Rock Rendezvous

Rock Rendezvous
Registriert seit: 28.09.2007

Zum Verkauf 11 Eingetragen 264
Bewertungen: 597 Reviews: 53
Genres: Pop, Punk, Rock, Singer/Songwriter/Liedermacher, Soundtrack
Bewertungsverteilung von Rock Rendezvous
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
3 2 4 3 1 7 12 17 13 21 23 44 39 71 32 59 48 67 37 94

0.5: 3.1914893617021% (3x)

1.0: 2.1276595744681% (2x)

1.5: 4.2553191489362% (4x)

2.0: 3.1914893617021% (3x)

2.5: 1.063829787234% (1x)

3.0: 7.4468085106383% (7x)

3.5: 12.765957446809% (12x)

4.0: 18.085106382979% (17x)

4.5: 13.829787234043% (13x)

5.0: 22.340425531915% (21x)

5.5: 24.468085106383% (23x)

6.0: 46.808510638298% (44x)

6.5: 41.489361702128% (39x)

7.0: 75.531914893617% (71x)

7.5: 34.042553191489% (32x)

8.0: 62.765957446809% (59x)

8.5: 51.063829787234% (48x)

9.0: 71.276595744681% (67x)

9.5: 39.36170212766% (37x)

10.0: 100% (94x)

Die letzten Bewertungen
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Die letzten Reviews

08.06.2010 02:37 - Vampire Weekend: Contra (2010)

4.5 / 10
Ich muss zugeben, ich habe mir "Contra" hauptsächlich deswegen gekauft, weil Vampire Weekend von allen Seiten gehypt wurden. Und um den Versandhandel cdwow.net mal zu testen. Das ist eigentlich nicht meine Art. Zwar hatte ich auf gotv um die Neujahrszeit bereits mal flüchtig das Video zur Single "Cousins" gesehen, war also damit vertraut, wie die Band ungefähr klingt, kannte aber sonst nichts weiter von ihnen. Eigentlich wollte ich mir das Album ob der scheinbar großartigen Single direkt am Veröffentlichungstag kaufen, habe dann aber doch einen Rückzieher gemacht - und es ein paar Tage später doch bestellt. Bereits beim ersten Durchlauf musste ich feststellen: "Scheiße, du bist einer Hype-Band aufgesessen!" Was andere laut unzähliger Lobhudeleien in diversen Foren - und ja auch hier - scheinbar in pure Verzückung verfallen lässt, lässt mich eher kalt. Das Album dümpelt größtenteils vor sich hin, besondere Akzente setzt es nicht. Auch nach mehrmaligem Hören bleiben mir lediglich die wenigsten Songs hängen. "Cousins" ist ein Überhit, ohne Frage. Und danach? Eine riesige Lücke. "Diplomat's Son" folgt vielleicht am ehesten auf Rang 2, beißt sich aber vermutlich auch nur wegen seiner sechs Minuten und der ständig wiederholten Titelzeile ins Gehirn. Trotz der Länge einer der leichtgängigsten Songs des Albums. Ebenso wie "Holiday". Und dann ist da noch "White Sky", das mit seinem Gejaule Aufmerksamkeit auf sich zieht, gleichermaßen aber auch ziemlich nervt. Die hochgelobten afrikanischen Klänge, wie man sie beispielsweise in "California English" oder "Run" hört, passen meiner Meinung nach nicht zur Band, das wirkt alles zu sehr gewollt und zu wenig gekonnt. Klar, auch diese Songs haben immer mal wieder ihre guten 5 Sekunden, das Gesamtbild ist aber doch sehr verschmiert und lieblos hingeklatscht. Man will unbeschwert klingen, verkrampft sich in der Fröhlichkeit aber so sehr, daß es schon wieder traurig wird. So, als wenn ein Politiker zu einem Pressetermin in eine Schule kommt und die Schüler mit locker flockigem High Five und einem kessen Spruch begrüßt. Man nimmt es lächelnd an, weil man eben muss, aber innerlich wächst Fremdscham allerhöchster Güte. Ehrlich gesagt habe ich beim Verfassen dieses Textes nebenbei mal kurz auf die eBay-Preise geschielt mit dem Gedanken, dieses Album möglichst bald möglichst verlustfrei abzustoßen. Und dann läuft es wieder durch und landet just in diesem Moment punktgenau bei "Cousins". Mist, wieder rumgekriegt. [Review lesen]

