JollyRoger

JollyRoger
Registriert seit: 11.01.2011

Zum Verkauf 50 Eingetragen 38
Bewertungen: 570 Reviews: 39
Genres: Metal, Rock
Bewertungsverteilung von JollyRoger
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
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6.5: 12.587412587413% (18x)

7.0: 27.272727272727% (39x)

7.5: 62.937062937063% (90x)

8.0: 100% (143x)

8.5: 83.916083916084% (120x)

9.0: 62.237762237762% (89x)

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10.0: 9.7902097902098% (14x)

Die letzten Bewertungen
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Die letzten Reviews

29.12.2019 18:46 - Agentpunch: Soothsayer (2019)

7.5 / 10
“Soothsayer” heißt das neue und damit zweite Album der Osnabrücker Agentpunch. Und wenn diese im letzten Interview mit uns die Wahrheit gesagt haben, bekommt man es hier mit viel Abwechslung zu tun. Ersteindruck: Stimmt so! Leider trifft dieser positive Eindruck erst einmal nicht auf das Cover zu. Hier hat man es sich doch ein wenig zu einfach gemacht. Kreativität sieht anders aus. Da hat das Gemälde auf dem ersten Werk deutlich mehr hergemacht. Aber schauen wir mal lieber auf den Inhalt. Und der haut vom Start weg ordentlich rein. “Rampage” geht gleich in die vollen und präsentiert Agentpunch druckvoll, eingängig und mit dem gewohnt räudigen Gesang von Sänger Alex. Der Song kommt, trotz teilweise gehobenen Tempos, äußerst cool und lässig rüber und hätte musikalisch auch auf dem ersten Album stehen können. Treibend und hypnotisierend “Stalker” steht dem in nichts nach und ist ein treibender Banger der direkt Spaß macht. “Cleopatra” stampft dann eher etwas gemächlicher daher und lebt hauptsächlich vom vorherrschenden druckvollen und fetten Sound. Nicht mein Favorit. Mit “Grace For The Innocent” geht’s dann auch eher im Midtempo weiter, wobei der Song durchaus auch mit treibenden Parts spielt und dem Ganzen eine klasse Dynamik innewohnt. Mit dem Titeltrack “Soothsayer” wird dann die erste Albumhälfte beendet. Hier gestaltet es sich durch eingestreute ruhigere Passagen und sphärische Hintergrundchöre etwas experimenteller. Der Song wirkt am Anfang etwas langatmig, bevor er mich dann doch noch durch seine hypnotische Stimmung für sich einnehmen kann. Außerdem bricht er am Ende doch noch etwas aus und wirkt dadurch abwechslungsreicher. Klasse! Mit “Mountain High” geht’s locker groovend weiter. Ein absolut lässiger, verspielter Song, der mit der Zeit wächst und doch am Ende etwas repetitiv wirkt. Bei “Blood On The Wall” holt Alex dann seine Peavy-Wagner-Stimme raus. Als alter Rage-Fan finde ich das natürlich geil. Ein richtig fetter Stampfer ist Agentpunch hier gelungen. Er gefällt mir auch wegen des sehr effektiven Refrains ausgesprochen gut! “River Turns Black” würde ich dann mal als eine düstere Ballade bezeichnen. Gleichmäßig wogend kommt diese daher und walzt sich durch, bis einem am Ende eine tiefe Schwere erfüllt. Nun müsste eigentlich mal wieder ein richtiger Speedster kommen! “Rhythm Of Abidance” grooved jedoch auch erstmal wieder langsam los, möchte dann zünden, bleibt aber eher blass. Zum Glück wird zum Abschluss aber noch die “Rocket To The Moon” gezündet, die die Osnabrücker nochmal von der besten Seite zeigt. Deutliche Fortschritte mit Langzeitwirkung War auf “Investigation” trotz einiger toller Songs noch Licht und Schatten vereint, schafft man mit “Soothsayer” eine deutliche Steigerung zum wahrlich respektablen Debüt. Der Sound ist fett und passt perfekt zur Musik. Die melodische Gitarrenarbeit hat sich stark verbessert und wartet mit herausragenden Momenten auf. Die Drums und der Bass bilden ein dynamisches und mehr als sattes Fundament wobei der Gesang zwar allgegenwärtig räudig ist, sich aber um Abwechslung bemüht. Insgesamt heben sich die Songs besser voneinander ab, obwohl ich es suboptimal finde, die fetzigeren Songs eher am Anfang und am Ende zu platzieren. Drei schnellere Songs an der Zahl sind mir dann auch etwas zu wenig. Aber das mag ja der ein oder andere anders sehen, zumal bei allen Songs viel Wert auf eine eigene Identität gelegt wird. Agentpunch ist mit “Soothsayer” ein Album gelungen, welches deutliche Fortschritte aufweist und in sich geschlossen wirkt. Es muss aufgrund seiner leichten Progressivität aber auch ein wenig wachsen um seine volle Wirkung zu entfalten. Es ist den Osnabrückern zu wünschen, dass dieses Mal mehr Hörer die Band für sich entdecken und diesem hart groovenden Stück Metal Gehör schenken. Schwache Songs gibt es übrigens keine. Einzig “Cleopatra” geht mir nicht so gut rein. Meine Anspieltipps sind “Rampage”, “Grace For The Innocent”, “Rocket To The Moon” und mein Fave “Blood On The Wall”. Original-Review: https://heavystageforce.rocks/agentpunch-soothsayer/ [Review lesen]

