Dezibel

Dezibel
Registriert seit: 10.12.2005

Zum Verkauf 266 Eingetragen 691
Bewertungen: 290 Reviews: 8
Genres: Metal, Rock
Bewertungsverteilung von Dezibel
0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 5.5 6 6.5 7 7.5 8 8.5 9 9.5 10
0 1 0 2 1 2 1 0 1 4 6 5 3 16 10 32 50 95 41 20

0.5: 0% (0x)

1.0: 1.0526315789474% (1x)

1.5: 0% (0x)

2.0: 2.1052631578947% (2x)

2.5: 1.0526315789474% (1x)

3.0: 2.1052631578947% (2x)

3.5: 1.0526315789474% (1x)

4.0: 0% (0x)

4.5: 1.0526315789474% (1x)

5.0: 4.2105263157895% (4x)

5.5: 6.3157894736842% (6x)

6.0: 5.2631578947368% (5x)

6.5: 3.1578947368421% (3x)

7.0: 16.842105263158% (16x)

7.5: 10.526315789474% (10x)

8.0: 33.684210526316% (32x)

8.5: 52.631578947368% (50x)

9.0: 100% (95x)

9.5: 43.157894736842% (41x)

10.0: 21.052631578947% (20x)

Die letzten Bewertungen
5.5 für Icarus Witch: Rise (2012) (28.07.2013 22:48)
5.5 für Planar Evil: Mankind Way Of Life (2008) (24.02.2013 16:57)
7.0 für Motörhead: Motörizer (2008) (18.08.2012 17:18)
6.0 für Dismantle: Satanic Force (2008) (26.06.2012 01:40)
9.0 für Metalhead: Metalhead (2012) (22.06.2012 14:15)
4.5 für Wolfpakk: Wolfpakk (2011) (18.01.2012 21:49)
Insgesamt 290 Bewertungen vorhanden. Alle anzeigen
Die letzten Reviews

18.08.2011 20:22 - Alestorm: Captain Morgan's Revenge (2008)

3.0 / 10
Oha, eine neue Band mit Piratenkonzept? Nachdem unsere Lieblingsfreibeuter von Running Wild ja inzwischen endgültig über die Planke gewandert sind und Oberpirat Rock’n’Rolf nur noch als rothaariges Glam-Alien T.T. Poison bei seiner eher mittelmäßigen Drei-Akkord-Schrammel-Combo Toxic Taste von sich Reden macht, wäre es in der Tat mal an der Zeit, dass Jolly Roger an eine neue Generation Augenklappenträger und Holzbeine weitergereicht wird, welche von nun an mit gezogenem Säbel die Schiffe der unsäglichen Horden von Brüllaffen und Heulsusen entern und versenken, die heutzutage so zahlreich in unseren Gewässern kreuzen. In Anbetracht der herrschenden Umstände wären Alestorm im Grunde ein willkommener Gast in meinem Hafen, doch entpuppen sich die Schotten als Wolf im Schafspelz. Denn was die vier Herren auf ihrem in den gängigen Magazinen dank zahlender Anzeigenkundschaft (hallo Rock Hard!) vielfach hochgelobten Debüt bieten, ist leider eher billiger Schunkelmetal der untersten Korpiklaani-Kategorie als teutonische Piratenmetal-Tugend. Rifftechnisch ist hier zwar alles sauber gespielt, doch kommen diese nahezu zu 100% aus dem Recycler oder vom Reißbrett. Sänger Christopher Bowes krächzt darüber kraftlos wie ein sterbender Rabe oder besser gesagt, wie ein früher Martin Walkyer im Vollsuff mit Keuchhusten. Über Drums und Bass brauchen wir gar nicht erst sprechen, die liefern lediglich aufs Simpelste reduziert das kaum wahrnehmbare Fundament dieses Plastikknallers für die neue Generation der Spaßmetaller. Dazu gibt es die genreüblichen, pseudo-folkigen Keyboardpassagen mit Musikantenstadl-Mitschunkelgarantie, die allseits bekannten Mitgröl-Tralala-Refrains, die sterile Plastikproduktion direkt aus dem Digitalboard und debiles Textgut über Nancy die Tavernenschlampe und Captain Morgans Rache. „The Huntmaster“ klingt dann spätestens im Refrain so verdächtig nach Nightwishs „Wishmaster“, dass man sich schon wie bei Sabatons „Attero Dominatus“ fragen muss, wer hier eigentlich die Tantiemen für diesen Song bekommt. Wie auch immer. Alestorm sind wieder mal ein leuchtendes Beispiel dafür, dass man heutzutage auch als talent- und innovationsbefreite Plastik-Combo einen Deal einfahren kann und – das ist das bei weitem traurigere Faktum – mit der richtigen Promotionstrategie seitens der Plattenfirma auch noch eine recht ansehnliche Anzahl von Scheiben an das übliche Klientel der Wochenendmetaller und Hammer/Rock Hard-Hörigen absetzen kann. Traurig aber wahr. [Review lesen]

