cockneyboy66

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Zum Verkauf 0 Eingetragen 380
Bewertungen: 130 Reviews: 17
Genres: Hardcore, Punk, Reggae, Ska
Bewertungsverteilung von cockneyboy66
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Die letzten Bewertungen
9.0 für Xmal Deutschland: Fetisch (1983) (04.08.2015 23:00)
6.5 für Project Pitchfork: Eon:Eon (1998) (04.08.2015 22:57)
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Die letzten Reviews

16.11.2014 18:27 - The Dirt Daubers: Wake Up Sinners (2011)

10.0 / 10
Die Scheibe geht ab wie Schmitz berühmte Katze, da gibt es keine Zweifel. Jedoch dürfte der Sound nicht unbedingt jedermanns Geschmack sein. Mit einer explosiven Mischung aus Country und Swing wird hier ein amerikanischer Folksound gespielt, der an manchen Stellen absolut steil geht. Nummern wie „Give The Devil His Due“ oder auch „Get Outta My Way“ lassen das Banjo glühen und sorgen für einen Stil, der einen nicht lange still sitzen lässt. Der je nach Song abwechselnd männliche oder weibliche Gesang wird gekonnt zu den einzelnen Liedern passend eingesetzt. Dachte ich nach dem Einlegen der Scheibe beim ersten Lied noch, OK es gibt Country, so wurde ich schon beim zweiten Stück wachgerüttelt, denn nur mit Country wird man dem Stil nicht gerecht. Bei Song Nr. 2 geht es direkt irgendwo ins Amerika der 20er Jahre. Mit astreinem Swing und einem überhaupt nicht aufdringlichen Kazoo wird mit Elementen aus dem Bereich der Gypsy-Musik das Album an der Stelle erst so richtig eröffnet. Bei „Be Not Afraid“ dem 4. Stück fällt mir dann das erste Mal die Kinnlade herunter. Der Song ist für mich der absolute Hit der Scheibe. Ähnlich vom Stil her wie beim 2. Song wird das ganze hier mit Swing auf die Spitze getrieben und das Trio aus Kentucky zeigt einem wo der Hammer hängt. Die Amis fabrizieren auf ihrem Album mit einer traditionellen Instrumentierung einen Sound, den ich nur selten so bisher gehört habe. In einem Atemzug lässt sich die Scheibe überhaupt nicht beschreiben. Neben Swing und Country wird hier ganz klar, dass Amerika mal ein Einwanderungsland gewesen ist und dementsprechend die Folk-Musik unterschiedlich beeinflusst wurde. Neben den schon genannten Komponenten kann man auf „Wake Up Sinners“ noch allerhand mehr zwischen den Zeilen erkennen. Das reicht von Einflüssen aus dem Bereich Irish Folk bei „Can`t Go To Heaven“ über Jazz-Elemente bis hin zu Bluegrass und ähnlich traditionellen Klängen. Langeweile kommt da gar nicht erst auf ,denn schon beim zweiten Durchlauf fängt man bei einigen Songs unweigerlich an mit zu singen. Nach mehrmaligem Hören kristallisieren sich die Swing-Stücke dann zu den absoluten Favoriten heraus, dicht gefolgt von den Country-Songs. Wer seinem CD-Player mal wieder etwas abwechslungsreiche Kost gönnen will, sollte sich an den Dirt Daubers halten. Richtig coole Scheibe! [Review lesen]

28.04.2013 10:11 - The Valkyrians: Punkrocksteady (2011)