07.06.2010 03:29 - Eagle Seagull: Year Of The How-To Book, The (2010)

8.5 / 10
Eagle Seagull. Eagle Seagull. Eagle Seagull. Ja! Ja! Ja! "The Year Of The How-To Book" ist ein großartiges Album. Es ist vielschichtig, überraschend, umgarnend. Es hat von allem etwas. Viel melancholisches, aber auch viel fröhliches. Ich erkenne viele andere Künstler darin wieder. Die Bandinfo, die mich zur Beschäftigung mit dieser Band bewogen hat, sprach von Lou Reed und David Bowie, von den beiden kann ich jedoch eigentlich nichts erkennen, aber das kann und/oder will ich meistens eh nicht, wenn jemand auf sie verweist. Sicher weiß ich dann meist nur, daß es sich zu garantiert 80% um etwas Gutes handelt, wenn diese Namen fallen, denn dann schreiben Leute, die über Musik bescheid wissen, über Musik, über die man bescheid wissen sollte. "We Move Like Turtles Might" und das direkt darauf folgende "I Don't Believe In Wars But I Do Believe In Uniforms" stünden - nicht nur wegen ihrer sperrigen Titel - auch einem Get Well Soon-Album sehr gut zu Gesicht. Die Instrumentierung ist sich recht ähnlich. Die Stimme des Sängers klingt dabei in zerbrechlichen Momenten zittrig wie Conor Oberst, im nächsten Song dann aber schon wieder selbstbewusst und standhaft. Es ist die Reise durch die diversesten Musikstile, die "The Year Of The How-To Book" so besonders macht. Am ehesten hängen bleibt da nach einigen Durchläufen das gitarrengeprägte "Twenty Thousand Light Years", dessen Riff irgendwer bestimmt schonmal so ähnlich benutzt hat, denn es klingt vertraut, doch keinesfalls geklaut. Vielleicht habe ich das Lied vorher auch einfach schonmal irgendwo gehört, ich weiß es nicht. Markant ist es jedenfalls. Markant ist generell sehr viel auf diesem Album. Und es referenziert weiter. Unbewusst, ganz sicher, aber für mich sehr offensichtlich und charmant. Ein bißchen Beatles in "Coming Of The Plague", ein großer Schuss Dúné in "The Boy With A Serpent In His Heart". Und doch klingen Eagle Seagull dabei in jedem Song vollkommen eigen. Beim Blick auf das Backcover fällt auf, daß die zwölf Songtitel einen großen Teil der Fläche einnehmen, auch wenn die Schrift schnörkellos und nicht sehr groß ist. Das liegt an den sperrigen Songtiteln a lá Panic at the Disco, die Parolen a lá Tocotronic bereit halten. Zum Beispiel: "I'm sorry, but I'm beginning to hate your face." Es deutet sich bereits beim Lesen der Tracklist an: auch textlich ist "The Year Of The How-To Book" nicht zu verachten, aber sowas erschließt sich mir bei englischen Alben meist erst sehr viel später, weshalb ich dazu nicht so viel sagen kann. Ich kann wie so oft auch nicht sagen, ob sich dieses Album längerfristig etabliert, für den Moment bereitet es mir aber sehr viel Spaß und ich kann nur eine dringende Kaufempfehlung abgeben. Hits! Hits! Hits! Dance, dance, dance, dance, dance to the Eagle Seagull! [Review lesen]

07.06.2010 03:25 - The Dead Weather: Sea Of Cowards (2010)