28.06.2019 12:16 - Riot City: Burn The Night (2019)

7.5 / 10
Riot City aus Kanada sind wieder so eine Band aus der aktuell sehr produktiven kanadischen Metal-Schmiede. Und das gerade veröffentlichte Debüt-Album mit dem Namen “Burn The Night” ist kein Schnellschuss. Das sieht man gleich daran, dass die Band, die 2011 gegründet wurde, im Jahre 2014 ihr Demo veröffentlichte und das Material so genug Zeit zum Reifen hatten. Kraftvoll wie auch Gefühlvoll Die Viererkombo aus Calgary hat mit der Muttermilch auf jeden Fall Musik von Judas Priest in den späten 80ern und auch Iron Maiden aufgesogen. Ersteres wird auch durch das gelungene Cover unterstrichen. Eingeleitet von einem dramaturgischen Intro legt Sänger (und Lead-Gitarrist) Cale Savy gleich mit einem klasse Scream los. “Night Warrior” hat gleich alle Zutaten um einen Old-School Metal Head zu fesseln. Druckvoller, aber nicht zu moderner Sound erzeugt ein wohliges Gefühl der Achtziger. Das rhythmische Fundament regt sofort zum Headbangen an. Der kraftvolle Gesang mit High-Pitched Screams fordert geradezu zum Fistraisen auf. “Burn The Night” tritt das Gaspedal dann ordentlich durch ohne auf melodische Riffs zu verzichten. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass bei Riot City Wert auf Abwechslung gelegt wird. So hat jeder Song ein eigenes Gesicht und darf auch gerne gefühlvoller gesungen werden ohne Druck zu verlieren. “The Hunter” sticht da mit einem auflockernden Mittelpart besonders hervor. Dieses “Luft holen” in Verbindung mit punktgenau gesetzten Breaks sorgt für eine enorme Durchschlagskraft, bevor der Druck durch das permanente Durchdrücken des Gaspedals verloren geht. Das Pulver geht auch am Ende der Platte nicht aus. So wartet mein persönlicher Favorit “329” mit exzellenten Backing-Shouts auf. Hervorzuheben ist auch die immer melodische Gitarrenarbeit, die perfekt zum Luftgitarrespielen geeignet ist. Mit dem leicht heroischen Abschlusstrack “Halloween” wird ein sehr kurzweiliges Album dann beendet. Ein weiteres heißes Eisen Riot City reihen sich aus dem Stand, auch qualitativ, in die Reihe großartiger neuerer Metal Bands mit Old-School Faktor ein, wie es Night Demon, Ambush, Skull Fist oder aktuell, die ebenfalls kanadischen, Traveler vorgemacht haben. Dabei wird im Rahmen der Möglichkeiten abwechslungsreich agiert. Ein ansprechendes Händchen für Songaufbau und effektvolle Refrains sorgt dafür, dass “Burn The Night” aktuell ein ganz heißen Eisen ist. Nicht zuletzt den Machern des Keep It True ist das aufgefallen und haben die Jungs gleich für 2020 gebucht. Das sollte die Zielgruppe als letztes Argument dann auch endgültig zum anchecken bewegen. Original-Review: https://heavystageforce.rocks/riot-city-burn-the-night/ [Review lesen]

28.06.2019 12:15 - Smoulder: Times Of Obscene Evil And Wild Daring (2019)

8.5 / 10
Canada scheint im Moment ein äußerst nahrhafter Boden für Metal zu sein. So spießen hier beständig tolle Newcomer hervor. Smoulder reihen sich hier mit ihrem Epic Heavy/Doom Metal ein. Scheinbar schon seit 2013 aktiv erschien 2018, als erstes Lebenszeichen, die EP “The Sword Woman”. Die Klasse dieser ist den Italienern von Cruz Del Sur Records nicht entgangen und so erscheint das Debüt “Times Of Obscene Evil And Wild Daring” über eben jenes Label. Erhabene Melodien Ein wundervoll farbenfrohes Fantasycover ziert “Times Of Obscene Evil And Wild Daring”. Der Inhalt ist nicht weniger fantastisch, handeln die Songs doch von Erzählungen aus diversen, meist eher unbekannteren, Romanvorlagen. Diese werden sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Wenn in “Ilian Of Garathorm” der gleichnamige ewige Held gerufen wird und Sturmbringer sein tödliches Werk verrichten kann, wird man direkt in die Welt Smoulders hineingezogen. Das bedeutet: Erhabene Melodien verpackt in fettem angedoomten Sound der zum Fäuste ballen einlädt. Dabei erinnert mich der Gesang von Sarah Ann nicht selten an Mandy Martillo, der leider viel zu früh wieder aufgelösten Satan’s Hallow. Beim Sound hingegen werden Erinnerungen an die Amis von Eternal Champion wach. Das kompositorische Level der EP wird eindrucksvoll gehalten Insgesamt wurden zwei der drei EP-Songs auf das Debüt gepackt und dazu vier weitere neue Nummern, so dass eine kurzweilige Spielzeit von knapp 38 Minuten entsteht. Auf die Klasse von “The Sword Woman” und “Voyage Of The Sunchaser” wollte man schlauerweise nicht verzichten. Doch auch die neuen Songs reihen sich wunderbar ein und können das hohe kompositorische Level locker halten und meines Erachtens sogar übertreffen, da sie noch direkter zünden. Immer wieder werden wunderbare Melodien mit feinen Soli und emotionalem Gesang verwoben und es entsteht eine, im wahrsten Sinne, fantastische Atmosphäre. Der “Bastard Steel” schneidet dabei ziemlich fix durch die Reihen der Feinde. Das ist aber eher die Ausnahme. Meist groovt und stampft es mehr wie etwa im eindringlichen “Shadowy Sisterhood”. Zu guter Letzt leitet dann “The Black God’s Kiss” noch einen längeren Marsch in die Hölle unter Schloss Joiry ein. Der Song glänzt mit Tempowechseln und schließt das Album genauso eindrucksvoll ab, wie es begonnen hat. Eine überzeugende fantastische Reise Trotz der nicht geraden kurzen Songs gelingt es Smoulder hier ein überzeugendes und kurzweiliges Debüt abzuliefern, welches es schafft ein doomiges, aber nicht ultraschweres Soundgewand mit der hellen, melodischen Stimme ihrer Frontfrau zu sechs tollen Epen zu verbinden. Dabei wurde ich zu jeder Sekunde in die Geschichte der jeweiligen Songs hineingezogen und fühlte mich schon dazu genötigt mehr über die Hintergründe zu erfahren. Danke für diese fantastische Reise. Original-Review: https://heavystageforce.rocks/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/ [Review lesen]

