TYiORi

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Registriert seit: 04.05.2009

Zum Verkauf 15 Eingetragen 81
Bewertungen: 33 Reviews: 13
Genres: Dark Wave/Gothic, Elektronische Musik, Metal, Punk, Rock, Singer/Songwriter/Liedermacher, Ska, Sonstiges, Soundtrack, World Music

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Bewertungsverteilung von TYiORi
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
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9.0: 100% (8x)

9.5: 100% (8x)

10.0: 25% (2x)

Die letzten Bewertungen
8.0 für Grotto: Lantern Of Gius (2019) (24.01.2020 11:20)
9.0 für Suzan Köcher's Suprafon: Suprafon (2019) (24.01.2020 11:19)
7.5 für Pirates In Black: Pirates In Black (2019) (24.01.2020 11:18)
9.5 für Rama: Everything Is One (2019) (15.01.2020 10:12)
7.0 für Pure Tonic: Bliss N' Bleakness (2019) (15.01.2020 10:11)
9.5 für ORSO: Paninoteca (2019) (06.12.2019 09:40)
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Die letzten Reviews

24.01.2020 11:23 - Swan Valley Heights: Heavy Seed, The (2019)

7.0 / 10
Space and Fuzz and Rock 'n' Roll. Eine ganze Weile dauert es, bis es mit dem immerhin 13-minütigen Titeltrack von "The Heavy Seed" so richtig losgeht. Zeit genug, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen: Vor drei Jahren gab es das Debüt des Trios SWAN VALLEY HEIGHTS aus München und Berlin, das in Szene-Kreisen als perfektes Heavy-Psych-Album gelobt wurde. In diesem Jahr folgt demnach also Album Nummero zwei, das mit scheinbar dilettantisch zusammengeflicktem Cover-Artwork schon eine erste Duftmarke setzt. Fast schon doomig-schwer klingen die Gitarren im Opener, wenn sie denn mal in Fahrt gekommen sind. Der Gesang spielt hier definitiv eine untergeordnete Rolle und dennoch ist es genau richtig, dass es sich nicht um rein instrumentale Musik handelt: Wie ein besonderes Instrument, das nur ab und zu in ausgewählten Passagen zu Saiten und Trommeln hinzugenommen wird. Beim Bahnenziehen im Waschvollautomaten des lieben Gottes persönlich treten die Vocals dann zumindest ein kleines bisschen mehr in den Mittelpunkt: Im gelungenen Kontrast einerseits und in passender Untermalung ein paar Takte später bilden sie gemeinsam mit erdschweren Riff-Walzen ein Gesamtkonstrukt, dass immer mal wieder den Kopf mitwippen lässt. Es mangelt aber auch nicht an psychedelischen Blues-Momenten; sie sorgen sowohl für Abwechslung als auch für Unterstützung. Stimmig ist das alles durchweg, was das Trio hier unter tollen Songtiteln auftischt. Kritiker des ersten Albums fanden eine Vielzahl an Stil-Bezeichnungen für die Musik von SWAN VALLEY HEIGHTS: Progressive Stoner - Psychedelic Fuzz-Rock - Space Grunge. Alles scheinbar wild zusammenkombinierte Genres und am Ende aber doch alle nicht weniger treffend als auf den ersten Blick unterschiedlich. Eine Platte, die trotz aller härterer Momente trotzdem in erster Linie ruhig und beruhigend wirkt. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

24.01.2020 11:20 - Grotto: Lantern Of Gius (2019)