6.0 / 10
"Sea of Cowards" war das Album, dem ich in diesem Monat am meisten entgegen gefiebert hatte. "Horehound" war letztes Jahr schließlich lange Zeit Kandidat für das Album des Jahres, musste sich aber letztlich der unmenschlich starken Konkurrenz beugen. Bereits beim ersten Hören von "Sea of Cowards" war ich hellauf begeistert, das Album startet sehr stark, reißt in den ersten Songs wirklich sehr mit. Allerdings flaute das Interesse spätestens nach "I'm Mad", dem nach einigem Hören einzig hängen gebliebenen Song, recht stark ab, denn die zweite Hälfte baut genauso schnell ab, wie die erste Hälfte aufgebaut hatte. Irgendjemand hat über das Album geschrieben, daß hier statt auf Songs eher auf den Sound geachtet wurde. Dem kann ich zustimmen. Das erste Album hatte eine Menge guter Einzelsongs, dieser Nachkömmling hier hat bis auf "I'm Mad" bisher keinen solchen hervor gebracht. Vielleicht erschließt es sich mir noch irgendwann. Um mich diesen Monat zu überzeugen, hat es leider nicht gelangt. Die Zeile "I'm like a newspaper: You can't read me." ist in 2010 bisher aber mindestens in den Top 3 einzuordnen. [Review lesen]

03.03.2010 21:15 - Die Sterne: 24/7 (2010)

9.5 / 10
"24/7" ist ein symptomatischer Titel, beschreibt er doch für manche ihr Selbstverständnis des geilen Party- bzw. Clublebens mehr als treffend. Die Sterne sind eine der Bands, die schon lange in meinem Kopf herumschwirren und die wir 2006 ja auch fast mal live gesehen haben, ein Album hatte ich bislang aber auch hier nicht vorzuweisen, da ich ob der recht großen Auswahl nie wusste, womit ich am besten anfangen sollte. Hier ist nun der Anfang. Daß "24/7" anders klingt als die meisten anderen Sterne-Alben, ist mir dabei durchaus bewusst. Bereits nach kurzem Probehören der MySpace-Proben war klar, daß dieses Album ein Überalbum sein würde. Ich hörte mir jeweils nur die ersten paar Sekunden an und auch nur von drei oder vier Songs, den Gesang hatte ich bei keinem gehört, denn das, was ich da gehört hatte, würde jeden Gesang sowieso in den Hintergrund rücken. Und genau so kam es auch. Bei den ersten drei oder vier Durchläufen drangen die Texte - wenn überhaupt - nur sehr marginal zu mir durch, wurden vom Elektrosound förmlich weg geschoben. Nach und nach drangen Textfetzen durch, erst zusammenhangslos, später auch im Kontext. Weisheiten, Schwachsinnigkeiten, Schlagfertigkeiten, Auszeiten. Die Sterne sind eine der wenigen übrig gebliebenen Bands, die für mich einen großen Unbekanntheitsfaktor haben und über deren Ernsthaftigkeit ich rein gar nichts sagen kann. Einerseits stehen da auch hier mal wieder Systemkritik und kryptische Lyrik, andererseits aber auch so ein Song wie "Ein Glück", einer der beiden Bonussongs auf der Special Edition, der keinen anderen als den letzten Platz auf dem Album verdient hat, da zumindest ich nach dessen Hören geschlagene 5 Minuten lachen musste. Es ist reinster Infantilismus, der dort zum Lachen anstiftet. Hihi, er hat "ficken" gesagt. Was ich weiß: "24/7" ist voller Hits, Texte hin oder her. "Passwort" zum Beispiel hat einen ziemlich dämlichen Text, avancierte aber bereits beim alleinigen Lesen des Textes im Booklet zu einem meiner absoluten Favoriten. "24/7" greift viele Elemente aktueller Trends auf, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil ich auf diese vermeintlichen Trends gerade verschärft ein Auge werfe. Fakt ist aber, daß Wave sich bei mir immer mehr ausweitet. Ob ich mich immer weiter reinfuchse oder immer mehr Bands zufällig oder gewollt diese Sparte bedienen, sei dahin gestellt. [Review lesen]

