Vader Solitude In Madness (2020) - ein Review von iron

Vader: Solitude In Madness - Cover
1
1 Review
4
4 Ratings
8.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Death Metal


iron
25.01.2021 15:34

Arbeitsmoral made in Poland: Seit 1987 im Geschäft, zwölf Studioalben, unzählige Singles und EP's, dazu noch einige Livealben, Videos, Demos und Compilations. Außerdem eine der fleißigsten Livebands der Welt. Nicht umsonst wurden sie zur größten Band Polens - inzwischen nur von Behemoth überholt.
Genau wie AC/DC oder Motörhead bewegt man sich stilistisch in einem relativ engen Rahmen. Und auch hier muss das genau so sein! Straighter, leicht Thrashiger, harter, überwiegend flotter Death Metal - was anderes braucht man von Peter Wiwczarek und seinen wechselnden Begleitern nicht zu erwarten. Und dennoch wird das Gebotene nie langweilig. Zu mitreisend und packend ist der Stil, der immer mega kompetent gezockt wird, dabei aber nie ins stressige oder angeberische Abrutscht.
Auf "Solitude In Madness" war anscheinend die Devise es so unbarmherzig anzugehen wie in seligen "De Profundis / Black To The Blind / Litany" - Zeiten. Das Gaspedal wird also fast permanent gegen das Bodenblech gedrückt. Krass, wenn man bedenkt, dass Peter, dessen Gesangsstil man aus Hunderten anderen Shoutern raushören könnte, schon Mitte 50 ist. Manche Jungspunde (mit Kaputze) können sich hier noch ein Scheibchen abschneiden. Das ist wahrer Death Metal: Hart, Schnell, Aggressiv und Dunkel! Wer Bands wie Vader als Kumpel-Death-Metal bezeichnet, hat nichts verstanden. Nicht falsch verstehen: ich stehe auch auf viele der jungen, düsteren Death Metal Bands, aber dieser Sound hier ist halt irgendwie die Essenz des Genres. Quasi das Reinheitsgebot des Todes.
Doch zurück zum Album: "Solitude In Madness" versohlt dir knapp 30 Minuten den Hintern, ohne Kompromisse und Experimente. Obwohl Experimente auf Vader-Alben (sowas wurde immer auf den EP's gemacht) eh noch nie ein Thema waren. Abgesehen von ein paar Judas Priest-Riffs vielleicht, wie z.B. bei `Emptiness`, der musikalisch eigentlich ein reiner Heavy Metal Song geworden ist. Hier müsste man eigentlich von Death Heavy Metal reden. Wieso gibt es diese Stilbezeichnung, analog zum Black Heavy Metal, denn noch nicht? Mit dem Acid Drinkers-Cover `Dancing In The Slaughterhouse` überführen sie noch einen Punksong in eine astreine Vader-Nummer.
Gekrönt von einem tollen Wes Benscoter-Cover beweist hier eine Legende im 33. Lebensjahr dass sie immer noch ordentlich zuschlagen kann. Lassen wir uns also von dem älteren Herren die Fresse polieren!

geschrieben für DARK STEEL ZINE.

Punkte: 8 / 10