Kubi

Kubi
Registriert seit: 23.02.2007

Zum Verkauf 0 Eingetragen 830
Bewertungen: 1913 Reviews: 353
Genres: Metal, Rock
Bewertungsverteilung von Kubi
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
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4.0: 1.4705882352941% (8x)

4.5: 1.2867647058824% (7x)

5.0: 2.3897058823529% (13x)

5.5: 2.0220588235294% (11x)

6.0: 4.2279411764706% (23x)

6.5: 7.1691176470588% (39x)

7.0: 14.154411764706% (77x)

7.5: 32.536764705882% (177x)

8.0: 61.397058823529% (334x)

8.5: 100% (544x)

9.0: 83.455882352941% (454x)

9.5: 28.308823529412% (154x)

10.0: 11.397058823529% (62x)

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Die letzten Reviews

23.12.2015 12:18 - Von Hertzen Brothers: New Day Rising (2015)

9.0 / 10
Die VON HERTZEN BROTHERS standen bereits seit einiger Zeit auf meinem imaginären Zettel. Ich wusste eigentlich schon durch das Lesen einiger Rezensionen zu früheren Alben und - meist kurzen - Lauschangriffen weniger Songs, dass die drei finninschen Brüder sicher auf meiner Geschmacksautobahn fahren. Diese ist aber so voll, dass man die Truppen auf der rechten Spur schon mal mit (zu) wenig Beachtung straft. "New Day Rising" gibt mir nun endlich die Gelegenheit Verpasstes nachzuholen. Dabei ist es für mich keine sonderliche Überraschung, dass das Quintett - die drei Von Hertzens werden ergänzt von Drummer Mikko Kaakkuriniemi & Keyboarder Juha Kuoppala - sich hier flott auf der Überholspur wiederfindet und das mittlerweile sechste Album der Truppe mich nachhaltig von der Qualität der Band überzeugt. Es fällt schon schwer die VON HERTZEN BROTHERS zu kategorisieren. Die Schublade Progressive Rock passt im Wortsinne zwar, führt aber gleichzeitig auch in die Irre. Denn mit den typischen Genremerkmalen hat die Musik auf "New Day Rising" nur wenig zu tun. Es gibt keine minutenlangen, instrumentalen Abfahrten und Einflüsse von PINK FLOYD, YES oder GENESIS sucht man ebenfalls vergebens. Richtiger ist es wohl, die Musik als originellen, harten Rock zu bezeichnen, der seine Wurzeln in gleichem Maße in Tradition und Moderne sucht. Schon die Wahl des Produzenten zeigt, dass sich die Finnen als zeitgemäße Truppe verstehen. Garth Richardson hat immerhin BIFFY CLYRO, SKUNK ANANSIE, RISE AGAINST oder RAGE AGAINST THE MACHINE schon das richtige Klangbild verpasst. Auch "New Day Rising" tönt transparent, zeitgemäß, dabei aber auch so detailverliebt wie es die Musik eben braucht. Damit kommen wir dann endlich zu den Kompositionen an sich. Diese sind konsequent zwischen etwas unter vier und etwas über sechs Minuten lang, mit einer Tendenz zur knackigeren Variante. Und doch passiert in den Songs - und das ist durchaus eine Parallele zu BIFFY CLYRO - eine ganze Menge. Egal, ob es harte Riffs, sanfte Streicher, mehrstimmige Gesangspassagen, beinahe poppige Gesangsmelodien oder unterschiedliche Tastenklänge sind, alles findet in den kompakten Nummern seinen selbstverständlichen Platz. Als Beispiele dienen der knusprige Opener und Titeltrack, das episch-dramatische 'Hold Me Up', das sich stetig steigernde 'Love Burns' oder das mit beschwingten BEATLES-Vibes versehene 'Dreams'. Und das ist nur eine zufällige Auswahl, denn auch jede andere Nummer könnte ich hier herauspicken und ihre Vorzüge würdigen. Auffällig ist, dass viele der Songs ein wenig brauchen, um zu beschleunigen und auf die oben beschrieben Überholspur zu gelangen. Doch mit jedem Spin nehmen die Kompositionen mehr Fahrt auf, zünden dann irgendwann den Turbo und drängen so immer deutlicher in den Vordergrund. Mittlerweile bin ich bei mehr als einem Dutzend Spins und überzeugt davon, dass ich das Album in Zukunft nur noch besser finden werde. Wer also harte, zeitgemäße, originelle Rockmusik hören möchte, kommt eigentlich an den VON HERTZEN BROTHERS nicht vorbei. Bärenstark. Zuerst veröffentlicht hier: https://powermetal.de/review/review-Von_Hertzen_Brothers/New_Day_Rising,25867,25767.html [Review lesen]

