The Damned Things High Crimes (2019) - ein Review von frankjaeger

Damned Things, The: High Crimes - Cover
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1 Review
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2 Ratings
8.00
∅-Bew.
Typ: Album
Genre(s): Rock: Alternative Rock


frankjaeger
17.06.2019 16:03

Unerwartete, aber tolle Stilmischung!

2010 gab es schon einmal ein Album dieser Supergroup? Wieso kenne ich das nicht? Immerhin spielt hier Scott Ian von ANTHRAX die Gitarre, Keith Buckley von EVERY TIME I DIE singt und Joe Trohman von FALL OUT BOY hat ebenfalls eine Sechssaitige in der Hand, während sein Bandkollege Andy Hurley die Feller verdrischt und der ALKALINE TRIO-Basser Dan Adriano tieftönt. Klingt fett, oder? Nur: Was könnte diese Zusammenstelliung für eine Musik machen? Metal, Alternative, Core oder Punk? Alles und nichts ist die passende Antwort.

Denn die Fünf scheinen zuerst einmal alle Scheuklappen abzulegen und mischen, was das Zeug hält, wobei jeder Stil mal mehr, mal weniger glänzen darf. Was bedeutet das? Ganz einfach: Einen Ritt von wildem Punk Rock zu Alternative Metal über Hard Rock zu einem coolen Grooverocker, der in einen corigen Abgehsong mit Säusel-Refrainmündet, muss man abkönnen. Und im besten Fall genießen. So wie ich. Denn hier ist es Programm, den berühmten roten Faden nicht zu verlieren, sondern vor Beginn des Albums bei Tempo 180 auf dem Highway an die frische Luft zu befördern.

So gesehen kommen Fans aller Bands bei "High Crimes" auf ihre Kosten. Allerdings auch keiner wirklich, aber beim Anhören des Albums merkt man auch, dass das nicht das Ziel von THE DAMNED THINGS war. Stattdessen Unvorhersehbarkeit und eine gewisse grundlegende Punk-Attitüde, die die Stücke immer dann glänzen lässt, wenn die Musiker sie etwas von der Leine lassen.

Leider haben sich auch ein paar nicht so zwingende Lieder eingeschlichen. 'Storm Charmer' ist wenig aufregend und viel zu lang und 'Young Hearts' wirkt unausgegoren, abgehackt wild und lässt die Ohrwurm-Melodie vermissen, die die meisten anderen Lieder auszeichnet. Auch das stampfende, doomige 'Keep Crawling' reißt mich nicht so mit wie die ersten fünf Lieder und die letzten beiden, vielleicht auch weil es zu metallisch geraten ist und die Spontanität und anarchische Frische der anderen Lieder vermissen lässt. Doch bevor sich Enttäuschung breit machen kann, legen die Verdammten Dinger noch zwei starke Stücke nach und beschließen das Album auf höherem Energielevel.

"High Crimes" ist ein starkes Album geworden, das allerdings die größten Granaten in Form von 'Cell' und 'Something Good' ganz an den Anfang gestellt bekommen hat und nicht auf die gesamte Länge die Spannung aufrecht erhalten kann. Aber allein für diese zwei Lieder und immerhin fünf weitere gute Songs sollte man eine Platz unter "D" im Regal freimachen.

(Original: https://powermetal.de/review/review-Damned_Things__The/High_Crimes,35033,34929.html)

Punkte: 7.5 / 10