23.02.2011 20:14 - Onslaught: Sounds Of Violence (2011)

8.5 / 10
Ich glaube es ist an der Zeit endlich einmal eine Lanze für die Briten von Onslaught zu brechen. Insbesondere in Anbetracht dessen, dass ein Großteil der deutschen Metalpresse offenbar mal wieder auf ihren Ohren sitzt. Während diese Schreiberlinge nämlich schon seit Jahren die letzten unterdurchschnittlichen und seelenlosen Schrubbwerke aus dem Hause Exodus abfeiern als wären sie thrash-metallische Offenbarungen, werden Onslaught konsequent in die Kategorie gehobenes Mittelmaß verfrachtet. Ein Platz an den die Band mit Sicherheit nicht gehört. Dabei ist im Speziellen die Kritik an Sy Keelers Vocals für mich absolut nicht nachvollziehbar. Eindimensionale Wutschlümpfe wie Rob Dukes könnten gerne mal beim guten Sy in die Lehre gehen und sich zeigen lassen, wie man ultra-aggressive Vocals abwechslungsreich und dynamisch gestaltet. Mr. Keeler spuckt über die gesamte Spielzeit Gift und Galle und wechselt dabei geschickt von seinem rauen Grundtenor in tiefere, growl-ähnliche Gefilde nur um genau im richtigen Moment wieder in kurze, fast schon Araya-mäßige Schreipassagen umzuschwenken. Und das alles immer mit einem Hauch subtiler Melodie. Kurzum: die Vocals sind absolut genial und on point. Wer was anderes behauptet, der hatte die letzte Exodus im Player. Sicher mag so manch einer der Vergangenheit nachtrauern. Onslaught klingen anno 2011 weder so punkig-rumpelig wie auf „Power from Hell“, noch so melodisch wie auf der „In Search of Sanity“ mit Grim Reaper Fronter Steve Grimmett am Mikro. Aber was solls, solange erneut eine so dermaße starke Scheibe dabei heraus kommt? Okay, auf „Sounds of Violence“ fehlt im Vergleich zum direkten Vorgänger ein richtiger Überknaller wie „Killing Peace“ oder „Burn“, aber Nackenbrecher wie „Godhead“, „Hatebox“ oder „Rest in Pieces“ sind schon verdammt nah dran. Onslaught stehen 2011 für in Musik gegossene Aggression, ein fieser Bastard aus Exodus und Slayer in ihren tödlichsten Momenten. Das Ganze wurde von Jacob Hansen zwar modern und druckvoll, aber nicht leblos produziert. Hier gibt es ohne Gnade konstant auf die Zwölf ohne dafür die Schallmauer durchbrechen zu müssen. Ich habe in letzter Zeit wirklich sehr selten ein so hohes Level an Hass auf einer Platte vernommen. Auf „ Sounds of Violence“ wird eine gute Dreiviertelstunde der blutrünstige Pittbull von der Leine gelassen bis es nur noch Fleischteile regnet. Und genau dieser Umstand macht „Sounds of Violence“ (genau wie schon „Killing Peace“) zu der Platte, die sowohl Slayer als auch Exodus schon seit Jahren vergeblich versuchen einzutüten. Holt Euch dieses rohe Stück Aggression, dreht alle Regler nach rechts und zeigt Euren Nachbarn, was ihr von Schöngeistigkeit haltet. In diesem Sinne: Viva la hate und thrash 'til death! Anspieltipps: "Godhead", "Hatebox", "Born for War" Punkte: 86/100 [Review lesen]

