Sepultura A-Lex (2009) - ein Review von Hugin

Sepultura: A-Lex - Cover
7
7 Reviews
24
24 Ratings
6.90
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal



22.01.2009 01:44

Für mich war SEPULTURA leider nur bis zur "Arise" eine Hammerband, die mich danach mit ihren Tribal-Core-Einflüssen immer weniger begeistern konnte, und die ich deshalb ab "Roots" mehr oder minder konsequent ignoriert habe. Daher gibt mir die neue Scheibe die Gelegenheit zu schauen, ob das vielleicht doch noch was wird, mit SEPULTURA und mir.

Bei unbefangenem Herangehen an "A-lex" kann ich der Scheibe nämlich einen gewissen Reiz nicht absprechen. Ganz im Gegenteil: Mir gefällt das Ding ganz gut! Getragen von einer düsteren Grundstimmung setzen Andreas Kisser und seine Mitstreiter einen sehr wuchtigen Groove mit fett bratenden und toll produzierten Riffs in Szene, der sich wirklich sehen lassen kann. Dazu kommt Derrick Greens derbe Brüllstimme, die natürlich Geschmackssache ist, mich aber nicht stört. Beim hammermäßigen Opener 'Moloko Mesto' und bei 'The Treatment' regiert eine sehr traditionelle und schnelle Thrash-Keule, und das - Schande über mich - ist eigentlich das, was ich von SEPULTURA immer hören wollte. Doch keine Angst, auch die rhythmischen Tribal-Anklänge sind nicht mit den Cavaleras von Bord gegangen, und auch das Hardcore-Element schlägt sehr oft durch, wie etwa beim ebenfalls sehr coolen 'Filthy Rot', das einen eigenwilligen Backing-Chor und schräge Kisser-Leads aufweist, oder auch bei 'What I Do?'. Ansonsten stampfen die Brasilianer oft im Midtempo vor sich hin, bieten dabei aber stets griffigen Thrash-Core zu dem es sich bestimmt zünftig Moshen lässt. Momente der Abwechslung sind zwar nicht allzu üppig gesät, aber wenn sie kommen, dann zünden sie auch. So gefällt mir zum Beispiel auch das ruhigere 'We've Lost You' sehr gut. Aus meiner Sicht ist "A-lex" also durchaus ein gutes Album, das ich vielleicht zum Anlass nehmen werde, mich chronologisch rückwärts nochmals an SEPULTURA zu versuchen. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich als erklärter Nicht-Fan keinerlei Erwartungen an das Album hatte.

Punkte: 7.5 / 10