Linse


Registriert seit: 28.11.2009

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Bewertungen: 640 Reviews: 32
Genres: Blues, Comedy, Country, Dark Wave/Gothic, Elektronische Musik, Hardcore, House, Hörspiel/Hörbuch, Jazz, Klassik, Metal, Musical, Pop, Punk, Rap/Hip Hop, Reggae, Rock, Schlager, Singer/Songwriter/Liedermacher, Ska, Sonstiges, Soul/R&B, Soundtrack, Volksmusik/Folklore, World Music
Bewertungsverteilung von Linse
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
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6.0: 15.032679738562% (23x)

6.5: 11.764705882353% (18x)

7.0: 30.718954248366% (47x)

7.5: 37.908496732026% (58x)

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8.5: 28.104575163399% (43x)

9.0: 71.895424836601% (110x)

9.5: 22.875816993464% (35x)

10.0: 83.660130718954% (128x)

Die letzten Bewertungen
8.0 für Empyrium: Über Den Sternen (2021) (01.03.2021 20:42)
10.0 für Riverside: Out Of Myself (2003) (21.02.2021 17:13)
7.5 für Bewitched: Diabolical Desecration (1995) (21.02.2021 16:59)
9.0 für Messiah: Fracmont (2020) (19.02.2021 17:42)
10.0 für Joachim Witt: Pop (2004) (27.10.2020 21:15)
10.0 für Tenhi: Airut: Ciwi (2000) (01.10.2020 12:52)
9.0 für Therion: Deggial (2000) (29.09.2020 16:04)
8.0 für Alpgeist: Woid Mythen (2019) (08.12.2019 10:37)
Insgesamt 640 Bewertungen vorhanden. Alle anzeigen
Die letzten Reviews

01.03.2021 20:42 - Empyrium: Über Den Sternen (2021)