23.02.2011 14:55 - Catch 22: Time Reveals All (1998)

8.5 / 10
Catch 22 haben einen langen Atem. Gegründet 1992 und damit zu einer Zeit, in der mit den klassischen Metalspielarten kein Blumentopf mehr zu gewinnen war, kämpften die Jungs sich durch 3 Demos bis man schließlich im Mai 1997 den ersten Tonträger in Eigenregie auf den trendverseuchten Markt warf. Unbeirrt vom weiterhin mangelnden Interesse der Plattenfirmen dieser Welt legten die Jungs nur ein Jahr später mit „Time Reveals All“ direkt noch einmal selbstgepresst nach. Hier regiert feiner Powerthrash, der am ehesten an die ebenfalls völlig unterbewerteten Meliah Rage mit einem Spritzer Metal Church erinnern. Über allem thront die Stimme von Bandkopf und Hauptsongwriter T.J. Berry, die zum Teil frappierende Ähnlichkeit mit dem Organ von Testament-Fronter Chuck Billy aufweist, ohne aber dessen partiell fehlende Variabilität zu teilen, sondern hier und da sogar mit ein paar hohen Screams zu verzücken weiß. Der Sound ist erdig und klar, lediglich die Bassdrum ist etwas zu „furztrocken“ geraten, so dass der eine oder andere Doublebass-Part mehr nach Tupperparty klingt, als nach einem zünftigen Mosh. Die Songs sind knackig und auf den Punkt gespielt, ein großer Teil des Materials erreicht nicht einmal die 3 Minuten-Marke. Wie leider bei den meisten VÖs mit einer Titelanzahl jenseits der 10 (hier sind es satte 15 Tracks!) hat sich auch hier der eine oder andere schwächere Song wie „Spitting Nails“ eingeschlichen, dem man vielleicht lieber noch ein wenig Feinschliff hätte verpassen sollen. Auch wenn das der druckvolle Titelsong, das kongeniale „Skies of Black“ oder auch das akustische „Sands of Time“ locker wieder ausbügeln, wäre auch hier wie so oft weniger mehr gewesen. Trotzdem: wer auf Bands wie Meliah Rage, Reverend oder auch Powermad steht, der sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren sofern ihm diese Eigenproduktion irgendwo über den Weg läuft. Catch 22 sind im Übrigen immer noch am Start und inzwischen bei Album Nummer 5 angekommen. Das großartige und etwas reifere aktuelle Werk hört auf den Namen „Soulreaper: Evilution/Devilution“ und ist bei den Italienern von Metal on Metal erschienen. Unbedingt reinhören! [Review lesen]

23.02.2011 11:47 - Venom: Cast In Stone (1997)

