Death The Leveller II (2020) - ein Review von iron

Death The Leveller: II - Cover
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8.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Metal: Doom Metal


iron
22.01.2021 10:44

Es ist schon beeindruckend was Primordial für einen Einfluss auf die Irische Metalszene zu haben scheinen. Ähnlich wie vor ein paar Jahren die wunderbaren Darkest Era wie eine treibendere Heavy Metal Version der Vorbilder klangen, klingen Death The Leveller nun wie eine Doom Variante von Alan und Co. Vielleicht tue ich ihnen Unrecht, wenn ich sie fast schon auf diesen Vergleich reduziere, aber gerade die stimmlichen Ähnlichkeiten zwischen Mr. Nemtheanga und DtL-Sänger Denis Dowling sind schon enorm, auch wenn harsche Ausbrüche und Schreie hier komplett außen vor bleiben. Wer Primordial-Alan wegen seiner leidenden, klagenden Stimmlage schätzt muss hier aber unbedingt reinhören.

Die aus Mael Mórdha hervorgegangenen Death The Leveller bieten waschechten Doom der getragenen, epischen Sorte, der sich von den Arrangements her auch grob mit (um in Irland zu bleiben) Mourning Beloveth, allerdings ohne Growls, vergleichen lässt. Mit ein paar My-Dying-Bride-Reminiszenzen sendet man außerdem Grüße an die Nachbarinsel. Die vier überlangen Stücke (alle zwischen knapp acht und zwölf Minuten) bekommen alle Zeit die sie benötigen um einen richtig schönen Spannungsbogen aufzubauen. Das mag beim Erstkontakt (oder in der falschen Stimmung) langweilig wirken. Aber hey: wir reden hier über Doom Metal! Die unkommerziellste Spielart des Metals, die die Geduldigen aber umso mehr zu belohnen versteht. Wie sich beispielsweise `The Golden Bough` nach und nach steigert und einen immer weiter in einen tosenden Strudel zieht, ist wahrhaft Doom nach dem Lehrbuch. Als Sahnehäubchen steht auf der Platte mit `So They May Face The Rising Sun` der einfühlsamste, traurigste Trauerbewältigungssong des Jahres. Wer hier keine Träne im Knopfloch hat muss schon ganz schon abgestumpft sein.
In Verbindung mit dem wunderschönen, detailreichen Artwork (besonders lohnend in der Vinylversion) liegt hier ein wirklich prächtiges Slo-Mo-Album vor.
Doomköpfe wissen was zu tun ist!

Ach ja: Wer sich wundert warum das Debut-Album "II" heißt: Unter dem Titel "I" erschien 2017 eine "EP", mit vier Stücken, die allerdings mit 38 Minuten genauso lang ist wie dieses Album.

geschrieben für DARK STEEL ZINE.

Punkte: 8 / 10