18.06.2015 10:48 - Rishloo: Living As Ghosts With Buildings As Teeth (2014)

10.0 / 10
Es ist etwa drei Jahr her, da gaben die Jungs von RISHLOO bekannt, dass sie sich von Sänger Andrew Mailloux getrennt haben und der Rest unter dem Namen THE GHOST APPARATUS weitermachen würden. Ein instrumentaler Song wurde zum Download zur Verfügung gestellt, über den mögliche Nachfolger Gesangsmelodien legen und ihn der Band zuschicken konnten, um sich so auf den Posten zu bewerben. Dies war auch mein letzter Kenntnisstand zu den Herren aus Seattle und so war ich doch basserstaunt, als mit "Living As Ghosts With Buildings As Teeth" plötzlich das vierte Album von RISHLOO mit Andrew Mailloux am Mikro in unseren Redaktionshallen einflog. Ich bin sicher, dass dieser Name noch nicht besonders vielen unter Euch geläufig ist, sind doch die ersten drei Alben zwischen 2004 und 2009 allesamt - wie das neue Werk auch - in Eigenregie erschienen. Bereits das Debüt "Terras Fames" bot sehr eigenständigen Rock irgendwo zwischen Progressive & Alternative. Bands wie TOOL, A PERFECT CIRCLE, COHEED & CAMBRIA, KARNIVOOL, FAIR TO MIDLAND oder THE BUTTERFLY EFFECT würde man heute wohl als Referenzen identifizieren, wobei es der Gesang von Andrew Mailloux ist, der die Band absolut eigenständig macht. "Eidolon" und "Feathergun" verfeinerten den Stil der Truppe, dabei ist das bislang letzte Album wohl am eingängigsten geworden. Songs wie 'River Of Glass', 'Feathergun In The Garden Of The Sun', 'Scissorlips' oder 'Diamond Eyes' waren trotz aller Komplexität echte Ohrwürmer und fanden so für mich die perfekte Balance im Sound der Band. Dachte ich zumindest bisher. Doch "Living As Ghosts With Buildings As Teeth" zeigt die Band schlicht in unfassbarer Form. Bereits ARCANEs "Known/Learned" und jüngst ARMORED SAINTs "Win Hands Down" haben bei mir in diesem Jahr für völlige Ekstase gesorgt. Und zumindest bei letzterem war ich beim Schreiben der Rezension vor ein paar Wochen sicher, dass diese Scheibe in diesem Jahr nicht mehr getoppt werden würde. Diese Sicherheit schwindet mittlerweile mit jedem neuen Spin dieses Geniestreiches. Was also ist schuld an meiner erneuten Euphorie? Nun, zuallererst versteht es das Quartett Spannungsbögen einzubauen, wie es nur ganz wenige Bands schaffen. Schon das eröffnende 'The Great Rain Beatle' ist äußerst wendungsreich und verblüfft zudem damit, dass Mailloux stellenweise sehr aggressiv klingt. Dabei erinnert seine Stimme irgendwie an eine Mischung aus Serj Tankian, Maynard Keenan und Darroh Sudderth (FAIR TO MIDLAND), doch schafft es dieses vokale Chamäleon dennoch eine eigene Identität zu wahren. 'Landmines' ist dann das erste Paradebeispiel für einen mitreißenden Songaufbau. Begonnen wird im leisen Erzählerstil, bei dem Mailloux preisgibt, dass er jeden hier umgebracht hat außer seine Tochter. Schon bald nimmt die Nummer Fahrt auf und Mailloux ist auf direkten Weg in den Wahnsinn, nur um kurz darauf noch einmal den Fuß vom Pedal zu nehmen und die Spannung auf den Siedepunkt zu treiben. Und just wenn wir dort angekommen sind, ertönt eine beinahe pervers-schöne Gesangsmelodie, die überraschend behutsam aufgebaut ist und damit genau das Gegenteil von dem darstellt, was ich hier vermutet hätte, nur um dann nach etwa fünf Minuten mit einer weiteren nicht-von-dieser-Welt-Melodie die 'Landmines' explodieren zu lassen. Völlig großartig. Das Unfassbare: Das ist nicht der beste Track des Albums! Das anschließende 'Dead Rope Machine' übertrifft 'Landmines' zwar noch nicht, spielt aber bereits auf faszinierende Art mit jeder Form der Dynamik. Schnell/langsam, laut/leise, aggressiv/zart. All das ist hier - z. T. in Bruchteilen von Sekunden - zu finden. Mit jedem Spin schafft es der Song so neue Facetten zu zeigen. 