8.5 / 10
Seien wir doch einmal ehrlich: wer hätte es Venom anno 1997 noch abgenommen, wenn Sie so unkontrolliert auf Ihre Instrument eingeschlagen hätten, wie sie es einst auf „Welcome to Hell“ taten? Richtig, niemand. Und trotzdem: nur weil genau dies auf „Cast in Stone“ eben nicht passiert, wird das Album vielfach prinzipiell durch den Dreck gezogen. Dabei machen Venom doch alles richtig: Das Original-Trio bestehend aus Cronos, Mantas und Abbadon zeigt sich über die Jahre gereift ohne sich selbst zu verraten und spuckt - bei stark angezogenem Härtegrad - endlich wieder Gift und Galle, etwas das die Vorgängeralben doch schmerzlich vermissen ließen. Venom schaffen einen Spagat, welcher einem Haufen anderer Bands bis heute nicht gelungen ist: kontrollierter spielen und sich (in gesundem Maße) neuen Einflüssen hingeben ohne sich dabei selbst zu verkaufen. Das mag im Zusammenhang mit Venom wie ein worst case Szenario klingen, entpuppt sich aber als komplettes Gegenteil. Klar, wer ein zweites „Black Metal“ erwartet, der wird hier mit Sicherheit enttäuscht werden, aber das muss ja bei weitem nicht heißen, dass die Jungs mit „Cast in Stone“ eine dieser peinlichen Reunion-Gurken ausgebrütet haben, wie sie sich schon so viele andere Combos ins Nest gelegt haben. Der Sound (obwohl mit dem selben Team im selben Studio aufgenommen wie die ersten Alben) klingt so saftig wie noch nie zuvor bei den Herren aus Newcastle, was insbesondere dem Riffing zu Gute kommt. Das erste Mal in der Bandgeschichte haben die Gitarren einen richtig saftigen Crunch und auch die Rhythmusfraktion bekommt einen sehr differenzierten Sound spendiert ohne an Dreck und Raubeinigkeit einzubüßen. Ob man es glaubt oder nicht, das neue Gewand steht der ehemaligen Rumpel-Combo Nummer 1 wirklich gut und liefert den Metal direkt dahin, wo er hingehört: in die Nackenmuskulatur. Musikalisch ist „Cast in Stone“ ein extrem facettenreiches Album geworden, welches während seiner Spielzeit eigentlich in alle Temporegionen vordringt. Spielereien in diverse Richtungen sind allgegenwärtig. So gibt es bei „Flight of the Hydra“ knackige Black-Metal-Blastbeats, mit dem genialen „Destroyed & Doomed“ einen Ausflug in doomige Gefilde oder bei „Doomus Mundi“ gar einen leichten Industrial-Touch zu bestaunen. Abgerundet wird das Ganze dann von Songs wie dem Opener „Evil One“ der sich schon fast Annihilator-mäßig durchs Midtempo Rythmus-rifft oder einem Kracher wie „God’s Forsaken“, dessen Groove im Refrain schon sehr an die New Yorker Kollegen von Overkill erinnert. Überhaupt nimmt der Thrash im neuen Venom-Sound eine etwas dominantere Rolle ein, aber nicht ohne Platz für eine so urtypische Speednummer wie „Raised in Hell“ zu lassen, die auch locker auf den ersten Alben der Band hätte stehen können. All diese unterschiedlichen Elemente werden so geschickt in den typischen Venom-Sound verwoben, dass es eigentlich kein fremdeln gibt, sondern man vielmehr das Gefühl hat, dass der Sound sinnvoll erweitert ohne seine Seele zu verlieren. Die Grundbausteine sind alle da wie eh und je, das Riffing erkennt auch noch ein Tauber als Mantas unverkennbare Handschrift und Cronos röhrt so ätzend wie immer über den infernalischen Soundteppich. Ich bin ja sonst jemand, der der „Weiterentwicklung“ von Bands und dem meist damit einhergehenden Identitätsverlust extrem kritisch gegenüber steht, aber im Falle von Venom und „Cast in Stone“ kann ich nur sagen: Experiment gelungen, Patient quicklebendig! Für mich das beste Venom Album seit „At war with Satan“. Basta. [Review lesen]

03.09.2009 18:47 - Bewitched: At The Gates Of Hell (1999)