10.0 / 10
Was, ihr braucht keine Cover-Versionen von alten Punkrock-Klassikern? Alles überflüssig und schon mal da gewesen? Von wegen!! Das was die Valkyrians hier abfeuern ist trotz der ganzen Covers eine ordentliche Batterie an Hits und das nicht weil sie schon mal in aller Ohren waren, sondern weil hier alles komplett neu und interessant umgesetzt wurde. Schon in der Vergangenheit haben die Valkyrians auf ihren ersten 2 Alben gezeigt was sie drauf haben und weil das schon absolut tauglich war, dürfen sie sich hier auch an diesen Klassikern vergehen. Haben sie sich damals noch zurückgehalten, was das bedienen an alten Legenden betrifft, so haben sie hier 14 mal in die Vollen gelangt und puren Geschmack bewiesen mit der Auswahl der Songs. Hier wird einmal quer durch die 80er Jahre bzw. späten 70ern gerutscht, alles in ein feines Ska und Reggae-Gewand gepackt und das mehr als elegant. Hier wird aus dem Clash Song „Career Opportunities“ ein feiner Skinhead-Reggae-Stomper mit einem gröhligen Oi! im Refrain. „Riot Squad“ von Cock Sparrer ist ebenfalls ein gut mitgröhlbarer und trotzdem sauber entspannter Song für den gepflegten Ska-Nighter geworden. Schon auf den früheren Alben begeisterten die Valkyrians mit einem angenehmen eigenen Stil. Eine sauber proportionale Mischung aus Ska und Skinheadreggae mit einer unverwechselbaren Stimme, die zwar ein bisschen näselt, aber wirklich cool rüber kommt, gehört zu dem orgelbetonten Reggae dem sich die Finnen verschrieben haben. Ich habe geguckt, aber rund um Jamaika keine 2. Insel mit dem Namen Finnland gefunden. Bleibt also die Frage wie sich die Finnen den Sound im hohen Norden angeeignet haben. Egal, hier braucht keiner Sorgen haben das man sich verhoben hat. Die 5 Nordmänner wissen genau was sie tun und mal ganz ehrlich, wer wollte nicht schon einmal wissen was passiert wäre, wenn Ian Curtis von Joy Division eine Glatze gehabt hätte. „Disorder“ von Joy Division als Reggae-Song hat hier durchaus was zu bieten. „Astro Zombies“ von den Misfits garantiert auch mit seinem eingängigen ohhh Chor und „Borstal Breakout“ im flotten Offbeat von Sham 69 ebenfalls. Der einzige Song der mich ein bisschen langweilt ist „Heart of Glass“ von Blondie, aber nicht weil der Song nicht gut umgesetzt wurde, sondern weil er einfach zu oft für andere Bands her halten musste. Bei „Gary Gilmores Eyes“ gab es dann zu alledem auch noch Unterstützung eines Originals der Adverts. T.V. Smith ließ es sich nicht nehmen bei dem Song mit zu singen. Na, wenn das keine Bestätigung ist! Überhaupt 14 Coversongs und kein einziger Tiefflieger dabei, sollte als Leistung definitiv anerkannt werden. Um die Liste mal zu vervollständigen, man vergriff sich hier noch an Klassikern von so illustren Namen wie den Buzzcocks, The Ruts, 999, Devo und auch Elvis Costello. Mit Wire und den Only Ones sind auch Songs dazwischen die nicht jedem geläufig sein dürften und so mindestens die Leute unter 35 Jahren hier sicher noch neues zu entdecken haben. Wie gesagt, die Jungs covern hier nicht nur einfach, sondern drücken jedem Song ihren ureigenen Stempel auf und verstricken sich da auch nicht in einfachen Party-Ska. Die Scheibe läuft hier wie am Schnürchen durch und vom tanzbaren Floorfiller bis zum melancholischen Song in Form von „Babylons Burning“ ist hier alles vertreten was eine gute Scheibe braucht. Ich war am Anfang skeptisch, aber nach etlichen Durchläufen gibt es hier trotzdem noch keine Verschleisserscheinungen. Hört selbst rein oder kauft das Teil ungehört. Wer mit Reggae und Ska was anfangen kann wird garantiert nicht enttäuscht. Mein Daumen geht hier steil nach oben und ich freue mich auf den nächsten Nighter, auf dem man dann nicht mehr auf Punkrock verzichten muss! Skinheadreggae meets Punkrock vom feinsten! [Review lesen]

28.04.2013 10:04 - The Beatdown: Beatdown, The (2010)