28.06.2019 12:14 - Enforcer: Zenith (2019)

6.0 / 10
Quo Vadis Enforcer? Mit dem neuen Album “Zenith” haben sich die Schweden endgültig aus ihrer Komfortzone gewagt. Auch der Vorgänger hatte schon leichte Tendenzen weg vom reinen Speed Metal. Ist das nun innovativ, überambitioniert oder einfach nur platt in Richtung Mainstream geschielt? Möglicherweise auch von alldem etwas. Die erste Single und der Albumopener “Die For The Devil” ließ mich nicht gerade im Dreieck hüpfen. Doch ist dies ein guter melodischer Song mit Glam-Einschlag, aber mit weniger Geschwindigkeit als sonst, trotz der immer noch vorhandenen Trademarks der Band. Aber wenn das nur den Durchschnitt des Albums darstellt, kann es ja noch was werden, dachte ich mir. Mit “Zenith Of The Black Sun” folgt ein stampfender Midtempo-Song, der erst spät ein wenig Speedanleihen bereithält. So langsam kann man ahnen, dass dieses Album anders wird, dennoch ist dieser Song mit erhabener Epik-Schlagseite eine klasse Nummer, die hervorragend funktioniert und sich zu einem echten Ohrwurm entwickelt. Die Speed-Metaller werden auf Albumlänge dann mit “Searching For You” und vor allem dem auf Augenhöhe der Vorgänger musizierenden “Thunder And Hell” beglückt. Und man merkt sofort, dass Enforcer hier einfach zuhause sind. Das will man hören! Nur das deplatzierte Outro bei Letzterem ist völlig überflüssig. Leider schleicht sich mit “Regrets” auch eine ultraschnulzige Ballade ein, die kein Mensch braucht und auf jedem Kuschelrock-Sampler eine gute Figur gemacht hätte. Das ist sogar mir, der durchaus Balladen zugeneigt ist, zu viel! Eine weitere Belanglosigkeit ist “The End Of A Universe”, das zwar mit feinem Screaming von Olaf Wikstrand ausgestattet ist, aber insgesamt sogar für Enforcer-Verhältnisse zu platt wirkt. “Sail On” versprüht dann lockere Strand-Atmosphäre im Classic-Rock-Gewand, ebenfalls ohne zu glänzen. Plötzlich wird man mit Symphonicgedudel am Anfang von “One Thousand Years Of Darkness” erschreckt. Das ist schlimm, was man hier zu hören bekommt. Das wirkt einfach billig, und die eingestreuten “Ohoo”-Backvocals nerven auch dezent. Auch das einsam vor sich hin schunkelnde “Forever We Worship The Dark” ist auf sinkendem Niveau. “Ode To Death” soll wohl den epischen Schlusspunkt des Albums setzen. Leider bleibt auch hier nichts mehr hängen. Am Ende bleibt ein ernüchterter Rezensent zurück. Das 2015 erschienene “From Beyond” war ein fantastisches Album, und wenn Enforcer ihren Stil im bisherigen gemäßigten Tempo weiter verfeinert hätten, wäre das vermutlich nicht weiter schlimm gewesen. Denn Enforcer haben auch auf dem vergangenen Album schon mit Erfolg am Sound gefeilt. Auch die auf dem Live-Album enthaltene EP “Speak The Tongue Of Heathen Gods” war grandios. Aber “Zenith” ist nun einfach zu viel von allem und vor allem zu viel von Dingen, die andere Bands besser können. Innovativ ist auch sicher nichts auf dieser Platte, insofern hätte man auch einfach bei dem bleiben können, was man wie kein Zweiter beherrscht. Es drängt sich also doch der Verdacht auf, dass man bewusst neue Fans gewinnen will, ohne die alten zu vergraulen. Das mag bei dem ein oder anderen klappen. Bei mir kann nach dem Eröffnungs-Dreier leider nur noch “Thunder And Hell” punkten. Den Rest kann ich mir nur schwer schön hören. Und ich habe es versucht! Einen Pluspunkt gibt’s noch dafür, dass das Album auch komplett in Spanisch (digital) erschienen ist. Zumindest dieses Experiment kann als gelungen bezeichnet werden. Original-Review: https://heavystageforce.rocks/enforcer-zenith/ [Review lesen]