8.0 / 10
25 Jahre sind seit dem Debut “A Wintersunset...” vergangen. Ein Album, das nicht nur den Beginn einer außergewöhnlichen Karriere und Entwicklung von EMPYRIUM markierte, sondern gleichzeitig die Erfolgsgeschichte des Ausnahmelabels Prophecy Productions begründete. Keine Band von zweifelsohne zahlreichen außergewöhnlichen Formationen steht so sehr für den Musikkosmos, Anspruch und das Konzept von Firmengründer Martin Koller wie die musikalische Vision von Markus Stock aka Ulf Theodor Schwadorf. “A Wintersunset...”, geboren aus der jugendlichen Sturm-und-Drang–Phase zwischen Rebellion und Romantik, ist heute ein Klassiker, dessen Stil auf dem Zweitwerk “Songs Of Moors And Misty Fields” in beeindruckender Art und Weise perfektioniert wurde. Der Nachfolger “Where At Night The Woodgrouse Plays” verhehlte zwar den Einfluss von Ulvers “Kveldssanger” in keinster Weise, ist aber nicht zuletzt durch die erstmalige Beteiligung von Sänger Thomas Helm ein weiterer unvergleichlicher Klassiker musikalischer Naturmystik und -romantik, die auf akustischen Instrumenten umgesetzt wurde. Dass das Drittwerk, welches durch die rein akustische Ausrichtung erstmals die Ketten des metallischen Korsetts sprengte, sowie die Liaison mit Helm in einem Meisterwerk vom Format “Weiland” gipfeln würden, durfte man seinerzeit allenfalls im direkten künstlerischen Dunstkreis der Protagonisten zu ahnen gewagt haben. Unter dem Einfluss von Helm hatte Schwadorfs Vision, nach deren Vertonung er mit EMPYRIUM strebte, in Form von “Weiland” Vollkommenheit erlangt. Er hatte damit ein Werk erschaffen, das in Sachen Naturmystik und -romantik in jeder Hinsicht einzigartig, unvergleichlich und einmalig ist. Im Umkehrschluss bedeutete diese Entwicklung das vorläufige Ende der Ära EMPYRIUM. Der umtriebige Aufnahmeleiter widmete sich fortan seinen musikalischen Wurzeln, beschritt mit Konstanz und The Vision Bleak einen nicht minder beeindruckenden Weg über Horror Metal–Pfade, schwelgte mit Helm und Noekk in klassischen Progressive Rock–Gefilden oder verdingte sich auf der Ewigheim´schen Gothic-/Elektrorock-Spielwiese. 2010 deutete sich mit dem Song “Days Before The Fall” auf der Compilation “Whom The Moon A Nightsong Sings” zaghaft die Wiederauferstehung von EMPYRIUM an. Das Gefühl seines musikalischen Zöglings forderte nach einer neuen Form des musikalischen Ausdrucks. Und dieser verschaffte sich ausgerechnet auf der Bühne des Wave Gotik Treffens in Leipzig Luft. Ein Paukenschlag, der in Bild und Ton dokumentiert und auf “Into The Pantheon” veröffentlicht wurde. Gleichzeitig bedeutete dies einen Wendepunkt, denn mit dem Erfolg des Konzerts hatte Schwadorf die kategorische Ablehnung von Konzerten mit EMPYRIUM aufgegeben und die Welt öffnete sich für das Schwadorf´sche Kollektiv nicht nur in Istanbul, in China oder auf ARTE. “The Turn Of Tides” schlug 2014 dann auch das lang erwartete neue musikalische Kapitel im Schaffen von EMPYRIUM auf. Künstlerisch, musikalisch und menschlich auf einem anderen Level als weiland 2002 präsentierte das Comeback die Formation in einem sehr kompakten aber nicht weniger intensiven und schwelgerischen 2.0-Format weiter, hallender Klanglandschaften, die jedoch zu keiner Zeit Zweifel daran ließen, wer hier die Küsten entlangschreitet und Horizonte erkundet... Mit “Über den Sternen” schließt sich bei EMPYRIUM nun der Kreis: Das Werk setzt da an, wo man mit “The Turn Of Tides” schloss. Auf der Basis dieses Albums finden sich auf “Über den Sternen” nun sämtliche Trademarks aller EMPYRIUM-Klassiker in gewisser Weise auf diesem Opus zusammen: Angefangen bei den Black- und Doom Metal–Wurzeln, über die Akustikphase und die monumentale Epik von “Weiland”; ein Umstand, der nicht zuletzt den zahreichen Touren entsprungen sein dürfte, bei denen sich Schwadorf zuletzt auch live intensiver mit dem EMPYRIUM´schen Frühwerk auseinandergesetzt hat. Dabei sind Schwadorf und Helm weit davon entfernt, aus dem eigenen Klassiker-Fundus zu rezitieren oder gar das eigene Erbe zu zerfleddern. EMPYRIUM stehen im Hier und Jetzt fest auf dem hiesigen Boden, selbst wenn sich der Blick in die Sterne richtet und die kosmische Sehnsucht gestillt werden will. “Über den Sternen” mag kein Klassiker im Sinne der vier ersten Alben sein. Aber es ist ein ebenbürtiges, nicht minder beeindruckendes und reifes Spätwerk einer Band oder (um es mit Schwadorfs Worten zu sagen) eines Gefühls bzw. einer Stimmung, die musikalisch ausgedrückt werden will. Mich persönlich zieht noch heute jedes EMPYRIUM-Album auf seine ureigene Art und Weise in seinen Bann, was für das aktuelle Werk nicht minder gilt. Aber wer auch nur ansatzweise mit der Ausrichtung von “The Turn Of Tides” gehadert hat, der dürfte nun “Über den Sternen” erneut seinen Frieden mit Schwadorf und Helm schließen. (twilight-magazin.de) [Review lesen]

27.12.2020 23:40 - Bombthreat: In Memory Of Glory - Forever Fallen (2020)