8.0 / 10
Entdeckungsreise in Wüste und Wald. Zwei Mal je ziemlich genau siebzehn Minuten: offensichtlich konzipiert auch für die Veröffentlichung auf Vinyl. Progressive Musik braucht ja oft gar keine Unterteilung in einzelne Songs, aber eine LP hat nun einmal zwei Seiten. Pilzig-psychedelisches erwarte ich zu hören, vor allem auch bei genauerer Betrachtung des Artworks auf dem Cover und auch demjenigen des Vorgängers. Dass mich schon zu Beginn ein kräftiger Bass begrüßt und die Klänge dann doch eher metallisch bis doomig ausfallen, überrascht mich also ein bisschen, sorgt aber auch für Begeisterung. GROTTO aus Flandern machte bei der ersten Ausgabe des belgischen Desertfest 2014 erstmals auf sich aufmerksam und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass "Lantern Of Gius" - das dritte Album der Band - passend zum Festival-Wochenende in Antwerpen erscheint. Progressiv also auf jeden Fall schon einmal die Songstruktur, musikalisch kann man die Musik des Trios dennoch am besten dem Stoner Rock zuordnen. Jeder der beiden Songs ist für sich genommen ein Trip an Orte, die man vorher nicht kannte: In Höhlen, auf Wiesen, in tiefe Wälder. Orte voller Freude, Nachdenklichkeit, Ruhe. Man bewegt sich konstant fort und so kommt es weder zu Langeweile noch zu abrupten Brüchen. Am Abend zieht man sich die fellgefütterte Jacke aus und setzt sich im holzvertäfelten Wohnzimmer vor das prasselnde Feuer, das hinter der dicken Glasscheibe Funken den Kamin hinauf schickt, während die Gebrüder GROTTO einen mit akustischer Gitarre wieder verlassen. Es wartet ein entspannter Abend und morgen ist ein neuer Tag, sich wieder dick anzuziehen und vor die Tür zu gehen. Mit guter Musik, versteht sich. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

24.01.2020 11:19 - Suzan Köcher's Suprafon: Suprafon (2019)

9.0 / 10
Gänsehaut-Stimme und Folk-Rock. Vierundzwanzig Jahre ist Suzan Köcher aus Solingen jung und beschwört den Geist der 60er und 70er Jahre mit ihrer Musik. Bereits 2017 veröffentlichte sie ihr Debüt-Album mit ihrer Band unter ihrem eigenen Namen; nun geht man einen Schritt weiter und verdeutlicht auch mit dem Namen, dass es sich um eine Band und keine Solo-Künstlerin handelt: SUZAN KÖCHER'S SUPRAFON. Die Inspiration zum Album und ganz augenscheinlich zum Bandnamen hat man während einer gemeinsamen Reise in Tschechien gesammelt - das erklärt auch die tschechischen Songtitel in der zweiten Albumhälfte. Zur Aufnahme des Langspielers kam es dann in Austin und so ergibt sich ein Kulturmix aus texanischer Sonne und Prager Kühle - verpackt im Sound-Mantel der siebziger Jahre. Das klingt schon unglaublich gut, bevor man auch nur eine Gitarre oder die grandiose Stimme von Frau Köcher gehört hat. Mal etwas ruhiger und folkig, im nächsten Moment eher psychedelisch bis spacig, so klingt "Suprafon". Produziert ist das ganze dann so, als hätte eigentlich an keinem Regler mehr gedreht oder geschoben werden müssen. Tolle Instrumente und klarer, direkter Sound; nicht künstlich "verstaubt". Ein bisschen wie die Definition "echter Musik", wenn es sowas denn gibt. 'Zítra' beginnt mit analogen Synth-Sounds im Hintergrund, die dem psychedelischen Folk Rock sofort eine zusätzliche Krautrock-Dimension verleihen. Etwas weniger ruhig, mit sanft treibendem Schlagzeug und endlos weiten Gitarren singt sich Suzan in 'Pěšky Do Města' dann endgültig in mein Herz (und zu Fuß in die Stadt); diese Frau kann nicht nur uglaublich gute Songs schreiben, sondern bringt außerdem eine natürliche und fabelhaft geerdete Stimme mit, die einem ein Lächeln auf die Seele zaubert. Hier verbinden sich Europa und Amerika, das wunderschöne Prag mit dem Land hinter dem großen Teich, eine perfekte Stimme mit den verschiedenen und authentisch eingespielten Instrumenten. Und ich verbinde gute Musik ab sofort auch mit SUZAN KÖCHER - Ohren auf, meine Freunde! Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