30.04.2019 12:59 - Reinforcer: Wanderer, The (2018)

8.0 / 10
Früher einmal ging man in den Plattenladen seines Vertrauens und kaufte die ein oder andere Scheibe einfach nach Cover. Das passiert heutzutage wohl kaum noch. Dennoch erging es dem Rezensenten beim Stöbern im Online-Shop seines Vertrauens dieser Tage so. Da stach mir doch glatt ein tolles Fantasy-Cover ins Auge. Die seit 2015 existenten Reinforcer aus Paderborn sollten auf ihrer ersten EP “The Wanderer” Epic Power Metal spielen. Als Vergleich wurden Bands wie Visigoth, Domine oder Eternal Champion herangezogen, also ab in den Warenkorb damit! Beim Anhören des Titeltracks “The Wanderer” bringt einem direkt ein feines Intro in Stimmung, bevor melodische Gitarrenarbeit ebenso feine Melodiebögen spinnt. Ein insgesamt gehobener Geschwindigkeitsgrad, der jedoch durchaus von leichten Tempowechseln durchzogen ist, und eine wohlklingende sonore Stimme zaubern ein Grinsen aufs Gesicht. Eingängige, kurzweilige fünfeinhalb Minuten gehen schnell vorbei. Jepp, geiler Blindkauf, wenn es so weitergeht! Und das tut es. “Shipwrecked” klingt nicht nur vom Titel her wie ein waschechter Pirate Metal Song, inklusive coolen Chorpassagen und atmosphärischen Zwischensequenzen. Der Song ist funktioniert live bestimmt besonders gut. Dann geht’s mit “Snatching Hands” mehr ins Midtempo. Hier merkt man, wie sicher und akkurat der Gesang von Sänger Logan Lexi klingt. Das hat Hand und Fuß. Tolle Melodien, besonders im Refrain, zeichnen den Song aus. Reinforcer machen nun aber alles richtig, indem sie direkt wieder einen schnelleren Knaller hinterherschieben. “The Legions Align” zündet ohne Vorgeplänkel und reiht sich qualitativ ebenso gut ein wie auch die abschließende Bandhymne “Reinforcer”. Diese besticht durch tolle Gitarrensoli und eine wiederum hymnenhafte Melodie. Reinforcer machen mit ihrer ersten EP vieles richtig. Ein tolles Cover, eine druckvolle Produktion und handwerkliches Können an jedem Instrument bilden das Gerüst. Alle Songs haben eine gewisse Eigenständigkeit und bestechen durch tolle hymnische Melodien. Insgesamt gibt es genügend Abwechslung, obwohl direkt nach vorne musiziert wird. Große Einarbeitung ist nicht vonnöten. Insgesamt wird Power Metal an der Schnittstelle zum melodischen Heavy Metal geboten, der durch die klassische Besetzung (ohne unnötig aufgeblasene Instrumentierung) nie zu weichgespült daherkommt. Die im ersten Absatz genannten Referenzen sind jedoch nicht wirklich zielführend. Es ist ein vielversprechendes Debüt irgendwo zwischen Iron Savior und alten Blind Guardian. Ich bin sehr gespannt, was von Reinforcer in Zukunft zu erwarten ist. Original-Review: https://heavystageforce.rocks/reinforcer-the-wanderer-ep/ [Review lesen]

30.04.2019 12:53 - Eternity's End: Unyielding (2018)