6.0 / 10
“In Memory Of Glory – Forever Fallen” ist der Schwanengesang von einer der dienstältesten Combos aus dem Harz. BOMBTHREAT aus Aschersleben sind mittlerweile wahre Urgesteine und Originale der Death Metal – Szene. Umso überraschender mutet da die Ankündigung im Innenleben des aktuellen Werkes an, dass die Band nach zahlreichen EP´s Live-Veröffentlichungen und drei Alben für immer fallen soll. Bis die letzten Note verklungen ist, wird jedoch unter Trommelfeuer noch einmal kriechend der komplette Schützengraben vermessen, und die Linie knietief im Schlamm watend bis zur letzten Patrone verteidigt. Einmal mehr beweisen sich BOMBTHREAT also als bodenständige und unerschrockene Infanterie-Malocher, die klassischen Death Metal aus jeder Pore schwitzen. “In Memory Of Glory – Forever Fallen” klingt ein wenig wie ein Hybrid aus britschem und skandinavischen Todesstahl, wobei der Angriff überwiegend im Mid- und Uptempo erfolgt. Weder Melodien, noch Grooves scheut man dabei und glücklicherweise immer noch weit davon entfernt, sich für manch´ ranzige Punkwurzel zu schämen. Das Quintett war jeher eine verschworen Truppe für´s Grobe, allerdings mit der außergewöhnlichen Gabe, die eingeschränkte technische Versiert- und Beschlagenheit durch Gespür, Feeling, Spielfreude und Enthusiasmus wettzumachen. Wer es filigran mag, der ist hier fehl am Platz. BOMBTHREAT treten in Würde und mit einem soliden Death Metal – Album ab, das sämtliche Trademarks beinhaltet, die die Band seit mehr als zwei Dekaden auszeichnet. Solide nur deshalb, weil man es leider nicht geschafft hat, die Vorgänger noch einmal zu toppen. Neben dem erneut sehr verwaschenen Sound und dem zu sehr im Hintergrund stehenden Gesang von Schimmel, ist “Breeding Ground Of War” puristisch unerreicht, das Songmaterial von “Back From Oblivion” anspruchsvoller und abwechslungsreicher, wenn auch nicht weniger durchschlagskräftig. Tja, und die “XX”-EP als Sahnehäubchen der Diskografie ist eh nicht zu übertrumpfen. “In Memory Of Glory – Forever Fallen” ist aber somit ein Abgesang in bester Gesellschaft. Farewell, BOMBTHREAT!!! (twilight-magazin.de) [Review lesen]

04.03.2012 19:19 - Les Discrets: Ariettes Oubliées... (2012)

7.0 / 10
Klagende Leadgitarren, sehnsuchtsvoller Gesang über einem dichten Riff-Teppich in einer räumlich schier unendlichen Klangkathedrale. Erbaut und ersonnen vom französischen Künstler Fursy Teyssier, welcher mit “Ariettes Oubliées” dieser Tage das Zweitwerk seiner Band LES DISCRETS vorlegt. Auch wenn das Überraschungsmoment des intensiven Debuts “Sebtembre Et Ses Dernières Pensées” ausbleibt und das neue Werk nicht ganz an den Vorgänger heran reicht ist es trotz allem ein düster-romantischer Trip aus Black (Metal), Shoegaze und Alternative. Der Sound hat sich einmal mehr in die Richtung der Freunde und Landsmänner Alcest entwickelt, während Teyssier sich musikalisch langsam an Größen wie Katationia oder Anathema herantastet. LES DISCRETS entwickeln ihr Potential, vollends entfalten kann man es noch nicht. Dafür verzettelt man sich dann und wann für meinen Geschmack ein wenig zu oft in monotoner Schwelgerei. Letztlich ist dies jedoch Gejammer auf einem sehr hohem Niveau, denn LES DISCRETS stehen für sich selbst und obschon Alcest aktuell an ihren Kollegen vorbei gezogen sind, so wird “Ariettes Oubliées” keinen Fan des Debuts wirklich enttäuschen. [Review lesen]

