Iron Maiden Senjutsu (2021) - ein Review von el_fakir

Iron Maiden: Senjutsu - Cover
4
4 Reviews
22
22 Ratings
7.82
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Heavy Metal, Progressive Metal


el_fakir
09.09.2021 22:04

Ich vermisse die guten alten Zeiten. Als Bruce noch gut bei Stimme war und nicht alles in Höhen gepresst hat, die er heutzutage einfach nicht mehr gut hinbekommt. Zeiten, in denen sich die Texte noch gereimt haben und man nicht auf pseudo-progressiv gemacht hat. Die guten alten Zeiten eben, als man noch Strophen, Refrains, und sogar Melodien mitsingen konnte. Das was maiden groß gemacht hat, ist seit mindestens.4 Alben nicht mehr vorhanden. Sehr schade...

Und was ist nun mit der neuen Scheibe "Senjutsu" ?
Mir gefällt sie schon mal besser als der Vorgänger "The Book of Souls" und auf jeden Fall sehr viel besser als die beiden Vor-Vorgänger "A Matter Of Life And Death" und "The Final Frontier". Nun hätte ich früher niemals gedacht das ich folgende These mal vom Stapel lassen würde, aber nun ist es doch soweit gekommen. Die besten Momente auf der 3-fach LP sind diejenigen in denen Bruce die Klappe hält. Oder aber dijenigen, in denen er sich nicht in die hohen Lagen quält. Insofern gefallen mit die letzten 3 Songs eindeutig am besten.
Musikalisch sind die Stücke allesamt mindestens mal OK, allerdings bleibt kein Song im Ohr. Keine Riff, keine Melodie, keine Textpassage - schlichtweg gar nichts. Noch immer erschliesst sich dem Hörer nicht, warum die Truppe 3 Gitarristen durchfüttert. Man kann sie nur bei den Soli heraushören. Diese werden gerne in so gut wie jedem Titel nacheinander weggespielt, sind dabei aber so uninteressant, dass die Herren sie aller Wahrscheinlichkeit nach schon vergessen haben, während sie sie aufgenommen haben. Klar, ein par Riffs sind schon ganz nett. "The Time Machine" zum Beispiel. Allerdings wird der gute Eindruck direkt wieder von Bruce's gequäke zunichte gemacht.
Die vielerorts hochgelobte Progessivität hat sich mir auch noch nicht erschlossen. Nur weil man sich mitlerweile an kein Reimschema mehr hält und ein par Keyboards einstreut, wird die Musik in Gänze doch nicht anspruchsvoller. Mal ganz abgesehen davon, hat man das früher viel besser hinbekommen. "Seventh Son Of A Seventh Son" wäre ein postiv-Beispiel.
Auch die schiere Länge der Songs macht sie nicht besser. Bei älteren Long-Tracks wie "To Tame A Land", eben genanntem "Seventh Son Of A Seventh Son" und vor allem "Rime Of The Ancient Mariner" wurde es zu keiner Sekunde langweilig. Wenn sie zu Ende gingen, war man regelrecht enttäuscht, dass es schon vorbei war. Die hätten ruhig länger sein können. Bei den neueren Titeln ist das nicht der Fall. Wenn man die Songs nie gehört hätte - man würde nichts verpassen. Hier rein, da raus - wen juckt's ?

Trotzdem bleibt unter'm Strich eher ein guter Eindruck. Ich höre mir die Scheibe nun schon zum dritten mal an. Soweit hat es der Vorgänger nicht geschafft, glaube ich.

Das Artwork der Platte ist übrigens schlicht atemberaubend. Sehr schick. Allerdings war es nicht die beste Entscheidung sowohl die Außen- als auch die Innenhüllen mit Hochglanzbeschichtung zu versehen. Es sei denn, man steht auf die Handy-Optik, bei der das Display vor lauter Fingerabdrücke nicht mehr lesbar ist.

Punkte: 6.5 / 10


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