9.5 / 10
Neoclassical Power Metal war irgendwie schon immer ein besonderes Genre innerhalb des Metal, welches meist ein Nischendasein fristet. Umso schöner, wenn dann plötzlich – wie in 2016 geschehen – eine neue Band auftaucht, die einen völlig umhaut. “The Fire Within” von Eternity’s End wurde dann auch von Kennern abgefeiert, von der breiten Masse jedoch wenig beachtet. Jetzt steht mit “Unyielding” der zweite Streich in den Läden. Personelle Wechselspiele Da auch der Rezensent vom Erstwerk der Band um den bayrischen Gitarrenvirtuosen Christian Münzer (u.a. Alkaloid, ex-Obscura) schwer begeistert war, musste nicht zweimal über die Teilnahme nachgedacht werden, als die Crowdfunding-Kampagne zu “Unyielding” startete. Die Vorfreude, wie auch die Erwartungshaltung war äußerst groß. Für Ernüchterung sorgte jedoch der Wechsel am Mikrofon. Ian Perry (u.a. Elegy) hatte auf dem Debüt eine tolle Leistung abgeliefert. Trotz der unbestreitbaren Qualität eines Iuri Sanson (ex-Hibria) musste sich dieser erst noch beweisen. Außerdem wurde mit Phil Tougas ein zweiter Shred-Gitarrist angeheuert, der auch aktiv seinen Beitrag zum Songwriting leistete. Den Bass sollte kein geringerer als Mike LePond (u.a. Symphony X) zu neuen Tiefen führen. Erhalten blieben Keyboarder Jimmy Pitts und Drummer Hannes Grossmann. Weniger direkt, nicht weniger überragend Den hohen Erwartungen geschuldet verliefen die ersten Durchläufe bei mir eher leicht ernüchternd. Aus diesem Grund musste auch diesem Review noch ein wenig mehr Zeit eingeräumt werden. Feststellung: “Unyielding” geht weniger direkt ins Ohr und will sich mehr erarbeitet werden. Das klappt ja nicht immer, aber hier wuchs das Album plötzlich mit jedem Durchgang! Eingebettet in eine nicht zu verworrene SciFi-Story, die im Booklet schön knackig Erläuterung findet – und in Verbindung mit dem mitreißenden Cover-Art – wird der Zuhörer von Mal zu Mal tiefer in die Weiten des musikalischen Kosmos von Eternity’s End hineingezogen. Auch den Wechsel am Gesang goutiert man mit fortschreitender Dauer immer mehr. Iuri Sanson besitzt definitiv eine größere tonale Bandbreite als sein Vorgänger, der doch zumeist in mittleren Höhen unterwegs war. Dabei erinnert er mich an eine Mischung aus David DeFeis und Kai Hansen aus älteren Gamma Ray Zeiten. Selten hat mich in den letzten Jahren eine Band im Bereich des speedigen neoklassischen Power Metal so sehr beeindruckt. Und “Unyielding” hebt nach dem Warmhören tatsächlich in atemberaubende Höhen ab. Das ist einfach ganz großes Kino, wenn sich großartige Melodien langsam in dein Gehirn bohren und das ultimative Geschredder der Gitarren – und des Keyboards – deine Eingeweide durchschüttelt. Das Ganze wird auf einem perfekten Speed-Level dargeboten. Auf dem Boden schlägt man dabei so schnell nicht auf! Beim Hören schwebt man meist quasi luftgitarrespielend über dem Boden und will gar nicht mehr herunter. Das I-Tüpfelchen ist, dass die Jungs es schaffen trotz großer Melodien zum Niederknien nicht in cheesige, standardisierte Power Metal Gefilde abzudriften. Einfach nur Geil! Mehr Vielfalt Schwer ist es einzelne Songs hervorzuheben. Jeder Song besitzt einen eigenen Charakter und kann durchaus alleine stehen. Ich empfehle jedoch das Album anfänglich erst einmal intensiv am Stück zu hören. Es entfaltet dann mehr Wirkung und einzelne Songs lassen sich danach besser herauspicken um sie zu genießen. “Into Timeless Realms” prescht ordentlich nach vorne, im Gegensatz zum etwas gediegeneren “Cyclopean Force” und dem etwas epischeren Titelsong “Unyielding”. “Blood Brothers (The Oath)” ist der vielleicht – dank seiner Eingängigkeit – der am schnellsten zündende Song und als Anspieltipp geeignet. “Dreaming Of Cimmerian Shadows” ist ein wunderbares Instrumental, dass sich toll einfügt. Es ist sowieso große Klasse wie alle Elemente, allen voran die Keyboards, geschmeidig und songdienlich eingebettet wurden. So wirkt alles wie aus einem Guss und nichts wirkt störend. Nachdem “Horizonless” auf seinem getragenen Klangteppich gefühlvoll daherschwebt ist eine kleine Verschnaufpause vorbei. “Under Crimson Moonlight” zelebriert dann wieder wuchtigen emotionalen Power Metal mit hervorragendem Refrain, der sich festbohrt, bevor es mit “Necromantic Worship” noch einmal progressiver und technischer wird. Die beiden Abschlusstracks von “Unyielding” bieten dann noch einmal alles was Eternity’s End so grandios macht. “Triumphant Ascent” und “Beyond The Gates Of Salvation” sind absolute Volltreffer nach denen man erstmal eine kleine Verschnaufpause braucht, obwohl die Hand sofort zur Repeat-Taste greift. Wilder Ritt auf der malmsteen’schen Klinge Es bleibt festzuhalten, dass “Unyielding” seinem Vorgänger qualitativ in nichts nachsteht, sich aber ein wenig mehr erarbeitet werden will. Insgesamt kann man den neuen Eternity’s End-Streich als etwas ausgewogener und vielfältiger bezeichnen. Dazu trägt auch maßgeblich Iuri Sanson, der neue Mann am Mikro bei, der einen tollen Job macht und einen um Ian Parry nicht zu sehr trauern lässt. Vielleicht leidet durch diese Vielfalt ein wenig die Ungezügeltheit. Trotzdem ist “Unyielding” immer noch ein wilder Ritt auf der malmsteen‘schen Klinge des Neoclassical Power Metal. Ganz großes Kino! Original-Review: https://heavystageforce.rocks/eternitys-end-unyielding/ [Review lesen]

20.03.2019 22:47 - Iron Fire: Beyond The Void (2019)