9.0 / 10
Bevor die Kanadier mit ihrer Gruppe One Night Band so richtig durchstarten konnten, ist das Kapitel schon wieder Geschichte. Aus den Überresten, genauer gesagt aus zwei Mitgliedern des Vorgängers, reformiert sich The Beatdown. Es wäre auch zu schade gewesen, nach so einer genialen Platte wie Hit & Run es war, dem ganzen den Rücken zu zu wenden. Die Jungs hatten Talent und legen jetzt mit The Beatdown erfolgreich nach. Die Zutaten bleiben ähnlich. Zwischen Symarip, The Clash und den Aggrolites gibt es jede Menge Oldschool fürs tanzende Volk von The Beatdown. Die Jungs bleiben dem schnörkelosen Reggae der auslaufenden 60er Jahre treu und präsentieren hier stolz ihren Nachfolger und auch gleichzeitig ihr derzeitiges Debut. Mit minimalistischen Reggaegrooves, dezenten Orgeleinsätzen und so gut wie keine Bläser gibt es satten Skinhead-Reggae in leicht modernisiertem Gewand. Nicht mehr ganz so eingängig wie beim Vorgänger schafft man es dennoch relativ nahtlos an Hit & Run anzuknüpfen. Wobei der Vorgänger auch eine Hitdichte an Bord hatte, die nur schwer zu toppen ist. Die Jungs haben sich die Messlatte damals selbst verdammt hoch gesetzt. Gönnt man der neuen Platte ein paar Runden im Player wird sie sich mit Sicherheit fast genauso entfalten. Auf einem relativ minimalistischen Niveau rockt es auch hier wieder mit satten Bässen und fettem Offbeat an sämtlichen Ecken und Kanten. Absolut überdurchschnittliche Songs gibt es diesmal in Form von „One Night“ mit groovendem Beat und prägender Mundharmonika, sowie dem Northernsoul-Cover „ Geat Ready“ das hier zu einem eingängigen Reggaestomper umfunktioniert wurde. Bei „Hooligans“ gibt es einen Song zum in den 60ern populär gewesenen Rudeboy-Thema und mit „Let Me Take You Out“ fährt man in der Dub-Tradition von The Clash einen entspannten Kurs. The Beatdown schlagen eine elegante Brücke zwischen 60er Jahre Skinhead-Reggae und modernen Elementen und dürften somit ein leckerer Geheimtipp sein für alle kurzhaarigen Reggaefans. Um Ska wird hier ein großer Bogen gemacht, was der Scheibe durchaus gut steht. The Beatdown stehen für einen eigenen Sound fernab von weichgespültem Offbeat-Geplänkel. Wer trotzdem eine Schublade braucht, dürfte hier mit „Dirty Reggae“ wie er von den Aggrolites ins Spiel gebracht wurde, am ehesten bedient werden. Stellt euch die Aggrolites einfach eine Spur roher vor und ihr kommt beim Sound von The Beatdown an. Klasse Teil! [Review lesen]

28.04.2013 10:02 - The Beatdown: Walkin' Proud (2012)