23.01.2012 20:24 - Alcest: Les Voyages De L'Âme (2012)

8.5 / 10
ALCEST sind die Meister traumwandlerisch-düsterer Musik und stehen wie kaum eine andere Formation dieser Tage für bittersüß-verklärten romantischen Black Metal. War mir die Band um Mastermind Neige und Drummer Winterhalter auf sämtlichen Vorgänger-Alben immer einen Hauch zu Nahe an triefendem Kitsch, so legen die beiden mit ihrem aktuellen Werk “Les Voyages De L'âme” ein unglaublich stimmiges und in sich geschlossenes Meisterstück vor, welches mich erstmals vollends zu überzeugen weiß. ALCEST haben einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht und auch wenn mich - gerade mit zunehmender Spielzeit – immer noch manchmal an der honigsüßen Monotonie bzw. den ähnlich angelegten Songstrukturen, welche zugleich unverkennbares Markenzeichen der Band sind, stoße, so registriert mein Herz mit Freude, dass sich die Meister der musikalischen Träume nicht nur etabliert, sondern vorläufig an die Spitze dieses Oeuvres gesetzt haben. [Review lesen]

15.12.2011 19:49 - Dark Suns: Orange (2011)

9.5 / 10
Jetzt wird’s bunt im Haus der dunklen Sonnen, und zwar kunterbunt. Was nach dem kongenialen Vorgänger „Grave Human Genuine“, auf dem die Leipziger die Mischung ihrer düsteren Doom-Death-Wurzeln mit feinsten Prog- und Jazz-Elementen auf die Spitze trieben und in Perfektion zelebrierten, zu erwarten war wird schon bei den ersten Tönen von „Orange“ zur Gewissheit. DARK SUNS haben nicht einfach nur eine stilistische Kurskorrektur vorgenommen, indem sie ihren metallischen Background nahezu komplett hinter sich gelassen haben und stattdessen den musikalischen Wahnwitz losgelöster denn je von stilistischen Schranken jedweder Art ausleben. „Orange“ präsentiert progressiven Rock in Reinkultur, dargeboten mit einer spielerischen Klasse und musikalischen Reife, die beängstigend ist. Seit „Grave Human Genuine“ haben die Sachsen eine Evolution durchlaufen, für die manch´ andere Künstler eine gesamte Diskografie benötigen, um dann am eigenen stilistischen Klimax zu zerbrechen. Frisch, fromm, fröhlich und frei von jeglichen Fesseln explodieren DARK SUNS förmlich und sprudeln vor Ideenreichtum und Spielwitz nur so über. Da wird nicht mit Effekten gegeizt, mit überraschenden Wendungen, mit irrwitzigen Spannungsbögen und Songstrukturen, schrägen Arrangements und Instrumentierungen. „Orange“ ist ein Werk, dessen Kreativität verstört und verschreckt und bietet wahrlich keine einfache Musik, die sich bereits beim ersten Durchlauf vollends erschließt und entfaltet. Auch ich spürte beim Erstkontakt das Bedürfnis, mich überfordert abzuwenden ohne zu ahnen, dass mich die spielerischen und instrumentalen Details längst in den Bann gezogen hatten. Und seither wird „Orange“ täglich bunter, großartiger, facettenreicher und stimmiger. Fazit: Die dunklen Sonnen erfinden sich auf ihrem Geniestreich „Orange“ neu und nehmen dabei gelassen in Kauf, die Musikwelt zu überfordern, so dass es in anbetracht der musikalischen Vollendung eigentlich keine Alternative zur Höchstnote. Und da ich der Meinung bin, dass „Orange“ durch ein etwas strafferes Songwriting und eine Prise mehr Eingängigkeit noch besser hätte ausfallen können ziehe ich einen halben luxuriösen Punkt ab. Aber das ist Jammerei auf allerhöchstem Niveau. [Review lesen]