24.01.2020 11:18 - Pirates In Black: Pirates In Black (2019)

7.5 / 10
Auf großer Rock'n'Roll-Fahrt. Der Bandname, das Cover, die Beschreibung der Musik auf dem Promozettel - ich bin jetzt einfach einmal so ehrlich und gebe zu, dass mich das zuerst nicht so recht überzeugen will. PIRATES IN BLACK nennt sich die Band, die hier ihr selbstbetiteltes Debüt vorlegt und mich am Ende definitiv eines besseren belehren soll. Ob die vier Herren, die zumindest rein optisch die Altergrenze der 50 Jahre allesamt überschritten haben dürften, bereits über Band-Erfahrung verfügen, gibt der Promozettel leider nicht preis; sollte das jedoch nicht der Fall sein, nötigt mir das bereits an dieser Stelle eine gute Portion Respekt ab. Der Sound stimmt dann bei 'My Name' von Anfang an und der Song zeigt an prominenter erster Stelle bereits eindrucksvoll auf, dass jeder, der auf grundehrlichen harten Rock steht, dieses Album nicht schlecht finden wird. Textlich bewegt man sich in den dann folgenden Liedern in den unterschiedlichsten Bereichen und streift so unter anderem auch Obdachlosigkeit und Realitätsverlust, und hält sich keineswegs wie von mir vermutet hauptsächlich im Fahrwasser der Piraten auf. Das tut der Musik gut, macht sie gleichzeitig facettenreich und stellt eine Verbindung zu Situationen aus dem realen Leben her, welche dem ein oder anderen Hörer sicherlich bekannt vorkommen. Mit 'Ahab' und 'Pirates In Black' begibt sich das Quartett dann natürlich doch noch hinter das Steuerrad und gerade der letztgenannte Track bietet einem dann auch das, was Cover und Titel erwarten ließen. Und an dieser Stelle, nach reichlich musikalischer und inhaltlicher Abwechslung, habe ich auch richtig Lust auf diese Thematik. Diese Scheibe bietet durchweg gute Unterhaltung, ist keines Wegs versteift und streift musikalisch Southern Rock, Country, Heavy Metal und Rock 'n' Roll. Ein gelungener Einstand, der bei mir persönlich sicherlich immer wieder seinen Weg in den CD-Player finden wird. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

15.01.2020 10:13 - Cygnus Atratus: Empyrean Heaven, The (2019)

6.5 / 10
Viel Prog-Potential - nur mittelmäßig ausgenutzt. Der belgische Trauerschwan CYGNUS ATRATUS wurde 2015 von Gitarrist und Mastermind Erik Callaerts gemeinsam mit seinem den Bass bedienenden Weggefährten Benny Vercammen noch unter dem Namen CYGNUS gegründet. Die übrige Besetzung der Band hat seitdem und auch noch nach der Veröffentlichung des hier vorliegenden ersten Albums "The Empyrean Heaven" in Eigenregie im Februar dieses Jahres mehrfach gewechselt. Das Mikrofon wurde gar bereits zweimal weitergereicht und die Sänger der ersten EP und des Albums sind beide nicht mehr an Bord. Callaerts selbst ordnet seine Musik dem Progressive Metal zu, nach meinem Empfinden bildet jedoch klassicher europäischer Power beziehungsweise Melodic Metal die Basis der Songs - sehr deutliche progressive Einflüsse und Elemente sind jedoch nicht in Abrede zu stellen. Interessant macht die zehn Songs auf diesem Langspieler vor allem die gelungene Kombination von DREAM THEATER-ähnlichen Prog-Elementen mit energiereichem melodischen Metal, wie man ihn von vielen europäischen Combos kennt. Leider muss ich nach dieser klaren Stärke der Band und des Albums auch die meines Erachtens größte Schwäche hinterherreichen, nämlich den Gesang von (Gast-)Sängerin Marieke Bresseleers. Die Stimme der Belgierin ist sehr opernhaft kräftig und offensichtlich professionell ausgebildet, was dem Gesamtwerk immer einen sehr symphonischen Touch mitgibt, der für meine Ohren absolut unnötig ist und nicht so recht zum restlichen Gesamtkonzept passen will. Das ist vor allem deshalb schade, weil man deutlich merkt, dass hier Songwriting-technisch echte Profis am Werk sind. So bleibt für mich am Ende jedes Hördurchgangs eine arge Zweigespaltenheit zurück, gepaart mit der Hoffnung, dass die neu angeworbene Sängerin sich vollkommener in das Gesamtbild der Gruppe einfügen kann. Die einzelnen Titel sind aus den zuvor benannten Gründen auch alle auf einem ähnlichen - unnötig niedrig gehaltenen - Niveau (mal abgesehen vom deutlichen Fehlgriff 'Quanying') und echte Hits wollen sich nicht so recht ausmachen lassen. Mein Favorit ist denn auch 'War', der bereits von der EP "The First Hour" stammt und auf diesem Album als Bonus-Track ausgewiesen wird, und als schönes technisches Frickel-Juwel - ganz ohne Gesang - daher kommt. Potential ist bei CYGNUS ATRATUS ganz ohne Frage reichlich vorhanden und man darf hoffen, dass dieses bei zukünftigen Veröffentlichungen noch konsequenter umgesetzt und in Platten-Form gebracht werden wird. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

