Peter Herbolzheimer Rhythm Combination & Brass & Inga Rumpf Hip Walk (1976) - ein Review von schanzer.in

Peter Herbolzheimer Rhythm Combination & Brass & Inga Rumpf: Hip Walk - Cover
1
Review
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Rating
9.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Jazz


schanzer.in
08.10.2019 15:53

Funkige Fusion-Musik mit rockig instrumentierter Big-Band erwartet den Hörer auf "Hip Walk". Peter Herbolzheimer war damit absolut am Puls der Zeit. Auch heute klingt dieses Gebräu noch frisch und groovt enorm ab. Für zwei Titel kommt Inga Rumpf ans Mikro ("Superstiton" und "Spirit"), alles andere ist instrumental. Die Instrumentalisten aber gehören zum Feinsten, was man in Mitteleuropa kriegen konnte: Kenny Wheeler, Ack von Rooyen und Nippi Noya beispielsweise. Die Songs stammen von u.a. von Herbie Hancock, Stevie Wonder und Al Jarreau. Das Titelstück hat Herbolzheimer selbst geschrieben, "Neosho" und "Wheeler's Choice" ebenso.
"Hip Walk" klingt wesentlich zugänglicher als zeitgleiche Outputs von etwa Miles Davis ("Water Babies" oder "Get Up With It"), ohne aber irgendwie in Richtung glatte Fahrstuhlmusik abzugleiten. Nein Nein, das Spiel von Herbolzheimer's Mannen ist durchaus fordernd, verbindet diesen Anspruch aber mit tollen Grooves.
Schade, dass Peter Herbolzheimer in den 80ern dann wieder traditionelleren Jazz gespielt hat, das empfand ich als Rückschritt.

Punkte: 9 / 10