8.5 / 10
Wer wie ich findet, dass Pandabären eigentlich kein echter Black Metal sind und sich dafür aber bei Combos wie Mercyful Fate, Venom oder alten Onslaught vor Freude in die satanischen Pampers pullert, der dürfte mit Bewitched definitiv gut beraten sein. Schließlich bilden die oben genannten Bands doch die Haupteinflüsse der Zweit-Baustelle der beiden Naglfar Mitglieder Kristoffer 'Wrath' Olivius und Marcus 'Vargher' E. Norman, die auf ihrem dritten Full-Length-Album ein Oldschool-Black Metal-Feuerwerk erster Güte abbrennen. Während sich die Gitarrenfraktion neben kräftigen Geschrammel auch mal gerne an den Anfangstagen der Satansjünger um den Diamantenkönig orientiert, geht es gesangstechnisch und vor allem textlich mehr in Richtung Cronos & Co. Hier wird aufs plakativste dem Gehörnten gehuldigt, dass es eine wahre Freude ist und man sich unwillkürlich an die Anfänge der Black Metal Bewegung zurückerinnert (nein, das war nicht Anfang der 90er ihr Frostnasen!) wo Übertreibung noch ein Stilmittel war und kein blutiger Ernst. Die Produktion ballert ebenfalls schön kräftig und roh aus den Boxen, während einem die Spielfreude der Band förmlich anzuspringen scheint. Der Funke springt sofort über und man findet sich schon nach wenigen Minuten mit gereckter Pommesgabel im Wohnzimmer stehend wieder und lauthals "At the gates of Hell, forever bound by Satan's Spell!" durch die Bude schreiend wieder. Hier sitzt jede Hook und fräst sich direkt in Deine Gehirnwindungen, kurzum: Bewitched machen einfach Spaß. Punkt, aus! Wenn dann noch die kanadische Metal-Legende Thor auftaucht um die mächtige Coverversion seines kongenialen 'Let the Blood Run Red' doch gleich persönlich einzusingen, dann ist die Kult-Scheibe eigentlich schon perfekt. Wer also mal wieder eine geile Granate, die gnadenlos der alten schwarzen Schule huldigt, auf seinem Plattenteller schmeißen will, während er headbangend die Hauskatze auf dem Küchentisch opfert und bierselig plakative satanische Lyrik durch den Hausflur brüllt, der liegt bei Bewitched goldrichtig. Metal für Schöngeister und die Digitalfraktion gibt es allerdings woanders ...hier gibt es rauh und schmutzig mit dem umgedrehten Kreuz auf die Zwölf. Und das ist gut so…;o) In diesem Sinne: Hail Satan und immer schön moshen! [Review lesen]

07.07.2008 22:43 - Wrathblade: War Of The Titans (2006)

9.0 / 10
Irgendwo zwischen Manilla Road und Slough Feg musiziert sich die Athener Combo um Litany-Sänger Nick Varsamis (der gleich noch seinen Basser mitgebracht hat) und Raging Storm Gittarero John Alexandrakis auf dieser Single durch zwei exzellente Epic-Metal-Banger, die jedem Fan der erstgenannten Bands eigentlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen sollte. Eingeleitet durch das starke und mit treibenden Riffs gespickte "Titanomakhia" hat man mit "Defend The Metal Faith" dann noch eine knackig-kurze Hymne am Start, welche live mit Sicherheit mächtig Laune verbreiten dürfte. Abgerundet von einer druckvollen Produktion geben sich die Jungs absolut keine Blöße und zeigen deutlich, dass sie auch mit den großen Namen der Szene mithalten können. Die Single erschien bereits 2006 beim Athener Label Eat Metal Records und seitdem warten hungrige Metalheads wie ich auf das erste Full-Length-Release der Griechen. Wie es zurzeit aussieht soll es wohl noch in 2008 soweit sein und man darf gespannt sein, ob das hohe Niveau auch über eine volle Spielzeit gehalten werden kann. Bis dahin: Defend the Metal faith! [Review lesen]

02.06.2008 12:42 - Geist: Für Alle Zeit (2007)