'Dark Charade' ist mit seinen knapp elf Minuten dann nicht nur das Herz des Albums, sondern auch der bisher längste Song der Band. Ich muss zugeben, dass ich ein paar Umdrehungen gebraucht habe, um diese Nummer zu fassen, aber meine Herren, was ist das denn bitte für ein Song?! Ganz ehrlich, ich kann mich kaum kontrollieren, wenn ich das höre. Dabei fängt alles so harmlos an. Die ersten knapp drei Minuten wird beinahe zurückhaltend musiziert. Sanft flüstert Mailloux die Zeilen 'I lost myself in the dark charade', die Instrumentierung ist reduziert, leise Percussion, akustische Klampfe, bevor es nach etwas mehr als drei Minuten fast zum Stillstand kommt. Die Spannung ist greifbar und ich hatte eigentlich einen großen Knall erwartet. Doch auch hier spielt die Truppe wieder geschickt mit der Erwartungshaltung des Hörers und baut noch einen weiteren eher zarten Teil ein, bevor die elektrische Gitarre mit einem ersten einfachen Riff die Nummer die nächste Stufe erklimmen lässt und mich langsam und stetig dem ersten Höhepunkt entgegentreibt. Wenn dann die Zeilen 'Do you love me now that I can save us all?' gesungen werden, werden Glückshormone ausgeschüttet. Aber RISHLOO wäre nicht RISHLOO, wenn an dieser Stelle Schluss wäre. Und das ist nicht ein 'unfortunate mistake' wie Mailloux uns zu verstehen gibt. Das ist volle Absicht und führt uns zur finalen Eruption, bei der mich nix auf dem Stuhl hält. Dave Gillets Riff reißt mich nieder, die Rhythmussektion baut einen höllischen Groove auf und darüber explodiert Andrews Stimme. Was für ein höllisches Finale! Das Unfassbare: Auch das ist nicht der beste Track des Albums! Vielleicht ganz knapp, ich kann mich da nach nun 25 Durchgängen echt noch nicht festlegen, aber es ist nicht so, dass der Song den Rest um Meilen überragt. Zunächst jedoch holt einen das ruhige 'Salutations' und das sich langsam steigernde 'Radio' wieder auf den Erdboden zurück. Beides wunderbare Stücke, die aber an dieser Stelle doch in erster Linie zum Durchatmen dienen. Mit 'Winslow' folgt die nächste Komposition, die mich schier in den Wahnsinn treibt. Treibend geht es los, das verspielte Riff sorgt von der ersten Sekunde an für Unruhe, darüber lässt Mailloux seine Stimme tanzen. Sie schwillt an, ebbt ab, ist immer wandel- und somit schlecht greifbar. Wenn dann nach knapp vier Minuten Andrew die aggressiv-gesprochene Keule herausholt, nimmt 'Winslow' ähnlich Fahrt auf wie PSYCHOTIC WALTZ einst bei der 'Freakshow'. Ab hier steigert sich der Song dann in die totale Ekstase, die seinen Höhepunkt erreicht, wenn Mailloux schreit 'Don't look away now!'. Nein, wie auch?! Stattdessen läuft die Nummer gerne noch ein, zwei Extrarunden. Und das immer zusammen mit dem abschließenden, schlicht wunderschönen 'Just A Ride', um das ich an dieser Stelle gar nicht so viele Worte machen möchte. Auch hier ist der Spannungsaufbau einmal mehr perfekt, die abschließende Steigerung kaum mit Worten zu beschreiben und versetzt mich beinahe in Trance. Vielleicht der beste Song des Albums, ja, des Jahres. Und nein, es ist nicht 'Just A Ride', RISHLOO bietet hier so viel mehr an, was Worte eigentlich nicht annähernd ausdrücken können. Deshalb will ich es damit auch belassen. Absolute Kaufpflicht für alle und jeden. zuerst veröffentlicht unter: http://powermetal.de/review/review-Rishloo/Living_As_Ghosts_With_Buildings_As_Teeth,26100,25990.html [Review lesen]