10.0 / 10
Nach einem verdammt guten Debut-Album meldet sich Montreal's Finest in Sachen Reggae mit einer weiteren Scheibe zurück. Schon das Debutalbum hat einen gehörig bleibenden Eindruck hinterlassen und nun setzen die Kanadier mit „Walkin' Proud“ nochmal gekonnt einen obendrauf. The Beatdown sind entstanden aus der genialen One Night Band, die mit ihrer letzten Scheibe vor der Auflösung die Szene nochmal ordentlich aufgemischt hatten. Damals war ich sehr enttäuscht als ich von der Auflösung gehört habe und umso mehr habe ich mich gefreut das der dort eingeschlagene Weg konsequenterweise mit The Beatdown fortgeführt wird. Das Debutalbum schlug damals heftig bei mir ein und rotierte entsprechend kräftig im CD-Player und wird nun abgelöst von „Walkin' Proud“. The Beatdown bleiben auch weiterhin ihrer eigenen Version von Reggae treu, der ich in vorherigen Reviews schon attestiert habe, dass sie dem Prädikat Dirty Reggae absolut gerecht wird. Da dieser Begriff schon von den Aggrolites belegt ist haben sie ihrem Stil die Bezeichnung Northern Reggae gegeben. Aber mal im Ernst, lasst euch keinen Bären aufbinden, denn The Beatdwon haben den Begriff definitiv eher verdient als die Aggrolites. Keine Frage, ich mag auch die Aggrolites, aber während die Aggrolites an manchen Stellen doch sehr soulig sind, geben die Kanadier ihrem Sound gehörig mehr Ecken und Kanten und wirken dadurch eine ganze Portion rauer und krachiger. The Beatdown schaffen es, mit den Elementen des einstigen Skinheadreggae der ausgehenden 60er Jahre und einem dezenten Schuss Punkrock, dem Skinheadreggae die Türen in die moderne Zeit zu öffnen. Hier surren die Orgeln, das Drumkit scheppert und der Sänger hat eine scharfe Reibeisenstimme, die dem ganzen den letzten Schliff gibt. Es wird fast komplett auf unnötige Bläser verzichtet und so bewegen sich die drei auf einer minimalistischen Welle die es schafft einen durchgängig warmen Retro-Sound zu kreieren, der aber dennoch modern wirkt und ebenso an die 60er Jahre erinnert. Hört euch nur Songs an wie „Leave Me“ und ihr wisst was ich meine. Der Song geht dermaßen sauber rein mit seinen kratzigen, übersteuerten Gitarren und dem scheppernden Offbeat, so dass hier kein Fuß still stehen bleibt. „The Other Side“ ebenso ein Reggaestomper der ersten Klasse. Mit einer surfigen Gitarre wird dem Song ein feines Wild West Feeling verliehen, wie es schon in den 60ern von Leuten wie bspw. den Upsetters praktiziert wurde. Einige Stücke bestechen mit einer genial platzierten Mundharmonika wie bei „Long Road“ und „The River“ und so wird es hier generell nicht langweilig. Bei den 13 Songs gibt es durchgängig keinerlei Ausfälle, ebenso wenig wie bei Owen Grays „Reggae Dance“ dem hier neues Leben eingehaucht wurde. Hört hier verdammt nochmal rein! So geht Skinheadreggae oder nennt es meinetwegen auch Early-Reggae im modernen Gewand. The Beatdown sind rau und ungeschliffen und dennoch so präzise wie ich es selten von modernen Bands gehört habe. Fast die gesamte Scheibe ist live in einem Rutsch im Studio aufgenommen worden und bekommt so einen durchgängig treibenden Beat der sich durch die gesamte Produktion zieht. Für mich schon jetzt eines der besten Reggae-Alben des Jahres 2012! Mit jeder Menge Hits im Gepäck besticht die Scheibe obendrein noch mit einem nett aufgemachten Digipack. Also zugreifen! [Review lesen]

28.04.2013 09:59 - One Night Band: Hit & Run (2008)

10.0 / 10
Dirty Reggae scheint sich so langsam zu einer eigenen Kategorie im riesigen Ska/Reggae Bereich zu mausern. Nach den Aggrolites stehen hier die nächsten in den Startlöchern um sich einen Platz in diesem Bereich zu sichern. Die vier Kanadier liegen mit ihrem Sound den Aggrolites sehr nahe und beherrschen die nötigen Zutaten geradezu perfekt ohne dabei wie eine Kopie zu klingen. Im Gegensatz zu den Aggrolites verzichtet man hier zwar nicht komplett auf die Bläser, allerdings werden sie nur selten relativ dezent im Hintergrund eingebracht. Gut so, denn oft stelle ich einfach fest, das falsch eingesetzte Bläser schnell nerven können. Um so öfter kommt hier eine schöne 60ies- lastige Orgel zum Einsatz, die wieder die Nähe zum Skinheadreggae deutlich macht. Auch wenn die Jungs optisch diesem Bild überhaupt nicht entsprechen, aber Schwamm drüber: wer so gute Musik spielt, darf auch bei Skinheadreggae aussehen wie Pete Doherty. Die Platte lief hier jetzt einige Tage rauf und runter und entfaltet von mal zu mal mehr von ihrer Durchschlagskraft. Die Orgel fräst sich gnadenlos in die Gehörgänge, um sich dort bis auf weiteres fest zu beißen. Allein die ersten vier Stücke des Albums sind schon feine Ohrwürmer. Danach geht es weiter mit einem coolen orgelbetonten Instrumental, das auch original aus den Sechzigern stammen könnte. Im Anschluss gibt es wieder traditionelle Reggae Vocalnummern die ordentlich grooven und stellenweise mal einen leicht rockigen Charakter besitzen. Um reinen Ska wird hier ein kompletter Bogen geschlagen, was den Songs aber in keinster Weise schadet, denn dafür schimmert zur Abwechslung hier und da mal ein bisschen Rocksteady mit durch. Die Jungs beherrschen eben ihr Genre und wissen was für 60ies Reggae notwendig ist und was unnötiger Ballast ist. Für mich macht gerade dieses minimalistische beim 60ies Reggae den Reiz aus und da braucht man eben keine 8-köpfige Bläsersektion, sondern eine feine Stimme und ordentlich Talent an den Instrumenten um zu begeistern. Da interessiert es auch nur am Rande, das die Produktion für dieses Album kein geringerer als Brian Dixon von den Aggrolites übernommen hat. Anspieltips zu nennen fällt hier schwer, da ja keine Ausfälle dabei sind und von Anfang bis Ende ein großartiges Niveau gehalten wird. Aber ich würde da einfach mal das Stück „Trigger“ oder „Sammy“ nennen. Wer mit den Aggrolites oder Skinheadreggae auch nur ein bisschen was anfangen kann, darf hier blind zugreifen. Ach was heißt darf? Der muss zugreifen! Die Band ist für mich eine der interessantesten Neuentdeckungen dieses Jahres. [Review lesen]

