Rama Everything Is One (2019) - ein Review von TYiORi

Rama: Everything Is One - Cover
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Review
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Rating
9.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Stoner Rock


TYiORi
15.01.2020 10:12

Italienische Feinkost, die einen mitnimmt.

Im Piemont im Jahr 2011 gegründet hat die Stoner-Rock-Band RAMA bereits 2015 eine selbstbetitelte EP im Studio aufgenommen und als Eigenproduktion veröffentlicht. Nun folgt mit "Everything Is One" das erste Album über das Label Escape From Today.

Die vier Titel (abgesehen vom Outro) sollen für die vier Elemente stehen und widergeben, wie der Mensch sich mit sich selbst und dem, was ihn alles so umgibt, auseinandersetzt. Um dies dem Publikum bestmöglich zugänglich zu machen, habe man für die Aufnahme des Albums den Kammerton a' auf 432 Hertz festgelegt. Die Band ist so in guter Gesellschaft mit Landsmann Giuseppe Verdi, der schon 1884 ebenfalls für diese Stimmung plädierte. Ja, okay.

Der Opener 'Between The Ashes Of Silence' ist ein 15-minütiges Brett von einem Song und hat für sich allein eine 10-Punkte-Bewertung verdient. Hier werden so gekonnt die verschiedensten Elemente und Stile miteinander verknüpft, dass einem ganz anders wird. Die das post-rockige Gitarren-Arpeggio begleitenden einleitenden "Ahh"-Gesänge tauchen schon auf dem (von mir zu Recherchezwecken ebenfalls angehörten und zuvor noch gänzlich unbekannten) Erstling der Italiener auf. Im Anschluss daran und im weiteren Verlauf ist es vor allem auch der fast durchgängig zweistimmige Gesang, der mich sofort von den Wüsten-Rockern überzeugt. Dazu feinste Gitarren-Riffs, die eine oder andere härtere Passage mit Screams, sowie die unterschwellig vermittelte positive Grundeinstellung: Fertig ist der perfekte Song. 'Through The Doors Of Knowledge' ist ruhiger und wirkt nachdenklicher; der Gesang (auch hier herrlicher Weise wieder zweistimmig) steht mehr im Vordergrund: "I see the Beauty embracing precious sound and everything comes to life around." Nur unbedeutend schwächer als der erste Titel. Es folgen zwei weitere Songs, die zwar das Niveau nicht ganz halten können, aber das Gesamtbild dieses Albums gelungen vollenden und das songschreiberische Können der Truppe eindrucksvoll untermauern. Der Abschluss aus Bass und unverzerrter Gitarre erscheint zuerst ein wenig Fremd auf dieser Platte, ist aber zum Ende genau das Richtige, um den mitgenommenen Hörer behutsam wieder auf dem Boden der Tatsachen abzusetzen.

Ein eindrucksvolles Album mit toll eingebrachten Elementen aus Post Rock und -Metal, welches bei mir noch immer mit jedem Hördurchgang wächst. Eine Band aus dem Untergrund, die man auf jeden Fall auf dem Radar behalten sollte.

Dieses Review erschien zuerst auf POWERMETAL.de

Punkte: 9.5 / 10