15.03.2013 00:24 - Biffy Clyro: Opposites (2013)

10.0 / 10
Die sympathischen Schotten von BIFFY CLYRO gehen die Aufgabe, ihrem Erfolgsalbum "Only Revolutions" einen Nachfolger an die Seite zu stellen, äußerst offensiv an: Es gibt gleich 20 Songs zu hören, die sich auf zwei Silberlinge verteilen. Mutig oder übermütig? Die Antwort lautet wohl: Selbstbewusst. Bislang hat es das Trio geschafft, mit jedem Werk ein Stück besser zu werden. Eine Aussage, die nach dutzendfachem Genuss von "Opposites" nichts an ihrer Gültigkeit verliert. Der opulente Alternative Rock mit Breitwand-Produktion ist einmal mehr mit einer Unmenge an Ohrwürmern und vielen kleinen Spielereien gesegnet, die sowohl das oberflächliche Hören als auch die Detailanalyse zu einem großen Spaß werden lassen. Da gibt es unwiderstehliche Hooklines wie in 'Black Chandelier', 'Sounds Like Balloons', 'Biblical' oder 'Stingin Belle', die man in Zukunft bei jedem Konzert lauthals mitsingen wird und daneben gibt es eben auch fette Streicher-Arrangements ('The Thaw', 'Victory Over The Sun'), Dudelsäcke ('Stingin Belle') und Trompetentöne ('Spanish Radio'), die den eingängigen Songs die nötige Tiefe geben. Das Entscheidende ist aber, dass Simon Neil und die Johnston-Zwillinge brillante Songwriter sind. Die 20 Songs sind enorm abwechslungsreich, immer spannend arrangiert und in den allermeisten Fällen auch noch mit einem Ohrwurm gesegnet. Es ist schon fast sensationell zu nennen, dass es faktisch keine abfallende Komposition gibt. Selbst das etwas schräge, an die Frühzeit der Band erinnernde 'The Fog' ist ein wichtiger Akzent, den man eben erst nach einer Weile wirklich zu fassen bekommt. Fakt ist, dass BIFFY CLYRO mit "Opposites" es schafft, das bislang stärkste Album in der Bandkarriere vorzulegen, welches für den endgültigen Durchbruch in Deutschland sorgen wird. Dass die im Februar geplanten Shows bereits allesamt ausverkauft sind, ist ein deutlicher Beweis dafür. Und dort wird das Trio dann beweisen, dass die opulenten Songs auch im räudigen Rockgewand funktionieren. Zu guter letzt noch der Hinweis, dass es das vollständige Album nur in der Deluxe-Edition gibt. Die reguläre Edition beinhaltet lediglich 14 Nummern und ihr verpasst dabei ein halbes Dutzend Höhepunkte. Also Augen auf beim Plattenkauf. http://powermetal.de/review/review-Biffy_Clyro/Opposites__2-CD___DVD_,21684,21570.html [Review lesen]

18.02.2011 17:04 - Slaves To Fashion: Artistic Differences (2011)

8.5 / 10
Es gibt sie noch. Die eigenständigen, kleinen Bands, die man per Mundpropaganda entdeckt. Empfohlen von Menschen, deren Geschmack man vertrauen kann. SLAVES TO FASHION sind so eine Band und Kollege Frank ist so ein Mensch. Es ist schon eine ganze Weile her, als er erstmals von einer Band namens P:O:B sprach und die dazugehörigen Anspieltipps versprachen viel. Wenig später mussten sich die Norweger umbenennen und firmieren seitdem unter dem Banner SLAVES TO FASHION. Und bereits die 2009 erschienene, unbetitelte EP zeigte, dass das Quartett seine Entwicklung fortsetzen würde. Dabei ist der Sound der Jungs aus Haugesund (sic!) gar nicht so einfach zu greifen. Melodic Rock? Dafür ist es zu verspielt. Alternative Rock? Dafür ist es nicht modern genug. Progressive Rock? Dafür ist es zu eingängig und geradlinig. Immerhin überwindet mit Ausnahme des zehnminütigen Abschlusstracks kein Song die Fünf-Minuten-Marke. Im Prinzip ist man irgendwo zwischen diesen Polen platziert, klingt aber dennoch nicht wie der typische Bastard daraus. Zum einen fällt die typisch nordische immer latent mitschwingende Melancholie auf. Die Songs sind nicht wirklich düster oder traurig, aber selbst ein flotter Rocker wie 'Libido Ride' versprüht nicht gerade gute Laune. Das ist man von Skandinaviern ja durchaus noch gewohnt. Weniger gewohnt ist man dagegen den höchst eigenständigen Gitarrensound, den Torfinn Sirnes auffährt. Die verwaschen weinenden Saiten sind es, die SLAVES TO FASHION den nötigen Schliff Eigenständigkeit verpassen. Was aber letztendlich wirklich dafür spricht, dass SLAVES TO FASHION eine hochtalentierte Band sind, ist die Tatsache, dass sie einfach tolle Songs schreiben. Sei es der "Single-Hit" 'Mrs. Hero', das sehnsüchtige 'Left Out In The Cold' oder das mit einem stimmungsvollen Instrumentalpart versehene 'Facts On The Ground'. Und dazu legt die Stimme von Johannes Stole tolle Melodienbögen über die immer griffigen Arrangements. Und genau das ist es, was "Aritistic Differences" zu einer hervorragenden Veröffentlichung macht: die Kunst anspruchsvolle und dennoch eingängige Musik zu schreiben, die sowohl Herz als auch Hirn anspricht. Fans von anspruchsvoller Rockmusik greifen hier und jetzt zu. Ordern könnt ihr das Album beim sympathischen Shop von Hands Of Blue (http://www.handsofblue.com) http://powermetal.de/review/review-Slaves_To_Fashion/Artistic_Differences,17409.html [Review lesen]