15.01.2020 10:12 - Rama: Everything Is One (2019)

9.5 / 10
Italienische Feinkost, die einen mitnimmt. Im Piemont im Jahr 2011 gegründet hat die Stoner-Rock-Band RAMA bereits 2015 eine selbstbetitelte EP im Studio aufgenommen und als Eigenproduktion veröffentlicht. Nun folgt mit "Everything Is One" das erste Album über das Label Escape From Today. Die vier Titel (abgesehen vom Outro) sollen für die vier Elemente stehen und widergeben, wie der Mensch sich mit sich selbst und dem, was ihn alles so umgibt, auseinandersetzt. Um dies dem Publikum bestmöglich zugänglich zu machen, habe man für die Aufnahme des Albums den Kammerton a' auf 432 Hertz festgelegt. Die Band ist so in guter Gesellschaft mit Landsmann Giuseppe Verdi, der schon 1884 ebenfalls für diese Stimmung plädierte. Ja, okay. Der Opener 'Between The Ashes Of Silence' ist ein 15-minütiges Brett von einem Song und hat für sich allein eine 10-Punkte-Bewertung verdient. Hier werden so gekonnt die verschiedensten Elemente und Stile miteinander verknüpft, dass einem ganz anders wird. Die das post-rockige Gitarren-Arpeggio begleitenden einleitenden "Ahh"-Gesänge tauchen schon auf dem (von mir zu Recherchezwecken ebenfalls angehörten und zuvor noch gänzlich unbekannten) Erstling der Italiener auf. Im Anschluss daran und im weiteren Verlauf ist es vor allem auch der fast durchgängig zweistimmige Gesang, der mich sofort von den Wüsten-Rockern überzeugt. Dazu feinste Gitarren-Riffs, die eine oder andere härtere Passage mit Screams, sowie die unterschwellig vermittelte positive Grundeinstellung: Fertig ist der perfekte Song. 'Through The Doors Of Knowledge' ist ruhiger und wirkt nachdenklicher; der Gesang (auch hier herrlicher Weise wieder zweistimmig) steht mehr im Vordergrund: "I see the Beauty embracing precious sound and everything comes to life around." Nur unbedeutend schwächer als der erste Titel. Es folgen zwei weitere Songs, die zwar das Niveau nicht ganz halten können, aber das Gesamtbild dieses Albums gelungen vollenden und das songschreiberische Können der Truppe eindrucksvoll untermauern. Der Abschluss aus Bass und unverzerrter Gitarre erscheint zuerst ein wenig Fremd auf dieser Platte, ist aber zum Ende genau das Richtige, um den mitgenommenen Hörer behutsam wieder auf dem Boden der Tatsachen abzusetzen. Ein eindrucksvolles Album mit toll eingebrachten Elementen aus Post Rock und -Metal, welches bei mir noch immer mit jedem Hördurchgang wächst. Eine Band aus dem Untergrund, die man auf jeden Fall auf dem Radar behalten sollte. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

