Avatar
14.07.2011 22:14

Mit Progressive Metal ist das so eine Sache. Richtig in die Puschen kommt der erst ab 1992, als DREAM THEATER mit „Images And Words“ weltweit riesige kommerzielle Erfolge feiern. Danach fallen die Klone regelrecht vom Himmel - auch in Deutschland. Die mit hervorragenden Musikern besetzten VANDEN PLAS aus Kaiserlautern sind so eine 1:1 Kopie. Vergleichsweise eigenständig klingen die Münchener DREAMSCAPE, was erst Recht auf die ebenfalls aus Kaiserlautern stammenden SUPERIOR zutrifft. Progressive Metal ist jedoch längst vor DREAM THEATER’s Durchbruch vorhanden. So nähern sich FATES WARNING 1989 mit „Perfect Symmetry“ diesem Stil an. Technisch tritt ebenso der „Texas Metal“ Mitte der 1980er Jahre auf den Plan. Die Texaner WATCHTOWER weisen SIEGES EVEN’s metallisch-vertracktem Erstlingswerk „Life Cycle“ (1988) mit hoher Wahrscheinlichkeit den Weg. Eine Hinwendung Richtung Rock leiten SIEGES EVEN mit dem wiederum sehr verschachtelten Zweitwerk „Steps“ (1990) ein. 1991 veröffentlichen die Münchener „A Sense of Change“, 1995 „Sophisticated“ und 1997 „Uneven“, während sich parallel das Personalkarussell dreht. Nach mehrjähriger Ruhe kommt 2003 mit dem neuen, holländischen Sänger Arno Menses endlich wieder Schwung in die Sache. Der nimmt für zwei Songs – Vorboten des 2005 erscheinenden Albums „The Art Of Navigating By The Stars“ – Gesangsparts auf und wird prompt engagiert. Einen besseren Frontmann hatten SIEGES EVEN nie.
„TAONBTS“ ist eine in mehrfacher Hinsicht faszinierende Darbietung. Der Sound ist breit, fett, schneidend transparent und überrollt den Hörer wie eine Klangwalze. 86 Spuren müssen im Studio dafür herhalten, damit „TAONBTS“ als am schönsten klingende Scheibe des Progressive Rock/Metal zu gelten hat. Die Grenze zum Metal wird jedoch nur selten überschritten. SIEGES EVEN meistern den Spagat zwischen niemals anstrengender, doch unentwegt gegenwärtiger Progressivität und betten diese auf ergreifende Melodien. Hie und da schimmert gerade bei Gitarrenvirtuose Markus Steffen feinster englischer Art Rock durch, während Drummer Alex Holzwarth sowie sein Bass spielender Bruder Oliver jenseits beschreibbarer Fertigkeiten über ihre Instrumente herrschen. Die gesamte CD ist aus einem überirdischen Guss.
Knapp zwei Jahre später folgt die ebenbürtige Einspielung „Paramount“, danach trennen sich die Wege. Arno Menses und Markus Steffen gründen SUBSIGNAL und koppeln 2009 „Beautiful & Monstrous“ aus. Musikalisch setzen sie SIEGES EVEN damit teilweise fort.

Geschrieben für www.board.sacredmetal.de

Punkte: 10 / 10


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