10.12.2010 13:40 - The Gracious Few: Gracious Few, The (2010)

9.5 / 10
Nachdem LIVE Geschichte sind und Ed Kowalczyk deren Erbe im Alleingang auf hohem Niveau weiterführt, kehren nun auch die verbliebenen drei Mitglieder der besten zeitgemäßen Rockband der letzten 20 Jahre zurück. Chad Taylor, Chad Gracey und Patrick Dahlheimer werden dabei von den beiden CANDLEBOX-Mitgliedern Kevin Martin und Sean Hennesy unterstützt, die einige von euch von ihren (Post-)Grunge-Alben kennen dürften. Und es ist schon ein wenig überraschend, dass der Sound dieses Quintetts nur rudimentär mit LIVE zu tun hat, dafür aber deutlich den Spirit der frühen CANDLEBOX, aber auch von Bands wie BLACK STONE CHERRY, THE ANSWER oder deren großen Vorbilder LED ZEPPELIN atmet. Entsprechend erdig wird hier im Karohemd gerockt. Bestes Beispiel ist das als erste Single ausgekoppelte 'Honest Man', das jeden Song von BLACK STONE CHERRY pulverisiert. Ein grandioser Groove, viel Energie und dazu die markante Stimme Martins, die schon bei CANDLEBOX und Songs wie 'You' unter Beweis gestellt hat, dass man im Grunge nicht jammern muss. Die größte Stärke von THE GRACIOUS FEW ist aber diese große Nachhaltigkeit, die die Songs entwickeln. Nicht wenige Nummern wirken zu Beginn vielleicht etwas spröde, wachsen aber mit jedem Spin und entfalten schließlich einen völlig großartigen Refrain, den man auch gerne mal tagelang im Ohr hat. Um meinen beinahe euphorischen Worten Glauben zu schenken, sollte man die Bandhymne 'The Few' hören, deren Verse erst nur durch die untypische Phrasierung und das am Ende eingebaute 'Yes' auffallen. Aber wenn man nach knapp 150 Sekunden den Refrain hört, ist man hoffnungslos in ihm gefangen. Einen Ausweg gibt es nicht. Man muss begeistert mitsingen, -summen oder zumindest mit strahlendem Gesicht durch die Straßen laufen, wenn lauter Gesang doch nur zur Erregung öffentlichen Ärgernisses führen würde. Glaubt mir, das habe ich in mittlerweile 20 Durchgängen getestet. Ähnliches könnte ich jetzt über die grandiose Bridge in 'The Rest Of You', die eindringliche Ballade 'Crying Time', das unter Hochspannung stehende 'Closer', das zudem den Chorus von 'The Few' schlägt und sich erbarmungslos steigert, oder das im Refrain mit leichtfüßiger Eingängigkeit glänzende 'Tredecim' sagen. Aber ihr könnt auch einfach den Absatz zuvor noch einmal lesen. Genau so wie es THE GRACIOUS FEW auf ihrem ersten Lebenszeichen zelebrieren, muss man harten, durchaus modernen Rock spielen, der dennoch seine Wurzeln tief in den 70ern und den frühen 90ern hat. Und nachdem ED KOWALCZYK mit "Alive" schon ein erstklassiges Album vorgelegt hat, wird dies von THE GRACIOUS FEW noch einmal getoppt. Dieses Debüt ist mit hoher Nachhaltigkeit gesegnet und wird ganz sicher auch in Zukunft noch den heimischen CD-Player blockieren. Superb. http://powermetal.de/review/review-Gracious_Few__The/Gracious_Few__The,17067.html [Review lesen]