6.5 / 10
Wenn es um Power Metal geht, scheiden sich die Geister. Von Plastik-Power-Metal mit Hang zum Pop bis hin zu erdigeren Vertretern, die schon fast eher zum klassischen Metal gehören, ist die Bandbreite groß. Gerade deshalb ist es so wichtig, hier konsequent zu unterscheiden. Zumindest für mich, der Power Metal lieber mit Power gespielt hört, als mit irgendwelchem Gedudel. Iron Fire gehören mit ihrem neunten Album “Beyond The Void”, ja wohin eigentlich? Kurskorrektur? Seit über 20 Jahren ist die 3-Mann-Combo aus Dänemark nun schon aktiv. Vormals bei Napalm Records unter Vertrag, ist man nun mit dem zweiten Album beim kleinen norwegischen Label Crime Records angekommen. Ich gebe zu, dass ich nicht jedes Album gehört habe, aber Longplayer wie “Revenge” oder “Voyage Of The Damned” rotieren doch gern in meinem Player. Es ist auch völlig egal, welches Album man herauspickt, es wird immer Qualität geboten. Iron Fire blieben ihrem Sound seit Jahren treu und experimentierten nur gelegentlich und dann im Rahmen ihres Stils. “Beyond The Void” macht hier eine entscheidende Ausnahme, das macht schon der Opener und Titelsong deutlich. Nach einem kurzen Intro geht’s gleich in die Vollen. “Beyond The Void” bietet tendenziell genügend Trademarks, die man von Iron Fire gewohnt ist. Ausdrucksstarker Gesang, kraftvolles Schlagzeug, melodische Gitarrenarbeit, hervorragender Refrain und eine knackige Produktion, der Plastik jedoch ein Fremdwort ist. Doch wie auch schon auf dem Vorgängeralbum, singt Martin Steene in einer insgesamt wesentlich tieferen Tonlage. Die Kurskorrektur, die Iron Fire auch durch ihr verändertes Logo nach dem Label-Wechsel vollzogen haben, wird dadurch mehr als deutlich. Nach wie vor ein Highlight: Martin Steene’s Gesang Ich gebe zu, das wichtigste Instrument ist für mich meist die Stimme des Sängers, gerade im Power Metal. Und Martin Steene schaffte es bisher immer, mich zu fesseln. Sein rauchiges, rockendes Organ besitzt ein herausragendes Timbre, das er einzusetzen weiß. Sowohl kraftvoll wie auch balladesk kann er alles. Die Jungs wissen das anscheinend ganz genau, denn der Gesang ist im Mix der Scheibe doch etwas mehr hervorgehoben. Besonders effektvoll kann er seine Stimme in “Judgement Day” einsetzen, hier wird ihm Dank zurückhaltenden Instrumenteneinsatzes mehr Raum gegeben. Insgesamt scheint jedoch die tolle epische Seite, die Martin den Songs oft verpasste, durch die veränderte Tonlage, fast gänzlich abhanden gekommen zu sein. Das finde ich sehr schade, denn irgendwie passte gerade dieser Stil hervorragend zur Stimmfarbe des Sängers und sorgte dafür, dass Iron Fire für mich besonders herausstachen. Des Öfteren sind in den Songs Backing-Shouts zu hören, die ebenfalls nochmal eine besondere Note beisteuern. Die Band gibt sich jedenfalls reichlich Mühe, die Songs abwechslungsreich zu gestalten. So ist “Cold Chains Of The North” ein True-metallischer Song mit leicht epischer Schlagseite. “Bones And Gasoline” ist – treffenderweise – eher ein Rocker. Schnell können Iron Fire auch. Dieses wird im Speedster “To Hell And Back” deutlich. Und doch sind sie nicht mehr die Band vergangener Tage. Insgesamt weniger Soundspielereien und eine höhere Grundhärte geben “Beyond The Void” einen wesentlich veränderten Anstrich. Dieser sorgt auf Albumlänge leider dafür, dass bei mir erstens, weniger Hängen bleibt und zweites, die Band austauschbarer klingt. Das Löffeln in der Suppe des Einheitsbreis bringt meist nichts Besseres In dieser Form sind Iron Fire immer noch eine gute Power-Metal-Band, die einen angenehmen Härtegrad mitbringt, lassen mich jedoch auch ein wenig ratlos zurück. Einige Songs sind dann doch eher Mittelmaß und klingen zu glattgebügelt. Dabei können diese leider auch vom bisweilen tollen Sänger nicht gerettet werden. Das emotionale “Old Habits Die Hard” sowie das bereits genannte “Cold Chains Of The North” sind jedoch positiv hervorzuheben. Im Vergleich zum grandiosen 2012er Album “Voyage Of the Damned” fällt “Beyond The Void” für mich leider entscheidend ab, da ich den epischeren Touch damals sehr mochte und die Kurskorrektur so für mich nicht funktioniert. Wer auch immer hier entschieden hat von der faden Suppe des Einheitsbreis zu kosten, sollte das schleunigst lassen! Trotzdem kann “Beyond The Void” jedem ans Herz gelegt werden, der auf harten Power Metal mit guten Melodien steht, denn schlecht geht auch anders. Freunde von Mystic Prophecy, Brainstorm und Co. werden bestimmt kurzfristig ihre Freude haben. Ach ja… und ein geiles Cover-Artwork gibt’s oben drauf, aber das ist am Ende nur ein schwacher Trost… Original Review: https://heavystageforce.rocks/iron-fire-beyond-the-void/ [Review lesen]