15.01.2020 10:11 - Pure Tonic: Bliss N' Bleakness (2019)

7.0 / 10
Hard Rock auf die Zwölf mit Luft nach oben Schon 2010 gründete sich die Band PURE TONIC in Oelkershusen in Niedersachsen. Jahrelang spielte man auf allen möglichen Bandcontests und Festivals im norddeutschen Raum, bis nun in diesem Jahr die erste professionell produzierte Veröffentlichung über die Hamburger Agentur Elbaufwärts erscheint. Im heimischen Wohnzimmer nahm man schon 2015 die CD "90 Miles" auf, die hauptsächlich zu Konzerten des Quintetts verkauft wurde. Nun hofft man, mit "Bliss n' Bleakness" die Grundlagen für einen größeren Erfolg geschaffen zu haben. Was dem Hörer auf dem Album präsentiert wird, ist nach vorne gehender, energiegeladener und modern produzierter Hard Rock. Schon der erste Blick auf die Spielzeiten der einzelnen Titel lässt vermuten, dass keine ausgefeilten Songstrukturen oder gar epische Werke zu erwarten sind. Genauso wenig erwarte ich in Anbetracht dieser Tatsachen allerdings auch musikalische Glanzleistungen. Aus dem Konvolut der auf der Bühne sicher einwandfrei funktionierenden und schnell auf den Punkt kommenden Nummern sticht für mich vor allem 'Caraway Brandy' heraus: Bluesig angehaucht wird hier deftiges Ohrwurmmaterial präsentiert. Mit 'Show Me Your World' ist außerdem die fast obligatorische ruhigere Nummer unter den zehn Titeln der Scheibe vorhanden. Wenig Abwechslung gibt es aber leider vor allem beim Gesang: Die immer leicht erkältet klingende Stimme von Sänger Pascal Sievers geht zwar immer druckvoll in die Vollen und hat einen markigen und markanten Sound, aber hier hätte Potential für eine größere Bandbreite bestanden. Das 37 Minuten lange Album bietet am Ende vor allem eines: Temporeichen Hard Rock auf die Zwölf. Die CD macht zweifelsohne Spaß und auch live sind die Niedersachsen sicherlich eine Bank. Ob der erhoffte Durchbruch mit diesem Werk aber gelingt, bleibt abzuwarten. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

14.01.2020 18:58 - The Shaking Sensations: How Are We To Fight The Blight? (2019)

