Pyogenesis A Silent Soul Screams Loud (2020) - ein Review von iron

Pyogenesis: Silent Soul Screams Loud, A - Cover
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1 Review
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1 Rating
9.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Heavy Metal


iron
16.01.2021 12:25

Auch wenn mit Flo V. Schwarz nur noch ein Urmitglied dabei ist: Das es Pyogenesis wieder gibt ist ein Geschenk! Viel zu wertvoll ist dieser eigenwillige Stilmix, viel zu gut das Songwriting, viel zu eng jegliche Schublade. Pyogenesis sind (neben Waltari) eine der ganz wenigen Bands die einfach alles dürfen.
Ich selbst wurde 1994 durch die "Sweet X-Rated Nothings" zum Fan. Der Metal Hammer schrieb damals was von "Arschloch-Musik". Das musste man damals natürlich anchecken. Dadurch hab ich ein Hitalbum entdeckt, das auch heute noch zusammen mit dem später nachgekauften Debüt "Ignis Creatio" ein todsicherer Kandidat für die einsame Insel wäre. Nach der "Unpop" hab ich die Pyo's dann aus den Augen verloren.
Erst das Comebackalbum von 2015 "A Century In the Curse of Time" wurde wieder angetestet und erweckte die alte Liebe umgehend wieder zu neuem Leben. Deutlich metallischer und weniger alternativ klang man nach dem Split, und dennoch wurden große Melodien und starke Refrains nicht vergessen. Überhaupt: wer ist den sonst noch in der Lage ein Album mit ausschließlich Killerrefrains zu schreiben? Und "A Silent Soul Screams Loud" ist schon das dritte Album in Folge und das auch noch in dieser Qualität. Der Abschluss der Trilogie über den technischen Fortschritt und den gesellschaftlichen Wandel des 19. Jahrhunderts bietet wieder alles was ich von einem Pyogenesis-Album erwarte. Harte, teilweise poppige Songs, epische Melodien, eine große Portion Melancholie, die coole Stimme von Flo und das komplette Fehlen irgendwelcher Scheuklappen. Ich kann nur jedem Open-Minded-Musikfreak empfehlen sich einmal mit dieser Band zu beschäftigen. Eine der letzten drei Scheiben wäre ein guter Einstieg.

geschrieben für DARK STEEL ZINE

Punkte: 9 / 10