Eagle Seagull The Year Of The How-To Book (2010) - ein Review von Rock Rendezvous

Eagle Seagull: Year Of The How-To Book, The - Cover
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1 Review
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1 Rating
8.50
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Indie Rock


Rock Rendezvous
07.06.2010 03:29

Eagle Seagull. Eagle Seagull. Eagle Seagull. Ja! Ja! Ja! "The Year Of The How-To Book" ist ein großartiges Album. Es ist vielschichtig, überraschend, umgarnend. Es hat von allem etwas. Viel melancholisches, aber auch viel fröhliches. Ich erkenne viele andere Künstler darin wieder. Die Bandinfo, die mich zur Beschäftigung mit dieser Band bewogen hat, sprach von Lou Reed und David Bowie, von den beiden kann ich jedoch eigentlich nichts erkennen, aber das kann und/oder will ich meistens eh nicht, wenn jemand auf sie verweist. Sicher weiß ich dann meist nur, daß es sich zu garantiert 80% um etwas Gutes handelt, wenn diese Namen fallen, denn dann schreiben Leute, die über Musik bescheid wissen, über Musik, über die man bescheid wissen sollte.

"We Move Like Turtles Might" und das direkt darauf folgende "I Don't Believe In Wars But I Do Believe In Uniforms" stünden - nicht nur wegen ihrer sperrigen Titel - auch einem Get Well Soon-Album sehr gut zu Gesicht. Die Instrumentierung ist sich recht ähnlich. Die Stimme des Sängers klingt dabei in zerbrechlichen Momenten zittrig wie Conor Oberst, im nächsten Song dann aber schon wieder selbstbewusst und standhaft. Es ist die Reise durch die diversesten Musikstile, die "The Year Of The How-To Book" so besonders macht. Am ehesten hängen bleibt da nach einigen Durchläufen das gitarrengeprägte "Twenty Thousand Light Years", dessen Riff irgendwer bestimmt schonmal so ähnlich benutzt hat, denn es klingt vertraut, doch keinesfalls geklaut. Vielleicht habe ich das Lied vorher auch einfach schonmal irgendwo gehört, ich weiß es nicht. Markant ist es jedenfalls. Markant ist generell sehr viel auf diesem Album. Und es referenziert weiter. Unbewusst, ganz sicher, aber für mich sehr offensichtlich und charmant. Ein bißchen Beatles in "Coming Of The Plague", ein großer Schuss Dúné in "The Boy With A Serpent In His Heart". Und doch klingen Eagle Seagull dabei in jedem Song vollkommen eigen.

Beim Blick auf das Backcover fällt auf, daß die zwölf Songtitel einen großen Teil der Fläche einnehmen, auch wenn die Schrift schnörkellos und nicht sehr groß ist. Das liegt an den sperrigen Songtiteln a lá Panic at the Disco, die Parolen a lá Tocotronic bereit halten. Zum Beispiel: "I'm sorry, but I'm beginning to hate your face." Es deutet sich bereits beim Lesen der Tracklist an: auch textlich ist "The Year Of The How-To Book" nicht zu verachten, aber sowas erschließt sich mir bei englischen Alben meist erst sehr viel später, weshalb ich dazu nicht so viel sagen kann. Ich kann wie so oft auch nicht sagen, ob sich dieses Album längerfristig etabliert, für den Moment bereitet es mir aber sehr viel Spaß und ich kann nur eine dringende Kaufempfehlung abgeben. Hits! Hits! Hits!

Dance, dance, dance, dance, dance to the Eagle Seagull!

Punkte: 8.5 / 10