06.12.2011 18:22 - Tenhi: Saivo (2011)

10.0 / 10
TENHI krönen mit einem Meisterwerk namens „Saivo“ ihr bisheriges Schaffen und setzen sich selbst und der Nachwelt ein unmerkliches aber anmutig schönes Denkmal. Die finnischen Eigenbrötler entführen uns in das Totenreich der Sami-Mythologie und hauchen einmal mehr den Sagen und Mythen ihrer Heimat musikalisches Leben ein. Klavier, Gitarren, Streicher, Flöten sowie die unnachahmlichen Gesänge erschaffen organische Klanggemälde, weite dreidimensionale winterlich ruhende Seen-Landschaften, die nach Erde schmecken und nach Wald riechen, die sich wie Pulverschnee anfühlen und dem Säuseln des Herbstwindes gleichen, der sich nach der alles schluckenden Stille des Winters sehnt. So traurig, verlassen und einsam „Saivo“ auch erscheinen mag, so sehr strotzt dieses Werk vor Leben, universeller Energie und ewiger Erkenntnis. Diese betörenden Klänge machen Wort und Wertung überflüssig... [Review lesen]

18.06.2011 17:15 - Dark Suns: Grave Human Genuine (2008)

9.0 / 10
Wer glaubte, DARK SUNS würden sich nach ihrem Prophecy-Debut "Existance" weiter in die seichten und bequemen Fahrwasser altgedienter Selbstläufer wie Opeth oder Porcupine Tree manövrieren, der soll hier nicht nur eines besseren belehrt werden, sondern regelrecht vor den Kopf gestoßen und in einer Nußschale treibend, einem tosenden Orkan auf offener See feilgeboten werden. Mit "Grave Human Genuine" hat die, zum Trio geschrumpfte, Leipziger Formation ein extrem düsteres und komplexes Monstrum erschaffen, ein tonnenschweres Konstrukt, welches vor musikalischen Gegensätzen nur so strotzt und ebenso dicht wie fragil ist. Die Bandbreite, die DARK SUNS ausloten ist so vielseitig, wie nie zuvor, geht man doch mit einer tiefen Doom-Schlagseite deutlich ein Stück zurück zum Debut "Swanlike". Ebenso, wie man mit der Einbindung von Drumloops und kalten elektronischen Elementen, sowie exotischen Rythmen und Instrumenten Neuland betritt, zumindest, was deren, stellenweise federführende Präsenz, auf diesem Album betrifft. "Grave Human Genuine" lebt förmlich von den Kontrasten, in denen diese Spielereien eingebettet sind, dem finsteren Doom auf der einen und virtuosem Jazz in seiner reinsten Form, wie er progressiver nicht sein könnte, auf der anderen Seite. Dieses Pendeln zwischen den emotionalen Schwingungen zeigt sich einmal mehr beim Gesang von Nico Knappe, der sich, wie auch der Rest der verbliebenen Mitglieder enorm weiterentwickelt hat. Bannte die Ausrichtung des Vorgängers "Existance" die erdigen Grunts noch aus der Repertoire der Sachsen, so erleben diese tiefen gesangstechnischen Einlagen nicht nur eine Renaissance, sie sind viel mehr ein adäquates Mittel zum Zweck, die immer wieder kehrende Ambivalenz zwischen totaler Leere und dem schimmernden Licht am Ende des Tunnels umso eindringlicher in Szene zu setzen. Denn im Gegensatz dazu klang auch der cleane Gesang von Nico noch nie so überzeugend und fassettenreich, wie auf "Grave Human Genuine". DARK SUNS riskieren mit dem aktuellen Werk viel, erfinden sich neu und verlangen dem Hörer einiges ab. Fest steht jedoch, dass man die musikalische Sackgasse der Berechenbarkeit umschifft und einmal mehr die Freiheit einer unbekannten offenen See, vertrauten Küstengewässern vorgezogen hat. Ob der Band damit nun endlich die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit zuteil wird nach dem das, phasenweise überirdische, Niveau geradezu lechzt, wage ich allerdings erneut zu bezweifeln. Unterm Strich bleibt "Grave Human Genuine" allerdings mit Nachdruck ein postmodernes Metal-Meisterwerk, welches nicht einfach nur auf der Höhe unseres Zeitfensters ist, sondern wahrscheinlich sogar den einen oder anderen Tick des Zeigers voraus. Die Konsequenz, mit der DARK SUNS ihre musikalischen Visionen umsetzen verlangt höchsten Respekt, allerdings auch Mut, sich ihr zu stellen. [Review lesen]

