Stormwitch Walpurgis Night (1984) - ein Review von bloodfreak

Stormwitch: Walpurgis Night - Cover
2
Reviews
19
Ratings
8.82
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Hardrock, Heavy Metal


bloodfreak
12.10.2013 21:04

Hier kann ich nur 10 Punkte geben!! Warum? Ganz einfach:

Kurz nachdem ich in den späten 80ern Iron Maiden entdecken durfte, gab mir ein damaliger Klassenkamerad ein Tape mit "Walpurgis Night" und "The Beauty And The Beast" - ich war damals vielleicht 8-9 Jahre alt und ich hab die Kassette rauf und runter laufen lassen.
Stormwitch kommen aus Gerstetten, das ca. 15 km von meinem Geburtsort entfernt liegt. Da kommt natürlich auch noch so ein wenig "metallischer Nationalstolz" hoch :-D

Fakt ist, dass Stormwitch mit "Walpurgis Night" eine grandiose Heavy Metal Scheibe eingespielt haben, die eher von Maiden, als von Accept - inspiriert ist! Im Songwriting gibt's absolut nichts zu meckern. Egal wo die Nadel aufsetzt wird ein Feuerwerk an HEAVY METAL zelebriert. Wer Iron Maiden "Killers" und "The Number Of The Beast" liebt, der muss einfach "Walpurgis Night" total geil finden.
Andy Mück's Vocals sind rau und dennoch melodisch (und der Kerl bringt auch erstklassige falsetto Vocals zustande - also der perfekte Heavy Metal-Sänger!).
Stefan Kauffmann und Harald Spengler (R.I.P.) liefern sich ein Gitarrenduell nach dem nächsten, Peter Langer und Ronny Gleisberg sind für den metallischen Donner zuständig, der jedes Kinderzimmer zum beben bringt und jede Mutter in den Himmel blicken lässt, ob sie wohl besser ihre Pflanztröge auf dem Balkon vor heraufziehendem Unwetter schützen sollte.

Die Songs sind durchgehend spannend, eingängig, biertauglich und absolut zeitlos! Mann, wer einmal durch das Kaff "Gerstetten" durchgefahren ist, der wird es einfach nicht fassen können, dass hier eine Band von diesem Kaliber am Start war! Wo sich noch Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, waren hier ein paar Lausbuben bestückt mit Leder, Nieten und Ketten im Keller am Werk, die so gar nicht in die idyllische ländliche Gegend gepasst haben!

Stormwitch anno 1984/85 hatten nichts gemeinsam mit den späteren Auswüchsen (Eyeliner, Schlagerrefrains und Rüschenhemdchen) - hier wird noch erstklassiger Stahl von der Ostalb geschmiedet. Meine Faves (eigentlicher JEDER Song): "Werevolves On The Hunt" (absolute Abrissbirne!!!), "Priest Of Evil", "Flour In The Wind", "Skull And Crossbones" und der Opener "Cave Of Steenfoll". Auch das exzellente Instrumental "Excalibur" soll nicht unerwähnt bleiben, denn hier werden die Songwriting-Fähigkeiten der Sturmhexen erst richtig deutlich!

Die LP wurde damals live im Studio eingespielt und das Backcoverfoto hat man vor dem Friedhof in Gerstetten geschossen! Wer mit so etwas aufwächst und das mit der Definition Heavy Metal (auch das Outfit: Leder, Nieten und Ketten) gleichsetzt, der kann spätere Sachen wie "Eye Of The Storm" oder "Dance With The Witches" einfach nicht toll finden....sorry.

1984 lag die Welt Stormwitch förmlich zu Füssen, doch bis heute ist ihnen nicht ganz bewusst, WAS FÜR EINE MONSTERSCHEIBE sie mit "Walpurgis Night" geschaffen haben. Schade eigentlich, denn ich würde einiges dafür tun, um Stormwitch anno 1984/85 live zu sehen.

Punkte: 10 / 10


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