24.11.2010 12:58 - Virgin Steele: Black Light Bacchanalia, The (2010)

3.0 / 10
In aller Kürze, warum "The Black Light Bacchanalia" eigentlich eine absolute Frechheit ist: a) der Drumcomputer nervt ab ein paar Sekunden mit seinem unerbärmlichen Spiel, das wohl vom Duracell-Hasen eingetrümmert wurde. b) das fürchterlich komponierte 'Pagan Heart' unterbietet jede SABATON-Schandtat. c) David de Feis singt kaum mehr. Es wird nur noch geflüstert, geröhrt, gescreamt. d) Der gesamte Mix ist völlig daneben. Kein Bass, der Gesang immer penetrant im Vordergrund, das "Schlagzeug" pöpperlt im Hintergrund rum und die Gitarren dürfen nur in gesangsfreien Passagen ran. Wenn man bedenkt, dass die Band mit den "Marriage"-Werken, "Noble Savage" oder "Age Of Consent" zeitlose Klassiker abgeliefert hat, ist "The Black Light Bacchanalia" nur noch eine grauenhafte Selbstdemontage, die man sich als Fan eigentlich nicht antun darf. NICHT KAUFEN! [Review lesen]

21.05.2010 17:50 - Sabaton: Coat Of Arms (2010)

2.5 / 10
Da ist sie also. Die fürchterlichste Platte, die ich in den letzten Jahren anhören musste. Das mag ein bisschen überraschen, immerhin mag ich Metal im Allgemeinen und besonders Power Metal, wie er auf diesem Album zu finden sein soll. Das ist aber leider nicht der Fall. Zumindest ist es nicht das, was ich darunter verstehe. Schon die ersten dreißig Sekunden des Openers werden von einem fürchterlichen Bontempi-Keyboard zugekleistert, das auch während des restlichen Songs im Vordergrund mit irgendwelchen ganz schrecklichen Bombastsounds alles kaputt macht, was ein bisschen heavy sein könnte. Das belanglose Riff fällt dabei kaum auf. Ernsthaft: Wenn ihr ein Holzstück vor die Boxen haltet, habt ihr da am Ende Zuckerwatte dran. Unglaublich wie kitschig ein Song sein kann. Der Gesang von Joakim macht es nur noch schlimmer. Seine Aussprache ist grauenvoll, die Akzentuierung völlig daneben und das peinlich gerollte "r" nur lächerlich. Und dann diese Texte. Pathetisch, billig, banal und geschmacklos. Toll, wenn in einem fröhlichen Singalong die Vergasung der Juden besungen wird. Natürlich ist mir bewusst, dass die Jungs hier nichts verherrlichen wollen. Aber das Thema so darzubieten, ist einfach ein Schlag ins Gesicht für jeden, der die Geschichte und die Folgen des zweiten Weltkriegs kennt. Und wer tut das nicht? Na ja, besser wird "Coat Of Arms" nach dem Armutszeugnis von Titelsong nicht. Bei Songs wie 'Uprising', 'Screaming Eagles', 'Wehrmacht' oder 'The Final Solution' kann ich gar nicht anders als schmerzverzerrt das Gesicht zu verziehen, ob dieser banalen Geschichtsstunde. Vom ersten Durchlauf abgesehen, habe ich es tatsächlich nicht ein einziges Mal geschafft, dieses mit 40 Minuten doch eher kurze Album, auch nur einmal am Stück durchzuhören. Nach vier-fünf Songs war der Schmerz einfach zu groß. Warum es dann doch noch 2.5 Punkte gibt? Nun, Songs, Lyrics, Gesang, es ist zwar alles schrecklich, aber ich habe wahrlich schon NOCH schlechtere Musik gehört. Dennoch: echte Metaller lassen hier die Finger von. [Review lesen]

20.04.2010 15:32 - Airbourne: No Guts. No Glory. (2010)