18.06.2011 17:14 - Dark Suns: Existence (2005)

7.5 / 10
Drei Jahre ist es her, da ging ein Stern in Form eines gleißenden Kometen am deutschen Underground-Himmel auf! Dark Suns veröffentlichten mit Swanlike eine kleine Perle im progressiven Death-Doom Metal und sorgten allseits für offene Münder in der Szene. Eine Support-Tour für die schwedischen Ausnahmekünstler von Katatonia tat ihr übriges, um den Namen der Leipziger in Windeseile in alle Himmelsrichtungen zu verbreiten, so das ihnen der Ruf, sie seien die Deutschen Opeth vorauseilte. Dieser Tage erscheint also nun mit Existance der lange erwartete zweite Streich der dunklen Sonnen, für dessen Veröffentlichung man nun mit Prophecy Productions endlich auch ein angemessenes Label für sich gewinnen konnte. Eine Reise, die durch die verträumten Gefühlswelten einer fragilen Existenz führt, ist dieses gut 75 minütige Konzeptalbum laut Bandaussagen geworden, ungeheuer vielschichtig und tiefgründig. Die Death-Metal Anleihen kommen gar nicht mehr zum Vorschein und auch die schweren Doom-Passagen, die auf Swanlike noch vertreten waren sucht man auf Existance vergeblich. Und auch der Opeth Vergleich tritt mehr und mehr in den Hintergrund und lässt sich eigentlich nur noch an der allgemeinen musikalischen Verspieltheit und dem ähnlichen cleanen Gesang der lyrischen Protagonisten beider Bands ausmachen. Zwar beginnt die Reise in den vergleichsweise aufgewühlten Fahrwassern der vermeintlichen schwedischen großen Brüder doch wird schnell klar, das der Kurs von Song zu Song in Richtung Küstennähe korrigiert wird bis die Mannschaft ihren Kahn letzten Endes in die Mündung eines majestätisch dahin fließenden Stromes manövriert um weiterhin in ganz ruhigen Gewässern zu segeln. Wodurch sich die musikalische Ausrichtung mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr vom Metal hin zu psychedelischer und verträumt, melancholischer Rockmusik der Marke Porcupine Tree oder Anathema verschiebt. Das ganze geschieht nach wie vor auf dem hohen Niveau, wie es von den Dark Suns auch nicht anders zu erwarten war, allerdings birgt das Erkunden unbekannter Gewässer auch eine deutlich höhere Gefahr, Schiffbruch zu erleiden. Die Sandbänke lauern ganz einfach darin, das der befahrene musikalische Strom seichter und seichter wird, bis er zum Schluss kaum noch greifbar ist, wodurch sich nichts so richtig einprägen will. Versteht mich nicht falsch, Existance ist ein sehr gutes Album geworden, das weit über dem Durchschnitt liegt aber der großen Erwartungshaltung konnte es leider nicht gerecht werden, dafür fehlen der Scheibe einfach die Kontraste bzw. die Ecken und Kanten, die noch auf Swanlike zu vernehmen waren. Der versuchte Befreiungsschlag ist den Leipzigern hoch anzurechnen, wenn er auch noch nicht ganz erfolgreich war, doch war er wichtig, um zukünftig nicht bis in alle Ewigkeit als Opeth Klon zu gelten. Somit zeigt mein Daumen trotzdem nach oben, da ich mir ziemlich sicher bin, dieses Unterfangen mit dem nächsten Album gelingen wird und vielleicht erwartet uns dann wirklich etwas ganz Großes, das Kreativpotential dafür haben Dark Suns allemal! [Review lesen]

