Nachtmystium Assassins: Black Meddle Part 1 (2008) - ein Review von walzenstein

Nachtmystium: Assassins: Black Meddle Part 1 - Cover
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1 Review
11
11 Ratings
8.68
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Black Metal, Stoner Rock/Metal


walzenstein
05.04.2018 14:24

Vor ein paar Jahren hat mich eine Kumpeline aus den Staaten auf eine Black Metal-Band aufmerksam gemacht, die aus ihrer Ecke kam und schickte mir eine Demo-CD von dieser. Ihr Name: NACHTMYSTIUM. Rauer Black Metal mit sämtlichen Klischees. Ich fand’s einfach nicht prickelnd. Nun liegt mir ihr mittlerweile viertes Full-Length-Album „Assassins“ vor und das Quartett aus Chicago überrascht mich positiv.

Black Metal im eigentlichen Sinne kann man den Stil von NACHTMYSTIUM nicht mehr nennen, das merkt man vom ersten Ton an. Zwar geht der zweite Song „Assassins“ anfangs schon stark in diese Richtung, aber spätestens beim Refrain kann man feststellen, dass die Amis es drauf haben, Hymnen zu schreiben, die einen wirklichen Mitsingeffekt haben. Intensiv zieht sich der Song acht Minuten lang, ohne langweilig zu werden. Psychedelisch, leicht progressiv ohne Frickelei wird es dann zur Mitte des Titeltracks, bevor die immer schneller werdenden Drums dem Titel einen geilen Ausklang verleihen. „Ghosts Of Grace“ strotzt nur so vor geilen Melodien und einen basslastigen, rasenden Black Metal-Knaller hauen NACHTMYSTIUM einem mit „Your True Enemy“ um die Ohren. Ruhig, mit Flüstergesang und leichtem 70er-Rock-Flair lassen einem die Amis noch mal mit „Code Negative“ Zeit für Entspannung, bevor der „Omnivore“ ausbricht. Als ich diesen Song das erste Mal hörte dachte ich sofort and „Supervillain Outcast“ von DHG. Diese Gesangslinien, dieses Morbide in der Musik, die Intensität… passt! Und dann wird geblastet, was das Zeug hält. Für die Drums ist auf „Assassins“ übrigens kein Geringerer zuständig, als Tony Laureano, der ja bekanntlich auch bei NILE, DIMMU BORGIR, ACHERON, THE BLACK DAHLIA MURDER etc. die Felle malträtiert hat. Den Abschluss des Albums bildet dann eine Art Trilogie, „Seasick“ in drei Akten. „Part I: Drowned At Dusk“ ist schon fast bluesig. Melancholisch, traurig und die akustische Gitarre setzt einen Hoffnungsschimmer. Etwas fixer und spaciger geht’s dann schon bei „Part II: Oceanborne“ zur Sache. 70er-Rock vermischt sich mit einem Saxophon, das teilweise schon jazzig klingt. Gesang gibt es dann wieder bei „Part III: Silent Sunrise“, bei dem Blake Judd klingt, wie eine Mischung aus Ofu Khan, Kvohst und Cpt. Estrella. Zum Abschluss noch eine feine Melodie mit dem Saxophon und das Hörerlebnis ist nach über 45 Minuten vorbei.

Diese fette Produktion, diese Art von Zusammenspiel und musikalischem Arrangement ist einfach einsame Spitze. NACHTMYSTIUM beherrschen es, eine Atmosphäre zu erschaffen, die jenseits des gewöhnlichen Schwarzmetalls liegt und dir bessere Energie geben kann, als Dextroenergen. Diese Band hat sich nicht nur verbessert, sie sind nahezu perfekt geworden. Für mich etwas zu viel 70er-Flair, aber trotzdem ein Hammer-Album!

Punkte: 8.5 / 10