9.5 / 10
Post Rock zum verlieben! Wie sollen wir diese Seuche bekämpfen? Tja, das weiß ich leider genauso wenig wie die Formation THE SHAKING SENSATIONS, die uns diese Frage mit dem Titel ihres dritten Albums stellt. Gut wäre es auch zu wissen, um was für eine Art von vermeintlicher Seuche es sich handelt; der ein oder andere Songtext könnte dazu sicher hilfreich sein. Problem: Wir haben es mit einer Instrumental-Band zu tun und bekommen also auf "How Are We To Fight The Blight?" keinerlei Gesang zu hören, auch wenn man angesichts der Anzahl von fünf Bandmitgliedern vermuten müsste, ein Sänger sei unter ihnen. Vielmehr hat man aber das Quartett aus zwei Gitarristen, Basser und Schlagwerker um einen weiteren Trommler ergänzt; um sich frisch und unkenventionell der instrumentalen Rock-Musik anzunnehmen, so lautet es. Aufgenommen wurden dann tatsächlich auch zwei Drumkits - live und nebeneinander im gleichen Raum - klingt durchaus unkonventionell. Den Mix und das Mastering der Musik der fünf Kopenhangener hat dann im Anschluss niemand geringeres als Magnus Lindberg übernommen, seines Zeichens Schlagzeuger, Multi-Instrumentalist und Produzent bei den Schweden CULT OF LUNA. Erwarten wir also Großes. Auf die Ohren gibt es mit der fast einstündigen LP genau das, was ich als eine perfekt gelungene Definition von Post Rock bezeichnen würde. Man gebart sich nicht zu verträumt und melancholisch, sondern bringt all das, was so geniale Genre-Verteter wie beispielsweise MOGWAI ausmacht, auf den Punkt: Kurzweiligkeit auch auf der Langstrecke, tolle und in der Produktion fein herausgearbeitete Gitarren und das Ganze verteilt auf unterschiedlichste Song-Strukturen und -Längen. Während die ersten beiden Titel vergleichsweise imposant daherkommen und schon einmal hören lassen, wie das mit den zwei Schlagzeugern funktioniert, beginnt dann das rund zehnminütige 'The Frailness Of Your Stem' eher ruhig und schmeichelt die Ohren mit feinen Melodie-Mustern und den so typisch arpeggierten Akkorden, jedoch nicht ohne sich stetig weiterzuentwickeln und mit interessanten Rhythmen ein erstes Highlight der Platte zu markieren. Auch bei 'Sightings' gibt es viel Tolles zu hören und die zwei parallel arbeitenden Gitarren bekommt man - die Vorteile der Stereo-Musik ausnutzend - getrennt von einander aufs linke und rechte Ohr. Schließlich wird es geradezu metallisch, wenn die Arpeggios verzerrter und das Drumming härter werden; zack, nächstes Highlight! Insgesamt braucht sich aber kein Lied auf dieser Scheibe hinter einem anderen zu verstecken, denn das Niveau ist gleichbleibend sehr gut. Für mein persönliches Empfinden schaffen es die Dänen, mit "How Are We To Figh The Blight?" einen Meilenstein in der modernen instrumentalen Rockmusik zu setzen. Insbesondere durch die besonders hervorgehobene Stellung des Schlagzeugspiels und die zwischenzeitlich härteren Ausflüchte, die vom CULT OF LUNA-Mann gekonnt in Szene gesetzt werden, braucht die Band keine Angst zu haben, übersehen oder überhört zu werden, denn Einheitsbrei oder die oft verschriene sogenannte Stangenware ist das hier ganz sicher nicht. Grandiose und eigenständige Musik! Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

06.12.2019 09:40 - ORSO: Paninoteca (2019)

9.5 / 10
Tagesangebot: post-metallische Perfektion. Wir wünschen Guten Appetit! Herzlich Willkommen in der Sandwichbar und guten Appetit! Schon 2016 wurde von den fünf Schweizern von ORSO bei ihrer ersten EP "Primi Piatti" (dt. erster Hauptgang) die kulinarische Sprache bemüht. Während die 2015 gegründete Band bei Ihrem Debüt noch zu italienischen Gerichten und Desserts lud, stehen beim ersten Album nun belegte Brote aus der ganzen Welt auf der Speisekarte. Und das Beste schon vorweg: Auch wenn man die ganze Speisekarte bereits durchprobiert hat, darf man immer und immer wieder in die "Paninoteca" kommen und sich reichlich auftischen lassen. Herrlich! Ohne große Umschweife wird zuerst der 'Sloppy Joe' serviert und man bekommt schon beim ersten Bissen alles mit, was einen bei diesem Sandwich erwartet: Die drei Gitarristen performen in allerbester Post-Rock-Manier und ein herrlich progressives Schlagzeugspiel macht gleich zu Anfang dieses Langspielers deutlich, dass man den Gesang bei dieser Band nicht vermissen wird. Die nachfolgenden Songs lassen keinen Fan post-metallischer Klänge hungrig zurück: Kein Gericht schmeckt wie das andere. Und so leicht die Thematik, die man dieser Veröffentlichung übergeholfen hat, auch erscheinen mag, so unglaublich fantastisch sind die Kompositionen: hypnotisch sich aufbauend; die Riffs, die raumgreifenden und schillernden Arpeggios, das superbe Rhythmusspiel. Ein Song mag etwas leichter verdaulich sein als der folgende, insgesamt handelt es sich aber überall um filigrane Rezepturen, die nicht beim ersten Mal alle geschmacklichen Finessen bereits preisgeben. So legt man diese CD einfach immer wieder in das Abspielgerät und während beim einen Durchgang das unglaublich massive 'Mitraillette' als das dem eigenen Gusto zusagendste erkoren wird, so ist es beim nächsten Mal vielleicht die schwedische Sandwichtorte 'Smörgåstårta', die einem zum Abschluss über 12 Minuten lang innerliche Jubelschreie entlockt. Mir persönlich wird dieses gut 70-minütige Menü wohl niemals langweilig werden. Das ist Post-Metal wie er einem so perfekt selten aufgetischt wird. Das hier ist das richtige Album für die verschlafene Fahrt zur Arbeit am frühen Morgen, für verregnete Herbstnachmittage, für Grillabende im August; die richtige Musik für intime Clubkonzerte und für Festivalauftritte in der brütenden Nachmittagshitze. Dieses Album lässt mich in einer Weise frohlocken, wie es zuletzt vielleicht CULT OF LUNA 2013 geschafft hat. Wer "Paninoteca" nicht liebt, der kann kein guter Mensch sein. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