02.02.2010 19:21 - Tegan And Sara: Sainthood (2009)

10.0 / 10
Tegan & Sara betören mich seit dem Hurricane Festival 2008 in unregelmäßigen Abständen in Gedanken, ein Album besaß ich bisher aber noch nicht. Lediglich die Kollaboration von Sara mit der kanadischen Band The Reason an einem der Songs ihres Albums "Things Couldn't Be Better" hielt mich bei der Stange. Ich muss gestehen, daß ich eigentlich auch nicht vorhatte, mir "Sainthood" direkt zur deutschen Veröffentlichung zu kaufen. Eigentlich war es die bloße Langeweile und die Tatsache, daß ich ein Musikgeschäft ungerne ohne gekaufte Ware verlasse, die mich dazu trieb. Ungefähr 4 1/2 Tage läuft dieses Album nun also schon mehr oder weniger in Dauerrotation auf meinem iPod, unterbrochen nur ab und zu von den anderen interessanten Alben des Januars. Keines davon begeistert auch nur im Ansatz so sehr wie dieses. Ich bin immer wahnsinnig schlecht darin, etwas wirklich Gutes angemessen zu beschreiben, weil mir ob der mir zu Füßen liegenden Großartigkeit einfach die passenden Worte fehlen. Ich kann aber feststellen, daß "Sainthood" vor allem dann seine besten Momente hat, wenn es laut wird. Das Lauteste - "Northshore" - ist ein ganz großer Anwärter darauf, am Ende des Jahres in den Top 10 der besten Songs zu stehen. Und steht dabei vermutlich in schärfster Konkurrenz zu mindestens der Hälfte der auf diesem Album vorhandenen Songs, die allesamt für sich absolute Hits sind, aber auch als Album unfassbar gut funktionieren. "Sainthood" verbindet mehrere Stile und Epochen in sich, die ausgezeichnet miteinander harmonieren. Allein der Opener "Arrows" zum Beispiel zeigt das eindrucksvoll, indem er mit einem 80er-Synth beginnt, um im Refrain auf eine leise Akustikbegleitung herunter zu fahren, um den der feine Gesang verführerisch herum tanzt. Daß "The Cure" nach der gleichnamigen Band klingt, konnte man ja bereits der namhaften Fachpresse entnehmen, für mich klingt es stimmlich vor allem auch nach La Roux. Nicht nach der quietschigen Elly Jackson aus "In For The Kill" oder "Quicksand", sondern der unverzerrten, wie man sie z.B. in "Growing Pains" hören kann. Ich weiß noch nicht genau, ob sich dieses Album langfristig bewähren wird, unzugängliche Songs wie der Abschluss "Someday" mit seinem unrhythmischen Gesang jedoch lassen hoffen, daß "Sainthood" nicht allzu schnell seinen Reiz verliert. [Review lesen]

10.06.2008 03:15 - Zoo Army: 507 (2006)