9.0 / 10
Es gibt sie also doch noch die anspruchsvolle deutschsprachige Rockmusik. Was man nach einem Blick auf den Markt voller weichgespülter und niveauloser Veröffentlichungen von unsäglichen Combos wie Juli, Silbermond oder gar Tokio Hotel schon verloren glaubte, feiert einmal mehr seine Rückkehr. Gute Musik ist auch in deutschen Landen schlicht und einfach nicht tot zu kriegen, auch wenn ihr in der heutigen Zeit jede Menge Steine in den Weg gelegt werden. Eine Erfahrung die auch Geist machen mussten, denn nachdem man bereits 2003 ein Album im Kasten hatte trennte man sich vom Gitarristen, verwarf die kompletten Aufnahmen und trennte sich zwei Jahre später von sämtlichen Vertragspartner um im Alleingang weiterzumachen, da man das ewige Warten leid war. Inzwischen ist man aber bei den (sonst eher in Gothic-Gefilden wildernden) Jungs von Danse Macabre Records (u.a. Das Ich, Treibhaus) untergekommen und auch das erste offizielle Album steht seit dem 30.03.07 endlich in den Regalen der Republik. Und das ist gut so... Das Debütwerk der jungen Band aus Köln überzeugt nämlich durch eben das, was der Bandname bereits impliziert und den meisten o.g. Plastik-Deutschrockapellen fehlt: Geist, Seele, Charisma...nennt es wie ihr wollt. Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Geist atmen auf jeden Fall in jeder Minute Authenzität. „Für alle Zeit“ ist von daher auch nichts für Zartbesaitete und Trällerlieschen, die Musik gerne nebenbei zum Abwaschen hören oder zur Hintergrundbeschallung laufen lassen. Das Album ist ein wilder Headtrip, ein Orkan aus Schweiss und Tränen, ein Wirbelsturm der Emotionen der einen sofort mitreißt und bis zum Ende der Spielzeit nicht wieder los lässt. Die Musik ist progressiv, intelligent und stellenweise leicht verkopft, aber vor allem ist sie dabei trotz allem eines: unglaublich impulsiv. Man hat das Gefühl, dass das Leben wild und pochend durch die Adern der dargebotenen Musik fließt, pulsierend und scheinbar jederzeit kurz vor dem Ausbruch. Harter Prog-Rock wie er sein sollte, unberechenbar, teils vertrackt aber ohne in überflüssige musikalische Kabinettstückchen auszuarten. Über den zum Teil entrückten Instrumentalteppichen thront die charismatische Stimme von Frontmann Fares Rahmun, welcher insbesondere in den ruhigeren Parts vom Timbre her ein wenig an Wolfheims Peter Heppner erinnert, und welcher immer wieder durch individuelle und doch einprägsame Gesangslinien heraussticht, die den exzellenten Texten fernab von Kitsch und Peinlichkeit das nötige Leben einhauchen. Einzelne Tracks aus dem Gesamtwerk herauszuheben fällt schwer denn vom eingängigen Opener "Wer, wenn nicht ich", über das majestätische "So viele wie du" bis hin zum achtminütigen Titeltrack klingt hier alles wie aus einem Guss. Kurzum, wer eintaucht in Geists Welt zwischen Melancholie, Zorn und Weltschmerz der wird mit diesem Album viel Vergnügen haben. Wer allerdings nicht bereit ist, etwas Zeit in eine Scheibe zu investieren, der wird sich an dieser Veröffentlichung vermutlich die Zähne ausbeißen. Ich für meinen Teil bin hochgradig begeistert und wünsche den Jungs für die Zukunft endlich den Erfolg den Sie verdienen. Einen Punkt Abzug gibts lediglich für das in meinen Augen etwas nichtssagende Coverartwork und um noch etwas Platz nach oben für das Nachfolgewerk zu lassen... [Review lesen]

02.06.2008 12:38 - Suicidal Angels: Eternal Domination (2007)