20.03.2019 22:45 - Nightfyre: From Fortune To Ruin (2018)

8.0 / 10
Manchmal braucht Gutes einfach länger. Dieses Credo haben sich Nightfyre anscheinend auf die Fahnen geschrieben. 2013 gegründet, wurde im Mai 2015 die erste EP “Live High” herausgebracht und durch uns auch wohlwollend rezensiert. In der Zwischenzeit wurden immer wieder die hervorragenden Live-Qualitäten präsentiert und die neuen Songs auf Tauglichkeit überprüft. Nun erschien nach dreieinhalb Jahren Anfang des Jahres endlich das langersehnte Debüt der Münsteraner. Gesunde Mischung – ohne Langweile Neun Songs plus Intro wurden insgesamt auf CD und LP gepresst, wobei es sich bei “Fyre Burns” und “Nameless Warrior” um zwei ältere Tracks handelt, welche ebenfalls auf der EP zu finden waren. Diese bürgen schon einmal für Qualität. Insgesamt sind die Songs dieses Mal mehr im Uptempobereich angesiedelt, wo sich auf der EP noch zwei von drei Songs im Midtempo bewegten. Zudem werden gekonnt Breaks innerhalb eines Songs eingesetzt. So kommt gar nicht erst Langeweile auf. Wie es sich für eine ordentliche Classic-Metal-Scheibe gehört, gehen die Songs insgesamt gut ins Ohr und die meisten Songs verleiten dich mit ihren Hooks direkt zum mitgrölen, was hier aber nie zu cheesy oder aufgesetzt klingt. Besonders der bekannte Live-Hit “Fyre Burns” und der – mit Sicherheit – neue Live-Hit “Rise, Fall, Down!” sind hier hervorzuheben. Aber auch der tolle Opener “Hunting The Night”, einer der schnellsten Songs, besitzt tolle Gesangseinlagen, die man nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Dazu gesellen sich immer auch Songs, die eine Prise Epik, respektive Melancholie spendiert bekommen haben, wie “From Fortune To Ruin”, “Lunacy” oder Nameless Warrior. Das ein oder andere Mal erinnern mich Nightfyre dabei an die Kanadier von Cauldron. In dem fetten Stampfer teutonischer Bauart namens “Full Speed Ahead” bekommt man es gar mit Gangshouts zu tun. Abwechslung ist also garantiert. Generell ist es schwer irgendwelche Favoriten herauszuheben, denn gerade die Mischung ist es, die “From Fortune To Ruin” am Ende zu einer runden Sache macht. So reihen sich dann auch “Mistress” und “Tears Of A Queen” gut ein, wobei diese Songs bei mir erst später zündeten, dann aber auch wuchsen. Gereifte Leistung auf allen Ebenen Sänger David hat sich im Laufe der Zeit immer gesteigert und bringt hier mit seiner mittelhohen, leicht melancholischen Stimme nun seine beste Leistung. Es sitzt vielleicht nicht jeder einzelne Ton, aber wenn man, wie ich, ein Faible für Kauz-Gesang hat. kann man das auch positiv sehen. Und zumindest eins ist er nicht – austauschbar. Auch Christoph, der scheinbar zur zweiten Gitarre auch den schön präsenten Bass eingespielt hat, packt ein sattes Fundament zum Sound dazu. Wer auf Soli steht, wird auf jeden Fall auch reichlich verwöhnt. Fridi drischt ebenso ordentlich auf sein Schlagzeug ein und sorgt für den richtigen Kick. Ein Wort zur Produktion noch. Der ein oder andere mag diese vielleicht bemängeln, ich finde sie jedoch organisch, genügend druckvoll und letztendlich gut gelungen. Im Vergleich zu EP ist definitiv eine Steigerung vorhanden. Der Sound ist zwar ein weniger dunkler geraten als zuvor, was jedoch gut zu den Songs passt. Wer auf klassischen Metal steht, der außer den oben genannten Vorzügen auch einen tollen Drive besitzt, sollte sich also vom einfachen Cover nicht vom Kauf abhalten lassen. Denn die Musik ist für ein Debüt ausgesprochen ausgereift und kann durchaus mit den vergleichbaren Screamern und Ambushs dieser Welt mithalten. Und in diesem Genre möchte ja wohl kaum jemand Perfektion erwarten. Seele ist hier wichtiger. Diese ist bei Nightfyre‘s “From Fortune To Ruin” reichlich vorhanden! Original Review: https://heavystageforce.rocks/nightfyre-from-fortune-to-ruin/ [Review lesen]

20.03.2019 22:07 - Metal Inquisitor: Panopticon (2019)