17.06.2011 23:23 - Morbid Angel: Illud Divinum Insanus (2011)

4.5 / 10
Dieses Album ist das Statement einer "gealterten" Genre-Institution, die einfach nicht mehr weiß, was sie mit ihrem - zweifelsohne immer noch großen - musikalischen Können und Potential anfangen soll. Die plakative "Schein-Innovation" aus Techno- und Industrial-Einflüssen ist weder mutig noch wirklich wegweisend, denn das, was dem Hörer hier als neuartig und innovativ untergejubelt werden soll haben andere Metal-Bands schon vor mehr als einer Dekade um Längen besser und stimmiger zelebriert... Womit sich der vermeintliche Fortschritt als überholt, altbacken und allzu oft ganz einfach als schlechtes bis teilweise lächerliches Songmaterial entlarvt. Und daher reichen vier "reguläre" Death Metal-Kracher in klassischer Morbid Angel-Manier nicht aus, um den Eindruck zu widerlegen, dass sich Morbid Angel auf ihrem aktuellen Album in einem kreativen Vakuum befinden, das technisch - wie zu erwarten war - keine Wünsche offen, den Fan jedoch ratlos zurück lässt... PS: Ich bin durchaus offen, was andere Stilistiken angeht. Und wenn ich Lust auf einen Song vom Schlage "Radicult" habe, dann greife ich persönlich lieber zu den Originalen, z.B. Marilyn Manson oder Ministry... Die können das nämlich nicht nur besser, sondern es klingt nicht annähernd so aufgesetzt wie bei Morbid Angel... In dieser Verfassung sehe ich die Band jedenfalls weniger auf dem diesjährigen Party.San, als auf dem zeitgleich stattfindenden Mera Luna besser aufgehoben... [Review lesen]

31.05.2011 17:10 - A Forest Of Stars: Corpse Of Rebirth, The (2007)

9.5 / 10
Bereits 2008 ließen die Briten A FOREST OF STARS erstmals mit dem eigenproduzierten Debut “The Corpse Of Rebirth” Undergroundkreise aufhorchen, präsentierte man doch eine archaische Art von schwelgerischer, sphärischer und urbritischer Musikkunst, die wie ein majästetischer, fragiler und zugleich zerstörerischer Bastard aus Black Metal und Godspeed You! Black Emperor klingt. Im letzten Jahr folgte das vorliegende “Opportunistic Thieves Of Spring” als offizielles Label-Debut via Transcendental Creations Records in den USA, welches bisher nur über den Importweg zu erstehen war. Dem machen Lupus Lounge jetzt mit dem Signing der nach einer exklusiven Bruderschaft des viktorianischen Englands benannten Kapelle ein Ende, indem sie beide Alben nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Und auch wenn die zermürbende, flächige und zerbrechliche Intensität von “The Corpse Of Rebirth” für mich persönlich leider nicht erreicht wird, so führen A FOREST OF STARS den englischen Black Metal doch zweifelsohne in ein neues heroisches Zeitalter. “Opportunistic Thieves Of Spring” gleicht musikalischen Opiumschwaden. Monumental-Doom, vornehmer Bombast, faulige Raserei umhüllen eine klagend-bittersüße Kakophonie, düster gefärbt von Violine, Flöte und Percussions. Hier beschwören absinthtrunkene Alchemisten eine wahrhaft finstere Macht und niemand ist imstande, sich diesem hypnotischen Exzess zu entziehen. Aber es lohnt sich, Teil dieses Rituals zu werden.... [Review lesen]

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