8.0 / 10
Thrash ist wieder groß im Kommen was man nicht nur an den zahlreichen Reunions in diesem Jahr (Toxik, Sabbat, Sacred Reich) sehen konnte, sondern auch an der Flut von Underground-Combos die mit vielen extrem guten Releases die Szene kräftig aufmischen. War der Thrash-Underground in den letzten Jahren immer eher ein bißchen die Rumpelkammer der Metal-Szene, in welcher speziell südamerikanische Band mit zum teil horrenden instrumentalen Fähigkeiten, dafür aber mit um so mehr Charme und Charisma in bester In-The-Sign-of-Evil-Manier drauf los schepperten, sind die Bands der neuen Generation mit einer zum Teil unfassbaren Reife ausgestattet. Man denke nur mal an die 16-jährigen Buben von Age of Evil die auf ihrem selbstfinanzierten Erstling ein kongeniales Thrash-Feuerwerk irgendwo zwischen Old- und New-School abbrennen und dabei klingen, als würden Sie das Ganze schon ein oder zwei Jahrzehnte machen. Eines meiner liebsten Metal-Genre erlebt also seine Renaissance, und ich für meinen Teil bin mittendrin statt nur dabei! Während das Epizentrum der neuen Thrash-Welle hauptsächlich aus England und den Staaten seine seismographischen Schläge in die Welt schickt, legen uns Suicidal Angels aus Griechenland nach zwei selbstfinanzierten Releases und einer EP auf Evil Records ihre erste Langrille vor, mit der sie inzwischen bei den Amis von OSM (Old School Metal Records, u.a. Lääz Rockit und Ruffians) untergekommen sind. Bis auf zwei Tracks ('Crematory' und 'Slaughtering Christianity') die schon auf der EP 'Armies of Hell' das Licht der Öffentlichkeit erblickten und zwei weiteren Re-Recordings aus Demo-Tagen warten Suicidal Angels mit 7 frischen Tracks auf, die eigentlich jedem anständigem Thrasher das Herz aufgehen lassen sollten. Die Klampfenfraktion feuert aus allen Rohren und schüttelt sich im Minutentakt ein Slayer-Gedächtnisriff nach dem nächsten aus dem Ärmel, dass die Kinnlade schneller auf die Schreibtischkante knallt als du 'Holy Fuck!' sagen kannst. Mein lieber Herr Gesangsverein: Was für ein Inferno von Killerriffs in King&Hannemanscher Tradition unterlegt mit dem präzisen Punch der Rhytmussektion um Drummer Orfeas und Basser Sotiris. Dazu noch ein Prise alte Kreator und Onslaught und fertig ist das Höllengebräu bei dem wohl kein Moshpit-Veteran ernsthaft die Zehen still halten kann. Up the horns, metal up your ass und thrash 'til death! Auch die Produktion ballert oberamtlich und lässt eigentlich kaum Wünsche offen auch wenn das Ganze zum Teil etwas analoger hätte ausfallen dürfen, aber da bin ich ja sowieso etwas eigen was das betrifft. Warum die Scheibe kein zweites 'Reign in Blood' geworden ist? Ganz einfach, die Jungs haben zwei große Probleme: Song-Struktur und Gesang, was beides auf gewisse Art und Weise eng miteinander verwoben ist. Während Sänger/Gitarrist Nick ein exzellenter Klampfer zu sein scheint kommen seine Vocals leider reichlich dünn über den Äther. Ihm fehlt es nicht nur an Volumen (das größte Manko) sondern auch ein wenig an Charisma, da er sich mit seiner Stimme irgendwo zwischen Araya, Angelripper, jungem Mille und Cronos (aber nichts davon richtig) konsequent zwischen die Stühle setzt. So ist das ganze weder Fisch noch Fleisch, kein richtiges Gegrowle, kein richtiges Gekeife und etwas ohne Biss, sprich nötige Aggression. Da er zudem kaum Variationen in die eindimensionalen Lines einfließen lässt und diese meist in gleicher Phrasierung und Tempo runterholzt geht den Songs, die ansonsten wie gesagt vor genialen Riffs nur so strotzen, vollkommen der Spannungsbogen verloren. Es werden keine Akzente durch die Vocals gesetzt so das Refrains, Bridges, Strophen alles wie eine Suppe an einem vorbeirauscht und man so zum Teil ohne Blick auf den Player nicht sagen kann, ob das Ganze jetzt schon ein neuer Song ist oder nicht. Etwas mehr songdienliches Songwriting, dass auch mal Höhepunkte zulässt wäre hier durchaus angebracht. Schließlich ist das bei Mucke auch nicht anderes als beim Sex... Das hier immenses Potential drin steckt steht allerdings vollkommen außer Frage, musikalisch ist hier alles auf A-Klasse-Niveau wenn nicht sogar noch das entscheidene Quentchen mehr. Wenn man jetzt noch etwas an den Songstrukturen feilt und sich einen richtig guten Schreihals besorgt, dann könnte da was ganze Großes auf uns zukommen und Hellas endlich mal einen großen Brandfleck auf der Heavy-Metal Karte bescheren. Bis jetzt reichts dafür zwar noch nicht ganz, aber da ich mich an den Riffs zurzeit einfach nicht satt hören kann gibts immer noch satte [Review lesen]