7.5 / 10
Es ist schon wieder fünf Jahre her, dass Metal Inquisitor uns mit frischem Stahl versorgten. Für die Koblenzer jedoch nicht ungewöhnlich. Nun steht mit “Panopticon” endlich wieder neues Bangerfutter in altbekannter Tradition im Regal. Alles wie gehabt also? Ja, Metal Inquisitor bleiben sich treu. Etwas anderes hätte man nicht erwartet und wäre bei dem Namen auch schwer vermittelbar. Groß prangt das Bandmaskottchen auf dem Cover und sieht herunter auf die gefangene Meute der westlichen Gesellschaft. “Panopticon” prescht sodann direkt nach vorne und macht von Anfang an keine Gefangenen. Hier regiert Hochgeschwindigkeit, gepaart mit klassischen Melodien und dem markanten, kauzigen Klargesang von El Rojo. Natürlich dürfen auch Twin-Gitarren nicht fehlen. Dazu gesellt sich ein pumpendes Bass-und Drumfundament. Eingebettet ist dieses in eine etwas klarere, aber Produktion als noch beim letzten mal wirkt aber ebenso natürlich. Von den ersten vier Songs, die klassischem Metal Inquisitor-Stoff entsprechen, sticht vor allem “Beyond Nightmares” mit feiner Gesangsmelodie und der Fistraiser “Trial By Combat” hervor. Gerade letzterer dürfte sich live gut behaupten. Mit “Shock Tactics” wird es dann vom Riffing her thrashlastiger und der leicht abgehackte Rhythmus bringt Abwechslung. Das gilt auch für das epischere und im Tempo reduzierte “Re-Sworn The Oath”, welches mit galoppierenden, sowie hypnotischen Melodien daherkommt. Insgesamt machen Metal Inquisitor nichts richtig falsch und mischen ihren Classic Metal gut durch. Immer wieder werden, wie bei “Scent Of Fear”, klasse Soli und das ein oder andere Hook eingestreut, bevor es zu monoton wird. Trotz alledem gelingt es Metal Inquisitor dieses mal jedoch nicht, dass ein oder andere Ausrufezeichen zu setzen. Hatten die letzten Alben immer mal einen Hit (zuletzt “Call The Banners”) zu bieten, gelingt dieses mal einfach nur ein Album auf gutem Niveau. Daran ändern können auch die letzten beiden Songs nichts mehr, die qualitativ zum restlichen Material aufschließen. Fans von geradlinigem Metal in der Schnittmenge von Maiden-Melodien und Priest-Speed können nichts falsch machen. Der nach wie vor markante Gesang von El Rojo kann den Ausschlag für die Richtung geben in die der Daumen zeigt. Für mich könnte er jedoch gerne öfter mal epischer, wie in meinem Favoriten “Re-Sworn The Oath”, singen. Das steht ihm nämlich ausgesprochen gut zu Gesicht. Original Review: https://heavystageforce.rocks/metal-inquisitor-panopticon/ [Review lesen]

20.03.2019 22:05 - Road Warrior: Power (2018)

6.5 / 10
Road Warrior aus Australien zelebrieren auf ihrer ersten Langrille “Power” Old School Metal in der Schnittmenge zwischen Black Sabbath und Metal Church. Traditionelle 80er-Bands sind definitiv die Vorbilder der 3-Mann Combo, deren Mitglieder allesamt schon einige Jahre im australischen Underground aktiv sind. Klassischer Heavy Metal auf solidem Niveau Das Album beginnt mit einem groovenden Track, der auf den Namen “Don’t Fight Fate” hört. Leider rauscht dieser auch nach mehreren Durchgängen immer noch vorbei. Dabei müsste die Musik, die Road Warrior zelebrieren, eigentlich keine Eingewöhnungszeit benötigen. Wir haben es mit reinem klassischem Metal zu tun der meist im Midtempo dargeboten wird und über einfach Strukturen verfügt. Wenn man den Titel eines Songs liest kann man diesen zumeist auch schon gut mitsingen. Genau dieses ist auch das Problem. Die Instrumentalfraktion, wie auch der Gesang sind auf absolut solidem Level. Hier gibt es keine Überraschungen und auch keine großen qualitativen Ausreißer nach oben. Immerhin braten die Gitarren schön Heavy! Es fällt mir wirklich schwer hier auf die einzelnen Songs einzugehen, denn diese sind meines Erachtens leider recht austauschbar. Immerhin hat “Tease n’ Torture” einen guten Drive und regt zum leichten Schreddern auf der Luftgitarre ein. Der Höhepunkt ist dann aber das coole “Sweating Out The Poison”, welches sich durch einen markanten Mitgröl Refrain und leichte Tempowechsel hervorhebt. Ansonsten wird nicht groß variiert und der Albumtitel “Power” scheint sich allein davon abzuleiten das verzerrte Gitarren verwendet werden. Textlich bedient man sich am üblichen Süppchen über Frauen, inneren Dämonen und Ähnlichem. Insgesamt darf man hier textlich keine herausragenden Ergüsse erwarten. Am Ende erinnern mich die Road Warriors irgendwie an eine Band, über die man auf jedem Stadtfest froh wäre, wenn sie dort spielen und bei der man gut ein paar Bierchen trinken und seinen Spaß haben kann. Eingängiger anspruchsloser Metal, den man aber schnell wieder vergisst. Frei nach dem Motto: “Hey erinnerst du dich noch an den coolen Abend letztens? War echt nen saucooler Abend. Wie hieß denn die Band noch gleich die da gespielt hat?” Original Review: https://heavystageforce.rocks/road-warrior-power/ [Review lesen]

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