28.04.2013 09:17 - Hancox: Vegas Lights (2012)

7.0 / 10
Lange war dieses Soloprojekt angekündigt und endlich hat die Scheibe das Licht der Welt erblickt. Pip Hancox dürfte den meistens eher als Frontmann der legendären Psychobilly-Band Guana Batz bekannt sein, als unter seinem richtigen Namen. Hancox lebt mittlerweile seit geraumer Zeit in Kalifornien und um dort auch musikalisch aktiv zu sein, hat er auf der anderen Seite des Ozeans diverse Musiker um sich gescharrt und tritt mit ihnen ebenfalls unter dem Namen Guana Batz auf. Diese amerikanische Version der Guana Batz, diente ihm nun bei seinem neuen Soloprojekt ebenfalls als Band mit der er hier 13 Songs eingetütet hat und jetzt auf die Psychobilly-Szene los lässt. Wer jetzt erwartet das er hier Oldschool-Psychobilly in die Ohren geblasen bekommt, den muss ich leider enttäuschen. Auch wenn die Scheibe natürlich nicht frei von Psychobilly ist, geht die Gewichtung hier trotzdem in eine andere Richtung. Hancox hat diese Projekt ins Leben gerufen um sich ein bisschen aus dem engen Korsett des Psychobillys zu lösen und so finden hier allerhand andere Einflüsse ebenfalls ihren Platz. Beim ersten Durchlauf von „Vegas Lights“ sticht einem zunächst der rockige Einfluss ins Auge. Kräftige Gitarrenläufe verbinden sich hier mit dem dezenten Einsatz des Kontrabasses und so verlieren sich in manchen Stücken die Psychobillyroots fast gänzlich, wie beim Song „Shake“ der vom Grundgerüst her an die rockige Seite von Marylin Manson erinnert. Andere Songs hingegen wie beispielsweise „Bleed“ kommen dafür dann wieder um so Psychobilly-lastiger rüber und begeistern hingegen mit einer surfigen Gitarre. Ich denke im gesamten gesehen wird die Scheibe definitiv polarisieren, denn ich weiß nicht ob die üblichen Hörer von Guana Batz, Songs wie das balladenartige Titelstück „Vegas Lights“ so positiv aufnehmen werden. Ich brauchte bei der Scheibe definitiv die ein oder andere Runde um damit warm zu werden. Manche Songs sind einfach arg gewöhnungsbedürftig wie das ebenfalls sehr rockig ausgefallene „London Streets“ bei dem der Gesang recht düster wirkt und leicht wavig in die Richtung von Alien Sex Fiend tendiert. Allerdings sollte man dabei aber auch nicht verschweigen das direkt beim nächsten Song „Toxic Twins“ mit einem kickenden und treibenden Rhythmus wieder gegen gesteuert wird. Ebenso beim darauf folgendem Track „Sally“ der in die Sparte des 70er Rock schlägt und damit durchaus zu begeistern weiß. „Black Door City“ klingt dann nach absolut modernem Psychobilly der amerikanischen Schule und auch das Cover von Blondies „Call Me“ kann den amerikanischen Rockmusik-Einfluss nicht leugnen. Das Herzstück des Albums findet sich dann mit dem absolut abgehenden und punkigen Stück „Ellinore“ das im Gegensatz zu so manch anderen Song sofort mitreißen kann Im gesamten betrachtet ist die Scheibe ein recht vielschichtiges Werk geworden, das ich so nicht erwartet hätte von Pip Hancox und auch wenn mich die Scheibe beim hören nicht gleich aus den Schuhen geboxt hat, wirkt sie durch ihre verschiedenen Einflüsse dennoch interessant. „Vegas Lights“ ist ein rockiges Album geworden, wo eben an manchen Stellen der Psychobilly zwar durchsickert, aber das Hauptaugenmerk doch in der amerikanischen Rockmusik zu finden ist. Uneingeschränkt kann man die Scheibe von daher sicher nicht jedem Guana Batz Fan direkt empfehlen, aber wer ein bisschen Open Minded an die Sache ran geht wird hier trotzdem ein sehr vielseitiges Album entdecken und nach mehreren Durchläufen Spaß dran haben [Review lesen]