6.0 / 10
Gil Ofarim ist dem gemeinen Chart-Hörer der späten Neunziger Jahre wahrscheinlich vor allem durch seinen Vornamen gut bekannt. Sein größter Hit war "Round'n'Round (It Goes)". Einen Bravo-Otto hat er auch schon. Ein echter Teenie-Star eben. Vorurteile vorprogrammiert, klar. Dieser Gil von damals singt und musiziert nun jedoch in einer Rockband. Die nennt sich Zoo Army und was man auf dem nun vorliegenden Debüt zu hören bekommt, ist mitunter nicht zu verachten. Dass Gil eine gute Stimme hat, wird wohl seit jeher niemand bezweifeln können, wobei sich sein Gesang schon allein genre- und altersbedingt natürlich komplett von früheren Aufnahmen unterscheidet. Instrumentalistisch ist Gils früherer Stil - ich nenne es einfach mal "Gils Stil", weil sich die ganze Band doch letztlich irgendwie immer über ihn definieren wird - nicht im Ansatz wiederzuentdecken. Die vierköpfige Band weiß sich geschickt in Szene zu setzen, produktionstechnisch ist - wie eigentlich von einem ehemaligen Teenie-Star auch nicht anders zu erwarten - alles von der ersten bis zur letzten Sekunde perfekt abgemischt, ohne dabei jedoch zu perfekt oder zu künstlich zu wirken. Auf dem Album ist kein wirklicher Killersong dabei, musikalisch beschränkt man sich eher auf ruhigere Melodiestücke, womit sich die Band allerdings auch wieder ein wenig an Gils frühere Tage anlehnt. Da seit seinem letzten wirklichen Solo-Erfolg allerdings schon ein bisschen Zeit vergangen ist und er nur noch vereinzelt alleine auftaucht, nimmt man Gil Ofarim seinen Imagewechsel, den man hier besser als musikalische Weiterentwicklung bezeichnen kann, ohne jeden Zweifel ab. Trotzdem wird das Bild des ehemaligen Teenie-Stars, der jetzt in einer Rockband spielt und erwachsen werden will, wohl noch eine Weile an der Band haften bleiben. Zoo Army ist keine Band, die übermäßig gepusht werden wird und es ist auch keine Band, die auf den bloßen Erfolg aus zu sein scheint. Wenn die Band mit dem Potential weitermacht, das "507" andeutet, kann sie durchaus einmal auf einer Linie mit Die Happy und anderen Größen in das obere Mittelfeld der deutschen Rockbands rücken. [Review lesen]

10.06.2008 03:14 - Zebrahead: Broadcast To The World (2006)

7.0 / 10
Zebrahead ist eine Punkband. Und das hört man auch. Mit "Broadcast to the World" veröffentlichen die fünf Kalifornier ihr fünftes und sicherlich kraftvollstes Album. Über die gesamte Spiellänge erstreckt sich ein einziger Energiebalken, der nicht zu sinken scheint. Einzig "Back To Normal" und "Your New Girlfriend Wears Piunk Pants" sorgen für eine kleine Verschnaufpause - zumindest in Relation zu den anderen Songs dieses Albums. Die anderen elf Songs weisen von vorne bis hinten eine sagenhafte Geschwindigkeit auf, von der sich viele Bands eine Scheibe abschneiden können. Unter den zwölf Songs lassen sich rhythmische Meisterwerke wie auch brutales Geknüppel finden, was das Album recht abwechslungsreich klingen lässt. In "Anthem" sind zudem leichte Off Beat-Einflüsse zu entdecken, die zumindest dieses Lied tanzbar machen. Das soll nicht heißen, dass der Rest der Platte nicht zum Tanzen einlädt, jedoch steht zum Großteil wohl eher der Pogotanz im Vordergrund. Zebrahead schaffen es mit "Broadcast to the World" und einem neu entstandenen "Wir-Gefühl" ausgezeichnet, ihre bekannten Livequalitäten zumindest ansatzweise auch auf einer CD anklingen zu lassen. Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Bandmitgliedern ist bei diesem Stück Musik laut Bassist Ben Osmundson so gut wie noch nie gewesen. Und das hört man. Das gesamte Album klingt sehr harmonisch, Aussetzer sind im ersten Moment nicht zu erkennen. Zu erkennen ist einzig und allein die Tatsache, daß manche Songs besser sind als andere, aber das ist ja ganz normal. Daß Zebrahead in Amerika noch nicht den Durchbruch geschafft haben, wie sie ihn beispielsweise seit Jahren in Japan feiern dürfen, mag daran liegen, daß die Band sich nicht wesentlich von den vielen amerikanischen Punkbands abgrenzt. Zwar wirkt die Band wesentlich eingespielter und geschlossener als so manch andere amerikanische Punkband, allerdings ist die Nachfrage nach solchen Bands auf vielen Märkten bereits gesättigt. Wenn die Band mit dem Nachfolger von "Broadcast to the World" jedoch wieder so einen Hammer raushaut, kann man sich gewiss sein, daß dieses Album nicht das letzte Mal gewesen ist, daß man von Zebrahead gehört hat. [Review lesen]