8.0 / 10
Keine Frage, mit "Runnin' Wild" haben die Aussies von AIRBOURNE mehr als nur ein Ausrufezeichen in der Szene gesetzt. Der Pub Rock in bester AC/DC-Tradition hat nicht nur auf Platte mitgerissen, sondern vor allem live völlig abgeräumt. Und so ist es kein Wunder, dass "No Guts. No Glory." nicht weniger als den Durchbruch auf breiter Ebene bedeuten soll. Und die Zeichen stehen gut, sind doch die ersten Gigs der kommenden Deutschland-Tour bereits ausverkauft und das bei deutlich gestiegenen Kapazitäten. Da scheint der Erfolg vorprogrammiert zu sein. Flankiert wird die Großoffensive von 13 neuen Songs, die genau da weitermachen, wo "Runnin' Wild" aufgehört hat. Auch "No Guts. No Glory." bietet spritzigen, arschtighten Aussie Pub Rock, bei dem keine Hüfte still hält, kein Fuß auf dem Boden und keine Kehle trocken bleibt. Von den ersten Tönen des Openers 'Born To Kill' reißt das Album mit und überzeugt mit der vom Debüt bekannten Unbekümmertheit. Und genau das ist wohl das größte Kompliment, das man den Herren O'Keefe & Co. machen kann. Die Jungs haben sich von dem Trubel, der Euphorie und dem Erwartungsdruck nicht verrückt machen lassen und einfach die Sorte Songs geschrieben, die sie mit Herzblut und Liebe spielen wollen. Es gibt keine Experimente, keine überflüssigen Schnörkel, sondern nur geradlinigen Rock, der mit vielen tollen Riffs und den Bon-Scott-Gedenkvocals veredelt wird. Klar, 'It Ain't Over Till It's Over' gewinnt den bandinternen Geschwindigkeitswettbewerb, ist aber eigentlich auch ganz klar einer der beiden Kategorien "mittelschneller Stampfer" und "schneller Rocker" zuzuordnen. Echte Balladen sind hier weiterhin nicht zu finden, auch wenn 'Bottom Of The Well' leise Passagen beinhaltet und 'White Line Fever' verhältnismäßig gemächlich aus den Boxen dröhnt. Aber auch diese Songs rocken und lassen den Schweiß von der Hallendecke tropfen. Die großen Hits haben allerdings andere Namen: 'No Way But The Hard Way' wird künftig genauso aus tausenden von Kehlen mitgesungen wie 'Blond, Bad And Beautiful' und 'Get Busy Livin'. Und so ist das einzige, was "No Guts. No Glory." fehlt - wie schon beim Vorgänger - die Hymne, die eine ganze Generation prägt. Eine Nummer wie 'Highway To Hell', 'Hells Bells', 'Thunderstruck' oder 'It's A Long Way To The Top'. Dieser fehlende Schuss an Genialität wird allerdings durch Spielfreude und Enthusiasmus wieder wett gemacht. Da auch die Produktion die notwendige Rohheit verströmt, werden alle Fans von AC/DC, ROSE TATTOO und natürlich "Runnin' Wild" hier blind zugreifen müssen. Anspieltipps: Born To Kill; No Way But The Hard Way; Blond, Bad & Beautiful; It Ain't Over Till It's Over http://www.powermetal.de/review/review-Airbourne/No_Guts__No_Glory_,15468.html [Review lesen]

01.04.2010 16:33 - frames: Mosaik (2010)

9.0 / 10
Dem Trend des instrumentalen Post Rocks habe ich mich lange Zeit verschlossen. Getrieben von dem Glauben, dass Musik ohne Worte nichts zu sagen haben. LONG DISTANCE CALLING waren es, die mich eines Besseren belehrten, auch wenn sie das instrumentale Konzept mit Samples und einem Gesangstbeitrag pro Album immer etwas auflockerten. Auch LEECH und MONO schafften es, mein Interesse zu wecken. Und nun also FRAMES, deren Debütalbum "Mosaik" auf Anhieb zu verzücken weiß. Dabei geben Band- und Albumname schon durchaus vor, womit man es als Hörer zu tun hat. "Mosaik" wirkt vor allem in seiner Gesamtheit, die Übergänge zwischen den einzelnen Songs sind fließend, die Atmosphäre baut sich auf die Dauer der gesamten Stunde auf. Und doch gelingt es den Herren auch fortlaufend innerhalb der Songs Akzente zu setzen. Hervorzuheben ist dabei vor allem das Tastenspiel von Manuel, der zwischen klassischen Pianosounds und sphärischen Flächen pendelt und dabei mehr als einmal mit traumhaften Melodien beglückt. Als Beispiel seien hierfür das grandiose Ende von 'Isp' und der Hiddentrack mit seiner simpel-schönen Melodie genannt. Überhaupt geben die Keyboards dem Werk von FRAMES eine angenehme Fragilität, lassen "Mosaik" ein im besten Sinne schönes Album sein, das dich durch den Tag begleitet. Selbst die aufgewühlten Momente wie in 'Insomnia' sind immer noch schön, was für den eine oder anderen Hörer dazu führen könnte, dass "Mosaik" als zu soft wahrgenommen wird. Dies kann man so sehen, für mich ist dies aber eher ein Zeichen von echtem Songwritingtalent. Die Kunst, Songs und Stimmungen entgegen ihres Ursprungs wirken zu lassen, ist eine Gabe, die man selten findet. Und wenn die eher heftigen Ausbrüche, die Schönheit von "Mosaik" und Songs wie 'Agenda' oder 'Insomnia' dann nicht zerstören, sondern unterstreichen, ist es offensichtlich, dass FRAMES diese Gabe besitzen. Und so sollten FRAMES jetzt auch nicht nur Fans des instrumentalen Post Rocks, sondern alle, die auf anspruchsvolle, atmosphärische und schlicht - und ich wiederhole mich da gerne - schöne Rockmusik stehen, hier auf jeden Fall mal ihre Lauscher auf Empfang stellen. Erstklassige Scheibe. Anspieltipps: Agenad, Isp, Insomnia, M http://www.powermetal.de/review/review-Frames/Mosaik,15558.html [Review lesen]