17.04.2013 00:16 - Beat Devils: Another Dream (2011)

9.0 / 10
In Russland scheint momentan der Psychobilly zu boomen, denn auch die Beat Devils kommen wie die Labelkollegen von den Magnetix aus Russland und zelebrieren ihren Psychobilly auf einem hohen Qualitätsstandard. Mit einem Sänger der mich manchmal ein bisschen an die Waltons erinnert geht es hier durch 12 sehr melodiöse Songs, die nicht von der Geschwindigkeit leben sondern durch die guten Melodien ihren Dreh bekommen. Hier werden keine Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Die Scheibe besticht durch einen runden Midtemposound der für Psychobilly oftmals sehr relaxt daher kommt. „Another Dream“ verspricht dem Hörer einen entspannten Hörgenuss ohne zu langweilen, auch wenn es an manchen Stellen schon mal verdammt glatt zu geht. Die Jungs schaffen es dennoch immer rechtzeitig das Ruder wieder rum zu reißen mit ihren eingängigen Refrains. Da lädt dann auch der ein oder andere Song, die alle komplett in englisch vorgetragen werden, zum mit singen ein. Irgendwie liegt mir hier der Begriff Psychobilly-light auf der Zunge, ohne das jetzt negativ zu meinen! Die Beat Devils mischen auf ihrem 3. Album typischen Psychobilly mit einer gehörigen Portion Pop ab und umfahren dieses Gewässer dennoch geschickt. Ob diese Nähe zu poppigen Melodien Zufall ist wage ich zu bezweifeln, denn wer sich als Coversong R.E.M.´s „End Of The World“ aussucht, weiß auf welches Territorium er sich begibt. Letztendlich kann ich hier aber trotz allem poppigen Einfluss beruhigen, denn die Scheibe hat gerade deswegen einiges auf dem Kasten. Manchmal kommt es eben auf die richtige Dosierung an und da haben die Beat Devils genau das richtige Mischungsverhältnis gefunden. Die 41 Minuten Spielzeit laufen in einem angenehmen Rutsch durch ohne zu nerven oder langweilig zu werden. „Another Dream“ ist eine herrlich entspannte Platte geworden die an einen sonnigen Sonntag morgen nach einem kräftigen Wreckin Pit am Abend zuvor, die müden Knochen wieder schonend in Fahrt bringt. Wer nicht immer nur Vollgas braucht, dem kann man die Beat Devils mit ihrer definitiv eigenen Note durchaus ans Herz legen. [Review lesen]

17.04.2013 00:13 - Sir Psyko & His Monsters: Reapers Tale (2010)

