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#26 23.11.2019 11:58:54

Torrente
Mitglied
Registriert: 13.02.2013
Beiträge: 7.273

Re: Die vier Jahreszeiten --> bloss welche?

LivKlassik schrieb:
Torrente schrieb:
LivKlassik schrieb:

Um die Jahreszeiten kennenzulernen, ist diese Version eher nicht geeignet, da empfiehlt es sich eher die Aufnahmen von Mullova/Abbado, Mutter/Karajan, Michelluci/i Musici oder Kremer/Abbado. Aber um etwas neues und spannendes zu erforschen, muss hier zugegriffen werden.

Hm, warum "eher nicht geeignet"? Frei improvisierte Elemente, wie man sie hier hört, mögen zunächst befremdend klingen, aber sie gehörten zu Vivaldis Zeit wie selbstverständlich zur Interpretation. In diesem Sinne ist die extreme und überaus feurig dargebotene Interpretation (nicht "Version", denn es ist die Originalversion) absolut authentisch und ehrlich und gerade deshalb auch für Einsteiger und Neugierige zu empfehlen. Wem also Vivaldis vier Jahreszeiten im Plattenschrank noch fehlen, der greife mutig zu Shunske Sato & Concerto Köln! smile

Ich spreche natürlich immer aus der Sicht eines Anfängers. wink Ich selbst komme aus der Hard-Rock-Ecke und höre erst seit wenigen Jahren intensiv klassische Musik. Um Werke kennenzulernen, setzte ich anfangs natürlich auf bekannte Labels (DGG, Decca, RCA) und Dirigenten (am liebsten Karajan). Daher schreckte mich Carmignolas Interpretation (nicht Version big_smile ) am Anfang etwas ab, da es doch eher punkig (um es mit meinen Worten zu beschreiben) gespielt wird.

Mittlerweile liebe ich die verschiedenen Varianten der Interpretation. Einerseits die "schön" gespielten wie auch die "wilden" Aufnahmen. Da kann ich mich nicht entscheiden und höre je nach Stimmung mal die einen oder die anderen.

Deinen Geschmack und deine persönliche Herangehensweise stelle ich ja gar nicht infrage -- alles bestens! smile

Ich meine lediglich, dass gute Musik auch in den Ohren eines Einsteigers gut bleibt und daher in ihm zünden kann, sei sie eher punkig oder eher mainstreamig. Da stecken wir als Außenstehende nicht drin. Ich kenne Klassik-Einsteiger aus dem Hard-Rock-Bereich, die den Weg von Frank Zappa in die Klassik über Edgar Varèse und Igor Strawinski hin zu György Ligeti und Pierre Boulez gefunden haben. Und das ist zum Teil wirklich komplexes Zeug, das auch mir als jahrzehntelang an Klassik gewöhntem Hörer einiges abverlangt.
So wie die Hörgewohnheiten und Vorlieben unterschiedlich sind, so kann auch der Weg hinein in die Klassik ganz unterschiedlich sein. Wenn also, wie du schreibst, Shunske Satos Vivaldi "der Wahnsinn" ist, was ich gut nachvollziehen kann, dann sei sie mit Nachdruck gerade auch dem Einsteiger empfohlen, nicht mehr und nicht weniger. smile

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