Fleetwood Mac Live (1980) - ein Review von schanzer.in

Fleetwood Mac: Live - Cover
1
Review
1
Rating
9.00
∅-Bew.
Typ: Live
Genre(s): Rock: Pop-Rock


schanzer.in
06.12.2019 16:27

Ein Live-Album, das gleichzeitig auch als Greatest Hits Compilation durchgeht: Der Löwenanteil der Stücke stammt von den bis damals drei Veröffentlichungen der klassischen Fleetwood Mac Besetzung, also "Fleetwood Mac" (1975), "Rumours" (1977) und "Tusk" (1979), ergänzt um "Oh Well" aus der Peter Green Zeit und "Don't Let Me Down Again" vom "Buckingham-Nicks Album (1973) sowie "Fireflies", "One More Night" und "The Farmer's Daughter" vom Beach Boy Brian Wilson: letztere 3 aufgenommen in einem Privatkonzert. Alle andern Aufnahmen stammen von großen US-Bühnen während der damaligen Welttournee. Seltsamerweise gastierten Fleetwood Mac damals laut Booklet auch an einem Ort, der sich "Betzenburg Stadium, Frankfurt, Germany" nennt und 35 000 Plätze fasst. Kennt jemand das? :-)
Auf diesem Live-Album hört man unzweifelhaft, dass da eine Rockband am Werk ist. Jedwede Einordnung ins Genre Pop wäre abwegig. Das halte ich für ein großes Plus gegenüber Scheiben wie "Tango In The Night" etc. Ein weiteres Plus ist der Gesang, der von mehreren Lead-Stimmen kommt und enorm beseelt rüberkommt, technisch 1a sowieso. Die Versionen halten sich relativ eng an die Studioversionen, dennoch gibt es auch mal Instrumentalausflüge wie auf "I'm So Afraid". Der Sound ist hervorragend: transparent, druckvoll, warm. Kein Wunder, dass da Meister Bob Ludwig mit am Werk war.
Was macht den Charme und damit den Erfolg von Fleetwood Mac aus? Die bereits erwähnten Sänger, das geniale Songwriting sicher auch, und auch das geschickte Besetzen einer kleinen aber feinen Nische zwischen Rock und Pop, sodass die Schnittmenge des potentiellen Publikums immens groß wird. All das kann man auf diesem Album wiederfinden.
Es wird ebenfalls klar, welche tolle Entwicklung diese Band, welche ja mit für heutige Ohren einfältiger Blues-Mucke begonnen hat, gegangen ist.

Punkte: 9 / 10