10.0 / 10
Mal ehrlich, wer glaubt das was schlechtes raus kommt, wenn P. Paul Fenech irgendwo Hand anlegt? Richtig, bis auf ein paar Zweifler, die die Meteors nicht mögen, kaum einer! Denn wenn Fenech was anpackt, kann man sicher sein, das so etwas wie ein Prototyp an dunklem Psycho mit Arschtritt raus kommt. Insofern war es also eine absolut gute Wahl, dass Sir Psyko sich den Meteors-Mastermind als Produzenten ins Studio geholt hat. Reapers Tale ist ein düsteres Werk geworden, das nur so vor dunklem Humor und abgehende Hymnen strotzt. Soundtechnisch geht es zum Teil in eine ähnliche Richtung wie bei den Meteors. Sir Psyko & His Monsters spielen mit den selben Zutaten wie dem dunklen Gitarrenspiel, dem leicht Countryesken Style und einer düster rauen Stimme und kreieren daraus trotzdem ihren eigenen Sound. Ob es an der Stimme liegt oder an dem dezent eingesetzten Saxophon, kann ich jetzt so auf Anhieb nicht sagen, aber Sir Psyko klingen erfrischend anders, trotz der Ähnlichkeiten. Manchmal blinzelt ein wenig Demented Are Go, mal ein bisschen ganz frühe Mad Sin durch und sorgt für das richtige Feeling. Wer jetzt glaubt, die Östereicher klingen wie der zehnte Aufguss der immer gleichen Bands, liegt trotzdem falsch und eigentlich will ich hier auch gar nicht immer auf irgendwelchen Ähnlichkeiten rumreiten, aber mir scheint es so, dass man sich von sämtlichen Bands die positiven Eigenschaften zu nutze macht und daraus ein höchst entzündliches Cocktail zusammen gemischt hat. Hier gibt es Splatter-Psycho in hohem Tempo wie bei „The Beast Is On The Way“ genauso wie nette Hymnen an die Szene beim Stück „Fucker“ wo es heißt „... Psychobilly is not a fashion, it`s our life, it`s our passion...“ und das nehme ich den Jungs zu 100 % ab. „Out For Blood“ überrascht dann nochmal als letztes Stück mit einem feurigen Folkloreanteil und rundet fein säuberlich ab. Mit einem satten Flair der 80er Jahre wird hier gewreckt und gestompt das sich die Balken biegen. Brutal, dreckig, düster ohne in Punk`n´Roll ab zu rutschen wird hier Psychobilly in Reinkultur geboten. Zumeist sehr schnell, aber immer mit der richtigen Abwechslung durch ein Saxophon, einer Mundharmonika und auch mal durch eine creepy klingenden Orgel. 13 mal gibt es satten Sound voll auf die 12. Anspieltips sind hier eigentlich überflüssig. Nehmt die Stücke 1-13 dann passt das schon! [Review lesen]

17.04.2013 00:11 - The Skints: Part & Parcel (2012)

9.5 / 10
Mit einem von den Fans selbst finanzierten Album melden sich die Engländer von The Skints zurück. Innerhalb von 11 Tagen hatte die Band nach einem Spendenaufruf das Geld zusammen getragen. Die Fans der Skints hatten scheinbar nach einer Debut-EP und einem vorangegangenen Album definitiv den richtigen Riecher. Was die Engländer hier zusammen getragen haben ist ein rundum gelungenes Album aus feinstem Reggae mit jeder Menge Dub im Hintergrund und einer saftigen Portion Pop oben drauf. Das Album bietet insgesamt 11 Songs bei denen keinerlei Ausfallerscheinungen zu verzeichnen sind. Problemlos am Stück läuft die Scheibe durch ohne auch nur ansatzweise abzufallen, denn vom ersten bis zum letzten Song wird hier ein hervorragendes Niveau präsentiert. Mit jeder Menge Abwechslung gehen die 3 Jungs und die Sängerin auf „Part & Parcel“ zu Werke. Ganz egal ob bei traditionellen Reggaeklängen aus den 70er Jahren, wie bei „Sunny Sunny“ oder bei dem leicht folkig anmutenden Ragga-Style Song „Rubadub ( Done Know)“. Die Skints wissen wie man jamaikanische Klänge mit einem Funken Pop fein abrundet. Hier wird getoastet, mal gerapt,was in diesem Falle komischerweise überhaupt nicht daneben geht, sondern so für eine modern klingende Mixture sorgt und stetig gibt es fette Bassläufe im Hintergund. Dub ist normalerweise nicht unbedingt massenkompatible Musik, aber man sollte sich im Falle von The Skints nicht davon abschrecken lassen, denn hier gibt es von allem fein dosierte Mengen die säuberlich aufeinander abgestimmt sind. Männlicher und wirklich guter weiblicher Gesang geben sich hier entspannt die Klinke in die Hand. Ska-Elemente mit Versatzstücken aus dem Bereich Dancehall und rootsigem Reggae mit eleketronischen Klängen ebenso. Da wird mal geskankt bei „Lay You Down“ und dann wiederum gut getoastet auf einer elektronischen Bassline im Song „Up Against The Wall“. Hätte das legendäre 2-Tone Label in den 80er Jahren nicht so früh die Segel gestrichen, ich denke, so wie The Skints hätte der 2-Tone Sound nach einer 30 jährigen Weiterentwicklung aussehen können. Verwurzelt in jamaikanischen Traditionen und trotzdem in alle Richtungen offen um Up To Date zu sein. Wer mal wieder Bock hat auf moderne jamaikanische Klänge ist bei The Skints definitiv an der richtigen Adresse und so bleibt mir nicht viel als eine klare Empfehlung auszusprechen! [Review lesen]