10.06.2008 03:13 - Wir Sind Helden: Von Hier An Blind (2005)

7.5 / 10
Wir sind Helden gehören für viele zum typischen Klischee der wieder aufkeimenden "Neuen Deutschen Welle": Frontfrau, deutsche Texte, allgegenwärtig. So gesehen gehören die Helden allerdings nicht einfach nur dazu, sondern sie sind viel mehr die Begründer dieses Trends. Juli, Silbermond und Konsorten kamen allesamt erst nach Wir sind Helden. Nachdem "Die Reklamation", das Debütalbum der vier Berliner, erfolgreich gechartet ist, erhoffte man sich nun also einen ähnlichen Erfolg vom bekanntlich entscheidenden zweiten Album. Der Charterfolg stellte sich schnell ein, aber bietet "Von hier an blind" auch das, was die Charttabelle vermuten lässt? Beim ersten Hören des Albums stellt sich ein gewisses "Jetzt bitte nicht noch eine Ballade!"-Gefühl ein, weil "Von hier an blind" wesentlich ruhiger und mit weniger Elektronik auskommt als der Vorgänger und dementsprechend auch ein paar mehr gefühlsbetonte Lieder zu bieten hat. Sobald man sich in das Album hereingehört hat, schwindet dieser Eindruck jedoch schnell und man versinkt regelrecht in den tiefgründigen Texten. "Wenn es passiert", Opener und gleichzeitig Singleauskopplung Nummer vier, erzählt von dem Moment, in dem man eine Bühne betritt oder zumindest davorsteht. Diesem einzigartigen Moment, den man eigentlich gar nicht so recht in Worte fassen kann. Weiter geht es in "Echolot" mit einer kleinen Psychoanalyse, in der Sängerin Judith Holofernes ihre Angst vor Haifischen umschreibt und zu verarbeiten versucht. Näheres dazu erfährt man auf der Bonus-DVD, die der Erstauflage beiliegt. Das Titelstück des Albums, "Von hier an blind" also, ist definitiv der Aufreißer des Albums. Ab hier geht das Album so richtig los. Ohne die beiden Songs davor schlecht reden zu wollen, fehlt der CD bis dahin ein wenig Schwung, der hier durchaus zu finden ist. Weiter geht es textlich mit Gesellschaftskritik ("Zuhälter"), Beziehungsproblemen ("Geht auseinander") und dem ersten Diss in der Bandgeschichte: "Zieh dir was an" richtet sich speziell gegen bestimmte Personen des öffentlichen Lebens, die sich des Geldes wegen quasi verprostituieren und halbnackt über die Mattscheibe laufen. Durchaus tanzbar ist die Platte ebenfalls, denn spätestens bei "Gekommen um zu bleiben" hält es den geneigten Hörer nicht mehr still auf seinem Stuhl. Das Arrangement, das ein wenig an die Musik des frühen 20. Jahrhunderts erinnert, lässt den Blick allerdings allzu schnell von dem Text abgleiten, in dem die Helden sich gekonnt mit One-Hit-Wondern auseinandersetzen, die schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Alles in allem bietet dieses Album alles, was man nach "Die Reklamation" von einer Wir sind Helden-Platte erwartet hatte - nur eben ganz anders. Die CD ist wesentlich direkter, die Instrumentalisierung vergleichsweise abgespeckt und Judith Holofernes hat ihr nerviges laut-zwischen-den-Zeilen-Atmen glücklicherweise abgestellt. Gesellschaftskritisch und liebesbejahend ist dieses Album rundum gelungen, auch wenn es im Dauertest wohl nicht um eine längere Pause herumkommt, da - vor allem durch die letzten beiden Stücke bedingt - schneller als gedacht der "Jetzt bitte nicht noch eine Ballade!"-Effekt wiederkehrt, der ja eigentlich schon widerlegt schien. [Review lesen]