06.12.2019 09:38 - King Legba & The Loas: Back From The Dead (2019)

7.5 / 10
Erdig-fettes Erstlings-Album mit Gute-Laune-Garantie Im Sommer 2011 gründete sich in der Schweiz das Trio KING LEGBA & THE LOAS, welches erstmals 2013 in Form einer EP dasjenige auf die Ohren des geneigten Hörers los ließ, was sie selbst als "Vodoo Undead Rock 'n' Roll" bezeichnen. Nun folgte am 22.03.2019 erstmals ein Album, welches mit 8 Tracks aufwartet; bei einer Gesamtspieldauer von knapp 33 Minuten mag man aber kaum von einem Langspieler sprechen. Ziemlich direkt startet mit dem Titeltrack von "Back From The Dead" das musikalische Gebräu, das sich nicht so recht in eine Nische stecken lassen will; ich selbst würde dem Ganzen vielleicht den Namen Stoner Doom Hard Rock verpassen. Reichlich energiegeladen geht es dann mit überschaubaren Songlängen von Track zu Track. Das macht über die Länge der Scheibe durchweg Spaß und ist ausgesprochen kurzweilig. Erdiger und roher, auf gar keinen Fall überproduzierter Instrumenten-Sound mischt sich mit dem stets leicht verzerrten und monoton-rezitativen Gesang von Gitarrist Tobi Glanzmann und ist nicht der einzige Grund, um stilistische Parallelen zu MOTÖRHEAD erkennen zu lassen. Der beste Titel ist vielleicht 'Ghost Train', in welchem die Band in besonders gelungener Art und Weise den Geisterzug (offensichtlich mit einer schweren Dampflokomotive bespannt) mit ihren Instrumenten abfahren lässt, um ihn dann mit Volldampf stampfend in unser Ohr rauschen zu lassen. Darüber hinaus will sich von mir nicht so recht ein weiteres Highlight ausmachen lassen, was aber möglicher Weise auch einfach daran liegt, dass alle Musikstücke wenigstens das Prädikat "gut" verdient haben. Die drei Baseler liefern ein grundsolides erstes Album ab, das keinen schlechten Song enthält. Die 32 Minuten und 44 Sekunden vergehen noch schneller, als vermutet werden könnte, und man ist verleitet, die Scheibe gleich eine zweite Runde drehen zu lassen. Live dürfte die Band unglaublichen Spaß machen und ich bin gespannt, was man in Zukunft noch von der jungen Truppe zu hören bekommt; bei einer so soliden Grundlage wie diesem Album und dem definitiv vorhandenen Potential. Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de [Review lesen]

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