17.04.2013 00:06 - The Legendary Raw Deal: Badlands Mud (2012)

10.0 / 10
Ich kann ja nicht anders, aber für mich ist und bleibt P. Paul Fenech ein Gott an der Gitarre. Ganz egal ob es sich da um die Meteors, um sein Solo Projekt oder wie in diesem Falle um The Legendary Raw Deal dreht. Kaum ein anderer Musiker schafft es bei mir, mit seiner einzigartigen Spielweise im Zusammenhang mit der leicht bösen Stimme, eine derartige Gänsehaut zu erzeugen. Ich stehe einfach auf diesen leicht dreckigen, angesurften Sound gepaart mit cooler Düsternis! Während die Meteors generell für den Prototypen des Psychobillys stehen, geht es bei The Legendary Raw Deal dann mehr in Richtung Rockabilly. Wer aber jetzt denkt, das hier sanfte Klänge der 50er Jahre zum Vorschein kommen, der irrt! Aber gewaltig, denn schon mit dem Opener „Badlands Mud“ macht Fenech seine eigene Definition dieser Musik klar. Leicht melancholisch, trotzdem sehr düster, definitiv rau und unverkennbar kommt der Song im Midtempo und könnte durch seinen leichten Country-Einschlag auch hervorragend in einem Quentin Tarantino-Soundtrack zum Einsatz kommen. Gänsehaut pur und genauso geht es beim 2. Song „13 Women“ weiter. Ebenfalls ein düsterer Rockabilly-Track im angenehmen Tempo mit surfiger Gitarre. Beim 3. Song wird dann das Tempo erhöht und es wird Rock´n´Roll lastiger, ohne jedoch zu glatt zu werden. Der 4.und letzte Song „One Track Mind“ erhöht dann nochmal das Tempo und kommt als eine Mischung aus frühen Meteors mit einem typischen Rock´n´Roll Grundgerüst. Mit The Legendary Raw Deal schließt sich einfach der musikalische Kreis um die Meteors, denn nimmt man alle drei Projekte zusammen, kommt da eine absolut geniale Melange zustande die ich von kaum einem anderen Musiker bisher gehört habe. Na ja ich sehe schon, ich kann hier nicht ganz frei an die Sache ran gehen. Ich halte P. Paul Fenech eben für einen großartigen Musiker und da ist es zweitrangig um welche seiner Bands es sich gerade handelt. Fenech hat in meinen Augen bisher noch nie was schlechtes veröffentlicht und so kann ich auch hier, außer das die Scheibe mit 4 Songs zu kurz ist, nichts bemängeln. Die 4 Tracks laufen absolut sauber rein, begeistern ab dem ersten Hören und sind ebenso abwechslungsreich umgesetzt. Fans von den Meteors können hier absolut blind zugreifen denn die Digipack-CD ist auf 1000 Stück limitiert und die 12“ Platte auf 700 Einheiten. Hoffentlich kommt da bald wieder ein ganzes Album von The Legendary Raw Deal!! [Review lesen]

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Neuzugänge in der Sammlung

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NOFX: Pump Up The Valuum (HDCD) 20.06.2014
Ramones: Pleasant Dreams (CD) 12.01.2013
Jam, The: Compact Snap (CD) 10.02.2012
Various Artists/Sampler: Trojan Skinhead Reggae Box Set (3-CD) 25.12.2011
Jam, The: Sound Affects (LP) 06.12.2011