10.06.2008 03:13 - Wir Sind Helden: Soundso (2007)

8.0 / 10
Wir sind Helden veröffentlichen mit "Soundso" ihr mittlerweile drittes Album. Dass dies in der Musikwelt ach so kritisch beäugt wird, scheint das sympathische Quartett dabei wenig zu beeindrucken. Locker flockig und völlig unbekümmert von kritischen Stimmen entwickelt sich die Band immer fleißig weiter und liefert wieder ein absolutes Schmuckstück ab. "Soundso" klingt dabei mehr nach "Die Reklamation" als nach "Von hier an blind" und ist somit wieder fröhlicher und unbeschwerter, die Melancholie ist verschwunden – oder sie versteckt sich zumindest sehr gut. Fast jedes Lied zaubert ein Lächeln auf die Lippen, man ist immer wieder bemüht, Judith Holofernes' Wortwirrungen so schnell wie möglich zu folgen, um sie möglichst bald lauthals mitsingen zu können. Das beginnt bereits mit der anfangs seltsam anmutenden "(Ode) An die Arbeit", in deren Strophen sich Holofernes mit Gitarrist und Keyboarder Jean-Michel Tourette einen wilden Dialog über die Bedeutung und Wirkung verschiedener Dinge und Lebewesen im Arbeitsleben erspinnt, um dann wenig später einen bezaubernden Refrain aufzutischen. Ohrwurmtauglich geht es gleich im Anschluss mit "Die Konkurrenz" weiter, zu dem man kaum ruhig sitzen bleiben kann oder will. Bereits hier zeigt sich, dass Judith Holofernes ihre Stimme merklich weiter verbessern konnte, es ist noch einmal eine deutliche Steigerung zu "Von hier an blind" zu hören. Thematisch geht es hier um private Kleinkriege und elitäres Denken, das doch eigentlich meist völlig unnötig ist. Ob Jean-Michel Tourette mit seinem wuchtigen Gitarren-Intro in "Soundso" den Scorpions, die wie er aus Hannover stammen, huldigen wollte, weiß man nicht. Gewiss ist dies jedoch der endgültige Wachrüttler für alle, die nach den beiden ersten Songs noch nicht so recht überzeugt waren. Judith Holofernes singt hier von denen, die sich in dieser Welt nicht verstanden fühlen und wieder einmal sorgen ihre liebliche Stimme und die fröhliche Musik dafür, dass jegliche graue Wolke vom Himmel zu verschwinden scheint. Um unverstandene Menschen geht es auch in "The Geek (shall inherit)", welches wegen musikalischer Unbeschwertheit und textlicher Leichtigkeit sowohl auf den ersten als auch auf den zweiten Blick der vermeintlich stärkste Song des Albums ist. Selbst die ruhigen Stücke wie "Kaputt" oder "Labyrinth" kommen spätestens im Refrain mit einer überwältigenden Hookline angebraust und fegen damit jegliche aufkommende Melancholie bereits im Ansatz hinfort. "Soundso" ist trotz der teils sehr ernsten Texte sicherlich das bisher fröhlichste Album der Helden. Mit Francesco Wilking von Tele ist auf "Soundso" das erste Mal ein Gastsänger vertreten. "Für nichts garantieren" ist – wenn man die "(Ode) an die Arbeit" aufgrund seiner besonderen Struktur einmal ausklammert – sogar der erste Duett-Song überhaupt in der Bandgeschichte. Damit revanchiert sich Judith Holofernes dafür, auf dem Tele-Album "Wovon sollen wir leben" zwei Songs mitgesungen haben zu dürfen. Etwas schwer verdaulich ist das experimentell laute "Endlich ein Grund zur Panik", das so sehr nach "Die Reklamation" klingt wie kein anderer Song des Albums und gerade deshalb im ersten Moment ziemlich verwirrt. Verstörend ist auch das folgende "Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst", in dem Holofernes mit zum Teil verzweifelter Stimme auf die drohende Gefahr eines jederzeit möglichen Kriegsausbruches auch in unserem Land verweist. Zum Schluss gibt es mit "Hände hoch", "Stiller" und "Lass uns verschwinden" doch noch drei balladeske Songs, die auf "Von hier an blind" aufgrund der vorherrschenden Melancholie-Fülle gestört hätten, hier auf "Soundso" jedoch einen schönen, harmonischen Abschluss darstellen. "Lass uns verschwinden" hätte als letzter Song eines Albums bei manch anderer Band wahrscheinlich hanebüchene Auflösungsgerüchte zur Folge gehabt, bei Wir sind Helden kann man sich jedoch sicher sein, dass da noch einiges kommt. Gerne wieder so fröhlich wie dieses Mal. [Review lesen]