01.04.2010 16:31 - Armored Saint: Raza, La (2010)

9.0 / 10
Um das gleich klarzustellen: Bei ARMORED SAINT bin ich Fanboy. Die aufgesetzte Brille ist rosarot und das Wort Objektivität verschwindet bei Schriftgröße vier fast völlig vom Bildschirm. Dies wird man den folgenden Zeilen auch durchaus anmerken. Eine glatte Dekade ist seit dem letzten Studioalbum vergangen, gute neun Jahre seit der "Nod To The Old School"-Kompilation. Und dennoch waren die gepanzerten Heiligen nie weg vom Fenster, was vor allem den legendären, wohl dosierten Festivalauftritten zu verdanken ist. Wacken, Bang Your Head, Keep It True. Denkwürdige Gigs, die den Status des Quintetts als derzeit wohl beste aktive Liveband inklusive bestem aktiven Sänger auf ein erdbebensicheres Fundament stellten. Natürlich sind unter diesen Voraussetzungen die Erwartungen haushoch. Allerdings werden diese Erwartungen von einer angenehmen Gelassenheit begleitet, von der Gewissheit, dass die fünf Kumpel sowieso wenig bis nichts falsch machen können. Und so kommt es natürlich auch. Daran ändert auch die kräftig durchschimmernde Kurskorrektur in Richtung Classic Rock nichts. "La Raza" tönt angenehm luftig und dynamisch durch die Boxen, gibt den stählernen Stimmbändern von John Bush enorm viel Platz zur Entfaltung und betont ganz bewusst seine klassischen 70er-Wurzeln. Nur so können relaxt, aber mit viel Drive rockende Songs wie das mit fantastischen Vocallines versehene 'Chilled' oder dessen großer Bruder 'La Raza' entstehen. Doch natürlich haben die Herren dabei nicht vergessen, dass Heavy Metal immer noch ein ganz wesentlicher Bestandteil ihres Sounds ist. Der unwiderstehliche Opener 'Loose Cannon' baut nach einminütigem Intro eine enorme Spannung auf, das treibende 'Left Hook From Right Field' sorgt für eine gut durchgeschüttelte Mähne und spätestens beim flotten 'Little Monkey' fallen dann die Haare vor Begeisterung aus. Das ist genau der Sound, für den ARMORED SAINT immer standen: einmaliger Groove (Gonzo & Joey Vera sind die geborenen Groove-Maschinen), unbändige Energie, tolle Riffs und dazu - John Bush. Selbst wenn ich den Fanboy-Modus ausschalte, fällt mir ja ganz subobjektiv kein Sänger ein, der mehr Metal verkörpert als dieser Mann mit seiner Powerröhre. Wahnsinn. Ganz klar, "La Raza" zeigt eine bis zum Anschlag selbstbewusste Band, die genau weiß, was sie will und kann. Dass dies die angesprochene Veränderung beinhaltet, wird der gemeine Fan so akzeptieren, denn dem zum Trotz klingt der neue Silberling nur nach einer Band: ARMORED SAINT. Dass diese Erkenntnis einige Durchläufe benötigen könnte, ist durchaus möglich, aber spätestens dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass sich "La Raza" definitiv auf dem Niveau von "Revelation" und "Raising Fear" bewegt. Mindestens. Großartige Scheibe. Anspieltipps: Loose Cannon, Left Hook From Right Field, Chilled, La Raza, Little Monkey http://www.powermetal.de/review/review-Armored_Saint/La_Raza,15469.html [Review lesen]

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