Thor Only The Strong (1985) - ein Review von Lord

Thor: Only The Strong - Cover
1
1 Review
13
13 Ratings
9.15
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Heavy Metal


Lord
09.05.2010 11:59

Wer denkt bei diesem Titel und dem Nick nicht sofort an die mittlerweile albernen Kollegen MANOWAR?
...doch halt; die Kanadier THOR waren wesentlich früher dran! Bereits 1977 gründete sich die Band um Frontbolzen Jon Mikl, genannt "Thor". Diese Bezeichnung passt zu ihm; gross, blond und durchtrainiert, wie es dann später Eric Adams zu seiner besten Zeit auch sein wird.

Bereits 1977 erschien das Debüt mit lustigem Cover "Keep the dogs away", es folgten 3 mittlerweile superrare EPs, bis 1985 dann die vorliegende LP erschien.
Die Originalpressung auf Viper hatte keine Titelangabe, bloss auf dem Back-Cover den Vermerk "Beware the fury of the Ice Viking", deswegen hört man diesen LP-Titel bei Insidern auch ab und zu noch. Später, immer noch 1985, wurde die Scheibe in Europa via Roadrunner released, da ist auf dem Frontcover der Titel "Only the strong" angegeben, und so wird die Scheibe auch endgültig gehandelt.

Der Titel ist genauso Programm wie die 4 (naja, 5..) peinlich toupierten Hobby-Bodybuilder auf dem Back-Cover! Lustige Leder/Fell-Kostüme mit Eisen beschlagen, dazu angestrengte Mit-Verschränkten-Armen-Grimmig-Gucken-Posen - manchmal kann Heavy Metal echt superpeinlich sein.. Hinzu verirrt sich noch ein vollbusiges Girl namnes "Pantera", die mit der Betätigung "Vocals" angeschrieben ist... "Blowjob" wäre vielleicht passender gewesen, denn ich entnehme der Scheibe ihre Stimme nicht, zumindest jetzt nicht aus dem Gedächtnis.

Man muss allerdings erwähnen, dass sich die Band selber auch nicht ganz so ernst nimmt - so gab es 1982 unter dem Namen "Vikon" eine MC, der ein eher albernes Komikbuch mitgeliefert wurde.. Auch diese Veröffentlichung ist sehr rar, wie fast alles von THOR, da die Scheiben out of print sind. Zudem betreibt Front-Herkules Jon Mikl noch das Punk-Projekt "Thor & The Ass Boys" - ein symphatrischer Zeitgenosse.

So peinlich das Image der Band auch immer ist - die Musik, und darum soll es ja gehen, ist dafür erstklassig (wenn auch simpel). Klar, es ist Heavy Metal und vieles hat man anno 1985 vielleicht schon ähnlich gehört, doch die Songs rocken und haben einen hymnenhaften Einschlag; an vordester Front zu erwähnen sei da der absolut brillante Rauswerfer "Ride of the Chariots"! Sensationeller Song mit viel Melodie.... Allgemein wird neben stählernen Riffs Wert auf Melodie gelegt, auch die Soli von Steve Price, der einen guten Job abliefert, sind immer leicht im melodischen Bereich. So gehen die Songs sofort in's Ohr.
Auch zu empfehlen ist der Hammer "Knock 'em down" ,das starke "Let the blood run red" und auch das holpernde "When gods collide" - stark!
Man kann sagen, dass die Scheibe eigentlich keine Füller hat - "gut" ist das mindeste, das man ihr geben kann, wenn man auf Heavy Metal steht, denn dies ist die eindeutige Marschrichtung von THOR! Mit vielen Klischees, mit viel Humor, jedoch auch mit viel Kraft. Geil! Leider etwas pampig produziert, aber was solls...
Da stört es auch nicht, dass das Intro "2045" an MANOWARs "Dark avanger" erinnert... Denn jene Band um Joey DePommes-mit-Maio hat sich schliesslich das gesamte Image bei THOR abgeguckt; ob nun bewusst oder unbewusst. Dass die Thor/Odin/Viking-Saga bei Nicht-Skandinaviern etwas fehl am Platz ist, lassen wir hier mal aussen vor.

Wer auf lupenreinen, geilen ich-bin-der-Grösste-Metal steht, kann bei THOR blind zugreifen.
Ich liebe dieses Vinyl und gebe deswegen satte 9,5 Punkte!

Punkte: 9.5 / 10