10.06.2008 03:12 - Widow's Peak: Why Should I (2008)

6.5 / 10
"Why Should I" ist das dritte Album der Bayern von Widow's Peak rund um die Gründungsmitglieder Oliver Klement und Andy Lorenz. Die mittlerweile fünf Männer ziehen ihr Ding mit wenig Schnick-Schnack und klaren Linien durch. Widow's Peak wissen, wie ihre Musik klingen soll und verfolgen ein klar erkennbares Ziel. Das hat heutzutage vor allem im Underground-Bereich Seltenheitswert. Die erste Hürde ist also gemeistert. "Why Should I" ist klar strukturiert, die Songs kommen durchweg ohne besondere Umschweife oder wahnsinnig ausgefallene Dauer-Soli direkt zum Punkt. Für Schnörkeleien ist hier kein Platz, Widow's Peak besinnen sich auf das Wesentliche. Und das ist auch gut so. Die Songs sind klassisch angelegt, kommen mit Gitarre, Bass und Schlagzeug aus. Gesang gibt es auch, logischerweise. Selbiger ist klar und deutlich eingesungen und produziert, die grundsätzlichen Aussagen der englischen Texte kommen bereits beim ersten Hören an. Lediglich "Right in Your Face" ist durch seine Megafon-Verzerrung zu Anfang unverständlich, aber sowas machen ja auch die H-Blockx gerne mal und da beschwert sich auch keiner. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Song – nicht zuletzt wegen des dann doch ganz angenehmen Gitarren-Solos – zu einem Höhepunkt auf "Why Should I". Die Hintergrundgesänge erinnern – vor allem in "Day by Day" – oftmals sehr an 70er-Jahre Backgroundgesänge. Der Vergleich mit den Beatles ist wahrscheinlich etwas zu hoch angesetzt, kommt aber spontan am ehesten in den Sinn. Auch Anleihen der Rolling Stones und ähnlichen Zeitgenossen sind hier und da nicht von der Hand zu weisen. Widow's Peak klingen in ihrem Gesamtbild sehr harmonisch, sehr klassisch, aber irgendwie ist das alles nichts Neues, man hat das meiste schon mindestens ein- oder zweimal woanders gehört. Mit "Why Should I" setzt das Quintett zum Ende hin noch einmal einen klaren Akzent in Richtung Großartigkeit. Das Stück, das gekonnt mit Einflüssen aus Country und Offbeat spielt, erzeugt mit sofortiger Wirkung einen astreinen Ohrwurm. Widow's Peak schaffen mit "Why Should I" keinen Meilenstein, aber darum wird es der Band wohl auch kaum gehen. Das Album ist bodenständig und gut, sicherlich aber nichts für die Dauerschleife oder ähnliche Spielchen. [Review lesen]

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